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Königsbrunn

27.07.2020

Autokino-Konzert: Tina Schüssler ist über Resonanz enttäuscht

Livemusik aus dem Autofenster wollten beim Drive-In-Konzert auf dem Parkplatz des Amados Tanzclubs in Königsbrunn nur wenige Fans genießen. Trotz spärlicher Kulisse gaben Tina Schüssler und ihre Band alles.
Bild: Oliver Reiser

Plus Tina Schüssler, die Presley Family und die Kashja-Medjo-Band geben in Königsbrunn ein Autokonzert. Viele Plätze bleiben leer. Aber warum?

„Verwirrte Welt“ heißt das Album, das Tina Schüssler als bisherige Krönung ihrer neuen Karriere als Sängerin im August auf den Markt bringen wird. „Verwirrte Welt“ – das war auch irgendwie typisch für den Gemütszustand der dreifachen, ehemaligen Weltmeisterin im Boxen, Kickboxen und K1, sowie von Robert Walz, dem Inhaber des Amados-Tanzclubs in Königsbrunn, als sie auf die lichten Reihen beim ersten Autokonzert seit der Corona-Pandemie blickten. Nach einer Auto-Disco wurde auf dem Parkplatz der Diskothek im Industriegebiet im Königsbrunner Süden erstmals wieder Livemusik angeboten.

Kräftig die Werbetrommel in Königsbrunn gerührt

„Ich verstehe das nicht. Wenn die Presley Family spielt, ist immer ausverkauft. Die Jungs und Mädels machen zu Weihnachten drei Tage hintereinander das Spectrum voll“, schüttelte Tina Schüssler den Kopf, als sie auf die nur spärlich gefüllten Reihen blickte. „Alle schreien immer nach Party und keiner kommt“, zeigte sich die ansonsten immer euphorische Sängerin doch ziemlich enttäuscht. Schwacher Trost: Auch bei Deutschlands Hardrock-Queen Doro blieben beim Autokonzert am selben Abend in Stuttgart viele Parkplätze frei. In Königsbrunn waren beim Auftritt der Presley Family gefühlt fast mehr Musiker auf der imposanten Bühne, als Zuschauer davor. Auch Robert Walz konnte sich das mangelnde Interesse nicht erklären: „Wir haben Radiowerbung gemacht, mit Bauzaun-Bannern und Plakaten sowie auf Facebook und Instagram geworden. Mehr geht nicht!“

Perfekt organisiertes Event in Königsbrunn

Dabei war das Event von der Amdos-Crew perfekt organisiert und vorbereitet. Beim Einchecken musste man sich in eine Liste eintragen und seine Adresse hinterlegen. Dann bekam man eine Signallampe mit Kippschalter ausgehändigt. Setzte man diese in Betrieb, sausten die Bedienung auf Rollschuhen über den Parkplatz, servierten Cocktails und andere Getränke sowie Pizzas. Ganz wie früher in den amerikanischen Drive-In-Kinos.

Die Konzerte wurden über die UKW-Frequenz 95,3, die Walz extra bei der Landesmedienzentrale beantragt hatte, übertragen. „Der Sound im Auto ist super!“, konstatierte ein begeisterter Besucher. Dafür war der Sound, der von der Bühne kam, eher dumpf. Trotzdem zogen es die meisten Musikfans sowohl bei der Kashja Medjo Band, die das vierstündige Spektakel eröffnete, als auch während der Show der Presley Family vor, neben ihren Fahrzeugen zu tanzen und zu feiern.

Nebelschwaden und Pyroeffekte auf der Bühne

Masken waren dabei eher selten zu sehen. Das lag nicht nur an den Nebelschwaden und Pyroeffekten. „Es ist traurig, dass nicht mehr Leute da waren. Aber es war einfach geil, wieder einmal auf der Bühne zu stehen“, bilanzierte der Rapper „Raimler Benz“ im Namen aller Beteiligten, die ohne Gage aufgetreten waren. Insbesondere Tina Schüssler, die ja das Event mit organisiert hatte, war bis in die Haarspitzen motiviert. Die Powerfrau ließ sich dabei weder von der spärlichen Kulisse, noch vom kurzfristigen Ausfall ihres Bassisten davon abhalten, eine energiegeladene Rock-Show abzuliefern. Mit einer Mischung aus eigenen Songs sowie Coverversionen von den Beatles über Lady Gaga bis zu Oompf begeisterte das Energiebündel auch in familiärer Atmosphäre.

Die neue Single feiert Live-Premiere

Neben dem zuletzt in die Charts gerückten „Käptn Noah“ feierte auch die neueste Single „Ich springe“ ihre Live-Premiere. „Die, die da waren, fanden es absolut mega“, bilanzierte Robert Walz. Da das Auto-Konzert-Konzept in Königsbrunn jedoch nicht angenommen werde, kündigte er an, dass es Live-Events in dieser Form definitiv nicht mehr geben wird. „Wir versuchen jetzt, dass wir 200 Sitzplätze im Außenbereich bekommen“, stellt er sich künftig eine Art „Disco im Biergarten“ vor.

Hier geht's zum Video von "Lass mich allein"

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