Newsticker

Corona-Test-Panne in Bayern: Infizierte sollen am Donnerstag informiert werden
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Armdrücken? Nein, sie wollen Armwrestling populär machen

Graben

04.03.2020

Armdrücken? Nein, sie wollen Armwrestling populär machen

Armwrestling, das ist eine Sportart die hierzulande als echte Sport fast völlig unbekannt ist. Die Brüder Daniel (links) und Stefan Imminger wollen das ändern, und zwar mit einer Veranstaltung in Graben.

Zwei Brüder wollen ihre Lieblingssportart Armwrestling in Graben etablieren. Die erfordert viel mehr Technik und Gehirneinsatz als man zunächst vermutet.

Das gibt es weit und breit nicht, aber in Graben: Armwrestling. Eine Sportart, die hierzulande weitgehend unbekannt ist, obwohl sie in Bierzelten oft ausprobiert wird. Eine Sportart, deren deutsche Übersetzung „ Armdrücken “ falsch ist. Eine Sportart , die brachiale Kraft und extrem viel Technik erfordert. Die Brüder Imminger lieben sie und haben sich vorgenommen, sie mithilfe des TSV Graben so richtig bekannt zu machen .

Groß, kräftig mit mächtigen Oberarmen und einem freundlichen Lächeln, so fällt der erste optische Eindruck der Imminger-Brüder aus. Ja, sie sind Kraftsportler, eigentlich schon fast immer, lieben es, sich so richtig auszupowern, sich mit anderen sportlich zu messen. So weit relativ alltäglich. Doch die beiden haben eine weitere, ganz spezielle Liebe: Armwrestling.

Die Idee von der eigenen Abteilung beim TSV Graben kam im Urlaub

„Schon als kleine Kinder lernten wir so etwas Ähnliches wie diese Sportart kennen, und zwar in der Familie“, erzählt Daniel, der ältere der Imminger-Brüder, der frühere Handballspieler. „Kämpfen, das war toll und hat schon immer viel Spaß gemacht“, sagt Stefan, der ehemalige Segler. Im Urlaub überkam die beiden die Idee, ihre Lieblingssportart zu etablieren, und zwar in Graben , dem Wohnort von Daniel, dem Gymnasiallehrer.

Armdrücken? Nein, sie wollen Armwrestling populär machen
Mit dem sogenannte Strap ist der Griff der beiden Armwrestler noch besser aneinander fixiert.

Er fand im dortigen TSV aufgeschlossene, wohlwollende Unterstützer und gründete eine Abteilung, die es so weit und breit nicht gibt. Im Training, das schweißtreibend und fordernd ist, waren er und sein Bruder anfangs allein. Aufwärmspiele, Seilspringen, Zirkeltraining, dann Kraftarbeit, zum Beispiel mit einem Fünfkilogramm-Vorschlaghammer, zum Schluss Fußball oder Basketball, das macht den inzwischen sechs Armwrestlern Spaß. Zusätzlich trainieren die Immingers vier- bis fünfmal pro Woche zu Hause rund eine Stunde.

Armwrestling verlangt Kraftanstrengung im ganzen Körper

Armwrestling , das ist nicht nur statische und dynamische Kraftanstrengung im Arm, sondern im ganzen Körper. Das ist aber auch viel Technik, die extrem wichtig ist. „Wer falsch kämpft, der holt sich schlimme Verletzungen“, weiß Daniel aus eigener Erfahrung und zählt die unterschiedlichen Techniken auf. Hooking, Top Roll, Press, Shoulder Roll und viele Varianten davon.

Mit diesen Gedanken geht‘s an den speziellen Tisch mit vielen Normen für Höhe, Polster (Elbow Pad), Ambos (Pin Pad) und Haltegriffe (Pegs): Magnesium auftragen und eventuell einen Riemen, das sogenannte Strap anlegen, den Ellbogen aufsetzen, Handfläche des Gegners fassen und fest zupacken. „Ready–Go“ lautet dann das Kampfkommando und los geht‘s mit aller Kraft und Technik und allem, was der gesamte Körper hergibt. Wer den Gegner niedergedrückt hat, ist Sieger, ganz einfach. Das kann Sekundenbruchteile oder bis zu eineinhalb Minuten dauern, je nach gegnerischem Widerstand.

Was so schön daran ist? „Sich total verausgaben, brachiale Gewalt mit Technik kombinieren und Intelligenz beim Studium des Gegners walten lassen. Dazu kommt viel Abwechslung. Diese Kombination finde ich toll“, sagt Stefan, der im Gegensatz zu seinem Bruder das Linkskämpfen bevorzugt.

Graben: Armwrestling ist auch für Frauen geeignet

An einem echten Wettkampf – es gibt hierzulande nur deutsche Meisterschaften und private Turniere – haben die beiden noch nie teilgenommen, wollen aber jetzt mit dem Gräbinger Kraftsporteventam Samstag, 7. März, einen Anfang machen und hoffen auf möglichst viele Teilnehmer, die natürlich perfekt in die exotische Sportart eingewiesen werden.

„Wir freuen uns schon sehr auf den Nachmittag in unserer Gräbinger Halle“, sind sich beide einig. Ach ja: Armdrücken statt Armwrestling ist der falsche Ausdruck, da, wenn man es richtig macht, vor allem gezogen und nicht gedrückt wird. Und Armwrestling ist auch für Frauen geeignet.

Anmeldeschluss für das Kraftsportevent ist der 6. März. Informationen bei Daniel Imminger unter daniel.imminger@tsvgraben.de. Training ist immer dienstags ab 20.15 Uhr in der Gräbinger Sporthalle.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren