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Coronavirus

29.01.2020

Atemschutzmasken sind im Landkreis Augsburg Mangelware

In den Apotheken sind Atemschutzmasken mittlerweile Mangelware, da viele Menschen wegen des Coronavirus verunsichert sind.
Bild: Georg Wendt, dpa (Symbolfoto)

Plus Im Nachbarlandkreis Landsberg hat ein Mann das Coronavirus. Auch im Landkreis Augsburg wächst die Unruhe.

Das Coronavirus ist in unserer Region angekommen. Im Nachbarlandkreis Landsberg ist ein Familienvater aus Kaufering an dem Lungenleiden erkrankt. Der 33-Jährige hat sich offenbar bei einer Kollegin aus China angesteckt, die zu Schulungszwecken in seinem Betrieb war. Er ist damit der erste Mensch weltweit, der sich außerhalb von China infiziert hat.

Untermeitingen ist gerade mal elf Kilometer von Kaufering entfernt. In der dortigen „Apotheke im Lechfeld“ ist spürbar, wie verunsichert die Menschen sind. „Schon seit Samstag sind Atemschutzmasken bei uns ausverkauft. Jeden Tag kommen Menschen zu uns und fragen danach“, sagt Verena Schulz von der „Apotheke im Lechfeld“. Sie und ihre Kollegen versuchen, die Menschen aufzuklären: „Eine Atemschutzmaske bringt nichts, da gehen die Viren durch wie durch das Brandenburger Tor. Aber die Leute sind halt sehr verunsichert.“ Trotzdem sind deutlich mehr Masken über den Ladentisch gegangen als sonst: „Wenn Kunden mit extremer Panik zu uns kommen, dann wollen wir ihnen das auch nicht ausreden. Aber wir versuchen klar zu machen, dass so eine Maske eigentlich nichts bringt.“

„Grippevirus viel gefährlicher als Coronavirus“

Ohnehin gäbe es viel Panikmache in Sachen Coronavirus, ist Verena Schulz überzeugt: „Man muss schon 15 Minuten mit einem Infizierten sprechen, damit die Gefahr besteht, dass man sich ansteckt. Da ist das Grippevirus viel gefährlicher, an dem jedes Jahr in Deutschland tausende Menschen sterben.“ So sind in der heftigen Grippesaison 2017/2018 nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 25.000 Menschen in Deutschland an der Grippe gestorben. Auch in den Apotheken in Gersthofen sind Atemschutzmasken ausverkauft. Keine Panik herrscht dagegen im Reisebüro Stiller: „Wir haben ohnehin nicht viele Kunden, die nach China reisen wollen. Eine hat wegen des Virus jetzt ihre geplante Reise verschoben“, sagt Yvonne Kirchner von dem Reisebüro in Stadtbergen.

Atemschutzmasken sind im Landkreis Augsburg Mangelware

Viele Unternehmen verzichten derzeit auf Geschäftsreisen nach China. Auch Peter Schöffel, der mit seinem Sohn Jakob zur Ispo Peking wollte, um die Outdoor-Produkte seines Unternehmens auf dem chinesischen Markt zu präsentieren, bleibt im heimischen Schwabmünchen. „Aufgrund der aktuellen Situation haben wir uns entschlossen, nicht nach China zu reisen“, sagt Unternehmenschef Peter Schöffel. Einen Tag nach dieser Entscheidung wurde die Messe, die vom 12. bis 15. Februar in Peking stattfinden sollte, dann von der Pekinger Stadtregierung gecancelt – wie andere Großveranstaltungen auch. Geplante Geschäftsreisen von Schöffel-Mitarbeitern nach China wurden ebenfalls abgesagt. „Wir möchten unsere Mitarbeiter nicht unnötig in Gefahr bringen“, so Peter Schöffel.

Für Peter Schöffel ist China ein wichtiger Markt.
Bild: Marcus Merk

In den letzten Tagen war Peter Schöffel mit seinem Team auf der Ispo in München vertreten, auf der auch chinesische Aussteller sind. „Wir haben die Hygienevorschriften an unserem Stand verschärft, weil man ja doch mit vielen Leuten in Kontakt kommt, fühlen uns aber nicht bedroht“, sagt Schöffel-Pressesprecherin Katrin Lörch.

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