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Mickhausen

12.11.2019

Das Staudenschloss wird umgebaut

Drei Jahre sind für das Großprojekt veranschlagt. So soll das „Staudenschloss“ – wieder vom Wasser der nahen Schmutter umflutet – anschließend aussehen.
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Drei Jahre sind für das Großprojekt veranschlagt. So soll das „Staudenschloss“ – wieder vom Wasser der nahen Schmutter umflutet – anschließend aussehen.
Bild: Planungsbüro Bergmann

Plus Bayerns Wissenschaftsminister Sibler bringt 2,4 Millionen-Euro-Zusage nach Mickhausen. In drei Jahren Zeit soll das Schloss eine neue Nutzung ermöglichen.

Der Umbau des Schlosses von Mickhausen naht. Gut drei Jahre sind vergangen, seit die Hermann Messerschmidt Kulturerbe-Stiftung im Spätsommer 2016 das „Staudenschloss“ in Mickhausen gekauft hat. Nach langen Verhandlungen mit vielen Fachbehörden – allen voran dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) – fällt in den kommenden Tagen der Startschuss für die groß angelegte Generalsanierung des fast 500 Jahre alten Wasserschlosses am Ufer der Schmutter.

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  • Spatenstich Am Mittwoch, 20. November kommt Bernd Sibler, der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, zum ersten Spatenstich für das Großprojekt in die Staudengemeinde. Mit ihm greifen Staatssekretärin Carolina Trautner, Landrat und Bezirkstagspräsident Martin Sailer, die Bürgermeister Hans Biechele (Mickhausen) und Franz Feigl (Königsbrunn), sowie der Vorstand der Messerschmidt-Stiftung zum Spaten.
  • Zuschuss Im Gepäck hat der Minister einen stattlichen Zuwendungsbescheid seines Ministeriums: 2,45 Millionen Euro aus Mitteln des Bayerischen Entschädigungsfonds fließen in den kommenden Jahren in die originalgetreue Wiederherstellung des Schlosses. Nahezu sieben Millionen Euro aus Eigenmitteln der Stiftung und öffentlichen Töpfen stehen für das große Projekt zur Verfügung.
  • Zeitplan Der sportlich kalkulierte Zeitplan für die Generalsanierung sieht vor, dass zum Jahresende 2022 wieder neues Leben in das ehemalige Fuggerschloss einziehen soll. „An Silvester 2022 wollen wir eröffnen!“ – gibt Dr. Wolfgang Knabe (Königsbrunn), der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, die Schlagzahl vor.
  • Baupläne Im ersten Bauabschnitt geht es parallel auch um den künftigen Renaissance-Garten südlich des Schlosses, für den – abgekoppelt von der eigentlichen Schlosssanierung – Mittel aus einem Förderprogramm der EU zur Regionalentwicklung zur Verfügung stehen. Für die restliche Parkfläche sind die Bauanträge für das zentrale Heizungsgebäude und die Orangerie mit Café und Toilettenanlage, sowie für einen Musikpavillon bereits auf den Weg gebracht.
  • Wasserschloss In Kürze beginnen archäologische Sondierungen im Bereich des Hauptportals und der ehemaligen Brückenfundamente. Eines Tages soll das Schloss seinem Namen als Wasserschloss wieder alle Ehre machen und von Wasser der nahen Schmutter wieder umspült werden. Das Wehr zur Ableitung des Wassers ist am Bach noch erhalten. Damit einher geht auch die Wiederanlage des Schlossweihers nördlich des Gebäudes, der bis in die Nachkriegszeit bestanden hatte.
  • Vorarbeiten Im Vorgriff auf die Generalsanierung wurde bereits der ehemalige Rittersaal entkernt und zurückgebaut. Der 180 Quadratmeter große Festsaal erstreckte sich einst über zwei Stockwerke im zweiten und dritten Obergeschoß. Als das Mickhauser Schloss im Zweiten Weltkrieg als Ausweichkrankenhaus der ausgebombten Stadt Augsburg diente, wurden eine Zwischendecke eingezogen und in Trockenbauweise Trennwände eingebaut, um zusätzliche Krankenzimmer zu gewinnen. Die Behelfsdecke und die Wände wurden zwischenzeitlich entfernt, so dass der vormalige Rittersaal in seinen ursprünglichen stattlichen Ausmaßen wieder zum Vorschein kam.
  • Dacherneuerung Mit der dringendsten Maßnahme, der Sanierung des Dachstuhls und der Neueindeckung der gesamten Dachfläche, kann indes frühestens im kommenden Frühjahr begonnen werden. Die Ausschreibungen für dieses und andere Gewerke sind gerade in Vorbereitung. Das Gewicht der Dachplatten hat die Statik des Dachstuhls im Laufe der Zeit bedenklich verschoben. Zudem ist das Dach an vielen Stellen undicht, es schneit und regnet herein. Überall stehen Kübel und Wannen, die Schnee und Regenwasser auffangen.
  • Ziel Das erklärte Ziel der Stiftung ist es, das Schloss wieder der Allgemeinheit zugänglich zu machen und das geschichtsträchtige Gebäude „in den kulturellen und gesellschaftlichen Kontext der Gemeinde und der Dorfgemeinschaft einzubinden“. Dr. Wolfgang Knabe kommt ins Schwärmen: „Wir sehen uns in der historischen Verpflichtung und setzen auf ein partnerschaftliches und harmonisches Miteinander mit der ganzen Gemeinde, ihren Vereinen und der Dorfgemeinschaft!“ Gemeint ist, dass die Veranstaltungsräume öffentlich zugänglich oder zu mieten sind. Es soll dazu eine Gastronomie geben. Ferner soll das Schloss eine Bibliothek beherbergen und Exponate aus der großen geschichtshistorischen Sammlung von Dr. Knabe, so weit diese nicht im Mercateum untergekommen sind.


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