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Schwabmünchen

07.07.2020

Das gab's noch nie: Diese fünf Schüler haben ein 1,0-Abitur

Grund zum Jubeln haben (von links) Rebecca Dieminger, Sarah Schmauser, Daniel Henke, Lina Moser und Ruth Lieb.
Bild: Reinhold Radloff

Plus Fünf 1,0-Schüler des Leonhard-Wagner-Gymnasiums in Schwabmünchen erzählen über die vergangenen Monate und was sie mit ihrem Abschluss planen.

Intelligenz ist eine Mischung aus Veranlagung und Fleiß. Besonders viel davon gab es im diesjährigen Abiturjahrgang am Leonhard-Wagner-Gymnasium. Den unglaublichen Schnitt von 1,0 erreichten gleich fünf Schülerinnen und Schüler: Das hat es bei den Schwabmünchnern bisher nicht gegeben.

Ruth Lieb kann es kaum fassen: Sie ist eine der fünf Abiturienten mit der Traumnote. „Das habe ich nicht erwartet“, erzählt die Reinhartshauserin. Was sie damit anfängt? Das überrascht: „Ich mache erst mal ein soziales Jahr an der Fritz-Felsenstein-Schule“, sagt sie.

Die anderen vier aus der 1,0-Gilde starten gleich alle, wenn’s klappt, ins Studium. Daniel Henke zum Beispiel, der Überflieger unter ihnen. Er schaffte sogar den Wahnsinnsschnitt von 0,8. Und das, obwohl er außer Lernen noch vieles andere machte: Jahrgangsstufensprecher, Schülerzeitungs-Chefredakteur und, und, und.

Das gab's noch nie: Diese fünf Schüler haben ein 1,0-Abitur

Abiball in Schwabmünchen soll nachgeholt werden

„Ich mag es, Teams und Projekte zu leiten, und will mal in die Finanzwirtschaft gehen“, betont der 18-Jährige, der zusammen mit seinen Mitstreitern satte 12.000 Euro für die Abifeier durch viele Aktionen erwirtschaftete. Doch die fällt ja wegen Corona aus. Was mit dem Geld jetzt geschieht? „Wir holen den Ball nächstes Jahr nach, im großen Rahmen, ganz elegant.“

Schule, die fand nicht nur er „total schön“, sondern auch alle anderen 1,0er, wie Sarah Schmauser. Sie legte sogar noch eine Zusatzprüfung ab, um den einen Punkt noch zu ergattern, der ihr zu dem Maximalschnitt fehlte. Sie zieht es in die Forschung, im Gegensatz zu Rebecca Dieminger, die aus eigener Krankheitserfahrung heraus lieber praktisch arbeiten möchte, als Ärztin. Auch Lina Moser liebt, familienbedingt, das Praktische: Sie will Großes bauen, zum Beispiel Brücken. „Die haben mich schon immer fasziniert“, sagt sie.

Auf dem Sweatshirt der Abiturienten sind außer den Namen aller Absolventen unter anderem ein VW-Bus, Palmen und stilisierte Sonnenstrahlen abgebildet. „Das symbolisiert das Gefühl von Freiheit, die durch Corona eingeschränkt war und die wir wieder haben wollen“, so Daniel Henke. Die sonst üblichen großen Reisen und Feiern nach dem Abi, sie fielen aus. „In Kleingruppen hatten wir schon unseren Spaß“, erzählt Rebecca Dieminger, die sich mit den anderen einig ist: „Die Abi-Bekanntschaften werden fehlen, die Freundschaften bleiben.“

 

Und das würden, so hofft auch Lina Moser, viele sein, denn „der Zusammenhalt im Jahrgang war richtig gut“, bei Feiern, beim Organisieren, bei Aktionen. Es gab sogar eine „Motto-Woche“ mit spezieller Kleidung: Sport, erster Schultag, Tracht, Bad Taste und mehr. Ausgegrenzt wurde niemand, auch nicht die manchmal so verschrieenen „Streber“. „Natürlich war immer großes Interesse an unseren Noten“, so Sarah Schmauser: „Wenn von uns mal einer eine Vier bekam, war das ein großes Hallo.“ Andererseits waren die Mitschüler aber auch sehr froh, wenn sie von ihren „Intelligenzlern“ Hilfe erhielten. „Und die haben wir gerne gegeben“, betont Rebecca Dieminger, die von Notendruck spricht, von sich selbst und von außen verursacht.

Mit Lehrern ist die Schule besser als mit Laptop

Auch wenn sich die Einserschüler während der Pandemie gut und intensiv selbst vorbereiten konnten, mit Lehrer finden sie Schule besser als nur mit Laptop. „Zu Hause war alles irgendwie schwieriger, auch wenn die Heimarbeit von den Lehrern und von der Schule gut organisiert war.“ Der Lockdown hat sie trotzdem ziemlich gestresst: Was wird wohl, fragten sie sich. So richtig Gas haben die Superschüler erst gegeben, als ganz klar war, dass das Abi auch wirklich stattfindet.

Echte Sorgen wegen Corona machen sich die fünf, bezogen auf ihre Zukunft, nicht. „Das ist sicherlich nur eine Phase in unserer Lebensgeschichte“, sagt Lina Moser, die sich, wie die anderen, darüber ärgert, dass die Zeugnisvergabe ohne Verwandtschaft sein muss. Und danach?

Wie sie die viele Freizeit bis zum Studienbeginn Anfang November rumbringen, das wissen sie so recht noch nicht. „Mal sehen, was kommt,“ sagen sie. Fest steht aber, dass sie sich auf die großen Herausforderungen des da kommenden Lebens freuen, jeder auf seine Art.

Lesen Sie dazu auch: Neuer Rekord: Fünf Mal 1,0 im Abitur

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