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Untermeitingen

16.03.2017

Bruder Barnabas deckt Hintergründe auf

Bei Bier und Brotzeit ließen sich die Besucher von der Fastenpredigt gutgelaunt unterhalten.

Fastenprediger Franz Rieder bringt im Untermeitinger Musikerheim Anekdoten aus dem Gemeindeleben humorvoll auf den Punkt – vom Mount Everest bis hin zu bundesligareifen Fußballern.

Das Starkbierfest des Musikvereins hat seinen ganz eigenen Charakter. Auch bei der sechsten Auflage war im Musikerheim im Dachgeschoss der Schule kein Platz mehr frei. Vorsitzender Dietrich Schmidt dirigierte seine Helfer an der Brotzeittheke, die Bedienungen schwärmten mit Bierkrügen und Brotzeittellern aus, und im Saal dirigierte Ortwin Schnabel den an diesem Abend musikalisch aktiven Teil der Kapelle. So konnten sich die Besucher auf den mit Spannung erwarteten Höhepunkt einstimmen.

Bruder Barnabas zog unter den Klängen des bayerischen Defiliermarsches mit seinem Riesenmaßkrug ein. Auf die Begrüßung der Honoratioren verzichtete er, „weil die ja in meiner Rede sowieso vorkommen“. Franz Rieder versteht es in der Rolle des Fastenpredigers meisterhaft, einige Anekdoten aus dem Gemeindeleben humorvoll auf den Punkt zu bringen. Er streifte in seinem Jahresrückblick aber auch Ereignisse aus der großen Politik und dem Weltgeschehen. Der Lach-erfolg ist bei seinen Pointen und deftigen Trinksprüchen immer garantiert. Über allem stellt er sein Motto „Ja was kann’s denn Schöneres geben, als in Untermeitingen zu leben“.

Fußballer sind im Feiern schon bundesligareif

So würdigte er die Vergrößerung des Rodelberges, der damit zum zweithöchsten Berg des Lechfelds wurde und unterstellte Bürgermeister Simon Schropp, den Aushub aus den neuen Baugebieten zur Anlage eines „Untermeitinger Mount Everest“ zu verwenden. Das Gipfelkreuz wurde aber weggelassen, weil ja schon das Feldkreuz der Berg- und Wanderfreunde zerstört wurde. Aber mithilfe von Schneekanonen könnte wieder eine Dorfmeisterschaft im Abfahrtslauf ausgetragen werden wie früher am Schlossberg. Den letzten dieser Art hat der heutige Schlossherr Karl Strass gewonnen, als er noch viel sportlicher war.

Den Altbürgermeister Georg Klaußner habe man beobachtet, wie er mit seinem Dackel vor dem Rathaus stand und wehmütig sagte: „I bin da Georg Klaußner, und da war i amal dahoim.“ Den Wiederaufstieg der Untermeitinger Fußballer kommentierte Barnabas mit dem Hinweis, dass diese im Feiern schon bundesligareif wären.

Sterben wurde um 14 Prozent teurer

Zur von manchen Politikern vorgeschlagenen Rente mit 73 Jahren meinte Bruder Barnabas, dass in deren Augen der Arbeiter wohl umfallen und sein Idealgewicht mit fünf Kilogramm in der Urne erreichen solle. Aber selbst das Sterben wurde in Untermeitingen vergangenes Jahr um 14 Prozent teurer, weil die Friedhofsgebühren angehoben wurden. „Da könnte die Gemeinde doch wenigstens noch ein paar Gießkannen mehr hinstellen“, forderte Barnabas wohl aus Erfahrung.

Beim Ausbau des Dachgeschosses der Schule solle bitte auch an den Musikverein gedacht und ein Aufzug eingebaut werden. Dann könnten die Musiker ihre Instrumente und Biertragl besser transportieren und drei Halbe mehr trinken.

Nach etlichen deftigen Trinksprüchen und Witzen, bei denen weder die wichtigen Personen des Ortes noch die Österreicher oder die großen Politiker verschont wurden, verabschiedete sich der Bußprediger mit dem tröstlichen Hinweis, dass alles gar nicht böse gemeint sei, und wer nicht erwähnt wurde, solle halt im nächsten Jahr mal etwas anstellen, damit sich das ändert.

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