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Bobingen

29.10.2018

Auftritt von Wolfgang Krebs: Lachmuskelkater am Watschenbaum

Die vielen Gesichter des Kabarettisten Wolfgang Krebs können viele Promis verkörpern. Hier Joachim Herrmann bei einer Baggerpanne, die sich bis in den Saal der Singoldhalle auswirkte.
Bild: Elmar Knöchel

Bei Wolfgang Krebs toben die Promis durch die Show. Nur Markus Söder fährt lieber im Kreisverkehr, als mit Seehofer zu reden.

„Liebe Bobingerer und ähh Bobingererinnen, liebe ähh Bobos!“ Wem sonst als dem Meister der gestammelten Rede, dem König der Äääähs und dem „Ministerpräsidenten des ehemaligen Bayern“, Dr. Dr. Edmund Stoiber, alias Wolfgang Krebs, sollte eine derartige Begrüßung flott von der Zunge gehen. „Hallo ihr alten Singoldler und Singvögel, CSU-Wähler innerhalb und außerhalb der Urnen, ich freue mich, in Bobingen zu sein, der alten Weberstadt, wo früher schon Gold zu Stroh gesponnen wurde.“ Damit war der Ton des Abends mit dem Kabarettisten und Verwandlungskünstler Wolfgang Krebs klar. Und es sollte genauso weitergehen. In seiner bekannt „stammeligen“ Art begrüßte „Edmund Stoiber“ die Gäste. Natürlich durfte auch „Markus Söder“ nicht fehlen. Zitat: „Ein Gespräch mit Horst Seehofer ist so zielführend wie zwei Stunden im Kreisverkehr. Letzterer klärte dann die Tränen lachenden Zuhörer auf: „Auch der Holzweg kann der richtige sein – wenn man eine Termite ist!“

Plötzlich ist die Panne echt

Blitzschnell verschwindet der Kabarettist immer wieder hinter der Bühne und wechselt Kostüme und Perücken, um alsdann in neuer Identität auf der Bühne zu erscheinen. So versichert Innenminister Herrmann, dass er, obwohl er einmal im Allgäu einen Bagger „umgeschmissen“ habe, nichts für die Panne könne, die viele Bobinger am Freitag vom Kabelfernsehen getrennt hatte. „Ich habe den Bagger nicht gefahren“, beteuerte er. Just in dem Moment versagten die Akkus des Funkmikrofons. Und so fügte der „Pannen-Innenminister“ seinem Wirken eine weitere Panne hinzu.

Dies baute Wolfgang Krebs schlagfertig immer wieder als Sonderlacher ins Programm des Abends ein. Nach und nach erschienen die weiteren „Größen“ aus Politik und Zeitgeschehen. Angela Merkel, Hubert Aiwanger, Toni Hofreiter und Papst Benedikt tummelten sich auf der Bühne der Singoldhalle. Auch Christian Uhde und Altbundespräsident Joachim Gauck, „die sprechende untere Zahnreihe“, kamen zu Wort.

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Mal angedacht: Ein Minister ohne CSU-Parteibuch

Natürlich machte sich Wolfgang Krebs, ein Virtuose des politischen Kabaretts, Gedanken über die gerade gelaufene Landtagswahl in Bayern. „Vielen CSU-Parteimitgliedern muss man freilich erst einmal erklären, was eine Koalition ist. Da muss man sich die Regierung teilen, mit Leuten, die noch nicht einmal in der CSU sind.“ Auch den Erfolg der Grünen konnte er einordnen. „Sollten die Grünen doch noch an der Regierung in Bayern beteiligt werden, dürfte klar sein, dass die dritte Startbahn am Münchner Flughafen kommt – diesmal aber mit Krötentunnel!“. So nahm Krebs nach und nach die gesamte politische Zunft auf die Schippe.

Die Kanzlerin versteht die Bayern (nicht)

„Angela Merkel“ riss das Publikum mit ihrem „Aufsatz über meinen Urlaub in Bayern“ zu wahren Lachsalven mit. Als ihr ein Oberpfälzer zurief: „Lau mer mei Rau,“ übersetzte sie das mit „einen schönen Tag noch, Frau Bundeskanzlerin“. Überraschung löste Wolfgang Krebs aus, als er nach einer Showeinlage als Kunstfigur „Meggy Montana“ tatsächlich als „er selbst“ auf die Bühne trat. Es machte sich überraschtes Gemurmel im Saal breit. Eine Besucherin aus Bobingen brachte es auf den Punkt. „Der ist ja viel jünger, als ich dachte.“

Am Ende kommt Trump

Tatsächlich ist Wolfgang Krebs erst 52 Jahre alt. Durch seine Perücken und die Verkörperung älterer Politiker, Horst Seehofer ist ja bekanntlich 69 Jahre alt und Edmund Stoiber bereits 77, wirkt er zumeist älter, als er eigentlich ist. „Meine Glatze übrigens ist selbstbestimmt und stammt vom Panasonic-Haarschneider“, ließ Krebs das Publikum wissen. Mit Glatze sei es einfacher, die Perücken zu wechseln.

Nach zweieinhalb Stunden Programm, bei dem das Bobinger Publikum begeistert mitgegangen war, beendete Wolfgang Krebs den Abend mit einer launigen Zugabe. Und der „Watschenbaum“, der in Bayern gelegentlich auch einmal umfallen könne, wurde auch noch verliehen: Kein geringerer als Donald Trump war der „glückliche“ Gewinner. Wer hätte es gedacht?

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