Newsticker

Rekord bei Corona-Zahlen: 14.714 Neuinfektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Das Landwirtschaftsamt bleibt in Stadtbergen

Schwabmünchen/Stadtbergen

20.05.2015

Das Landwirtschaftsamt bleibt in Stadtbergen

Das Landwirtschaftsamt Augsburg /Friedberg  behält seinen Sitz in Stadtbergen. 

 Das Votum der meisten Beteiligten fällt eindeutig aus: Kein  Umzug nach Schwabmünchen. Ein Fragezeichen bleibt bestehen.

 Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bleibt in Stadtbergen – das ist das Ergebnis eines runden Tisches mit allen Beteiligten, der am Montagabend in den Räumen der Behörde stattfand. Wie das Amt im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums mitteilte, wurde der Umzug in das leer stehende Gebäude des Schwabmünchner Amtsgerichts als „keine geeignete Option“ erachtet. Folglich bleibt die Behörde, die rund 3000 Bauern in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg sowie in der Stadt Augsburg betreut, am Standort Stadtbergen.

Die Umzugspläne hatten nach ihrem Bekanntwerden Anfang März für Wirbel gesorgt. Vor allem die Vertreter des Bauernverbandes kritisierten das Vorhaben. Heinrich Jäckle, der stellvertretende Kreisobmann aus Heretsried, hatte es sogar als „Katastrophe“ bezeichnet. Schließlich spreche die Verkehrsanbindung mit der A8 und der B17 eindeutig für Stadtbergen. Die Bauern aus dem Norden des Landkreises sowie aus dem Nachbarkreis Aichach-Friedberg hätten bei einer Verlagerung deutlich längere Wege bewältigen müssen. Vor allem die Existenz der an das Amt angeschlossene Landwirtschaftsschule sah der Bauernverband als gefährdet an – zu groß sei die Gefahr, dass sich einige Bauern lieber in anderen Landkreisen umsehen könnten, bevor sie eine Stunde im Auto sitzen.

Scharfe Kritiker der Pläne waren auch die Landtagsabgeordneten Johann Häusler (Freie Wähler) und Herbert Woerlein (SPD). Häusler hatte sich auch über die Art und Weise beschwert, wie die Pläne ans Tageslicht gekommen waren und mit zwei Dringlichkeitsanträgen im Landtag für den Verbleib des Amtes gekämpft. Dass die Umzugspläne nun wieder im Papierkorb gelandet sind, sei ein Erfolg aller Beteiligten: „Wenn wir nicht massiv Druck gemacht hätten, wäre es nicht so weit gekommen. Das haben die Initiatoren so nicht erwartet.“

Argumente für den Umzug habe es während des runden Tisches von kaum einem der 30 Teilnehmer gegeben, sagte Häusler: „Es waren sich alle einig, dass ein Umzug keinen Sinn macht.“ Gerhard Ringler, der Kreisobmann des Bauernverbandes, bezeichnete das Ergebnis als „gute Lösung“. Auch der Leiter der Behörde, Wolfgang Sailer, scheint erleichtert über das Ergebnis des runden Tisches: „Das Gebäude in Schwabmünchen ist ein Damenschuh in Größe 38, wir brauchen aber einen Arbeitsschuh in Größe 46. Es ist kein schlechtes Gebäude, sondern nur nicht für uns geeignet.“

Herbert Woerlein hofft nun, dass Landrat Martin Sailer die Entscheidung des runden Tisches respektiert – schließlich ist der Landkreis der Besitzer der Immobilie und auf der Suche nach freien Räumen für das zu klein gewordene Landratsamt in der Augsburger Prinzregentenstraße. „Solange von ihm keine Willenserklärung kommt, ist nicht viel gewonnen.“ Woerleins Befürchtung: Das Landratsamt könnte den Mietvertrag mit dem Landwirtschaftsamt kündigen. Der Behördenleiter Wolfgang Sailer sagt dazu: „Ich bin Mieter, der Landkreis Vermieter. Wir werden eine gute Lösung finden.“ Weniger auskunftsfreudig zeigten sich gestern die Landtagsabgeordnete Carolina Trautner und Landrat Martin Sailer (beide CSU). Beide galten als Befürworter des Umzugs und ließen über ihr Büro ausrichten, sich nicht zu dem Thema äußern zu wollen."Kommentar

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren