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Kreis Augsburg

02.06.2017

Bobinger Fahrkartenautomat druckt Streifenkarten mit Zebrastreifen

Diese AVV-Streifenkarte mit Zebrastreifen druckte ein Automat in Bobingen aus.
Bild: Pitt Schurian

Schwarzfahrerticket oder Designstudie? Ein Fahrkartenautomat in Bobingen überrascht mit edlen Drucken. Sie erinnern an Zebrastreifen.

Briefmarken mit falscher Zahnung können durchaus zum begehrten Sammlerstück werden. Vielleicht schaffen das auch AVV-Fahrscheine aus Bobingen. Dort kreiert ein Automat der Deutschen Bahn Streifenkarten in hübschen Mustern. „Zebraticket“ hieß es am Bahnsteig unter Reisenden zu den vielen dünnen Linien. Eine „Kunst-Edition“ könnte es auch sein. „Schwarzfahrerkarte“, scherzt ein anderer angesichts des dunklen Gesamteindrucks. Ob man vielleicht ein Premium-Kunde sei, wird der Streifenkartenbesitzer gefragt.

Thermopapier verträgt keine Hitze

Die Zugbegleiterin nimmt es gelassen. „Thermopapier“, lautet ihre Erläuterung. Es ist wohl hitzeempfindlich. Den Fahrschein akzeptiert sie als durchaus gültig, obwohl der Stempel des Entwerters durch das Muster nur schwer erkennbar ist.

Die Pressestelle des Augsburger Verkehrsverbundes tippt ebenfalls auf eine Art Sonnenallergie des Fahrscheinpapiers. Doch bislang habe es noch nie Beanstandungen gegeben. Da der AVV nicht für den Fahrscheinvertrieb sorgen muss, wird eine Nachfrage bei der Augsburger Verkehrsgesellschaft empfohlen. Die ist froh, als sie die Herkunft der Streifenkarte vernimmt: Bahnhof? Da ist die DB zuständig. Klar, heißt es überall, Automaten drohe schon mal ein Sonnenstich, wenn sie ungeschützt der Sommerglut ausgesetzt sind. Doch im Normalfall seien ja alle Automaten vor Wetterhärten geschützt aufgestellt.

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Der Drucker gibt sein Bestes

Die Pressestelle der Deutschen Bahn in München findet die Nachricht vom Zebraticket aus Bobingen überhaupt nicht witzig. Sie fordert die Angabe der genauen Automatennummer, damit ein Techniker diesen Unfug sofort abstellen könne. Jetzt nehmen wir den Fahrscheindrucker natürlich in Schutz. Der wird jeden Tag von Sonnenaufgang bis zum Mittag derart geblendet, dass sein Display eher dem alten Begriff „Mattscheibe“ entspricht. Trotzdem tut er jahrein, jahraus seine Arbeit. Dass er nun hübsche Streifenkarten ausspuckt, ist eigentlich ganz nett – zumal sie ja gültig sind. Oder?

Die Bahn geht auf Details nicht ein. Die schriftliche Auskunft: „Bei dem von Ihnen genannten Fall handelt es sich offenbar um eine „Druck(er)störung“. Diese werden wir intern prüfen. Der Fehldruck kann bei allen DB-Verkaufsstellen gebührenfrei erstattet werden.“

Ein Ende der Druckkunst am Bahnhof Bobingen ist zu befürchten.

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