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Der Bädertraum darf nicht die letzte Luft kosten

Kommentar Von Pitt Schurian
21.03.2019

Die große Einigkeit im Stadtrat von Bobingen mag beruhigen. Doch die Badfinanzierung bleibt riskant.  

Man muss schon ein Stammgast im Aquamarin sein, um über das Eckpunktepapier der Bobinger Fraktions-Chefs zu jubeln. Dazu ist es vermutlich auch nicht gedacht. Eher als Routenplan für eine gefährliche Gratwanderung auf riskantem Weg. Es geht um einen schwindelerregenden Betrag in Höhe von 22 Millionen Euro für den Traum eines Ganzjahresbades und dann später ein stark nutzwertiges Bürgerhaus in der alten Mädchenschule. Beides sind Ziele, die der Stadt Bobingen gut anstehen, welche nicht nur Schlafstadt und Vorort von Augsburg sein will, sondern weiter ausbaut, was hier zur Lebensqualität beiträgt.

Der geneigte Beobachter mag jedoch warnend aufschreien: Bei diesem Gipfelsturm könnte euch die Luft ausgehen! Selbst wenn die Füße tragen, wo bleibt Kraft, sich neuen Herausforderungen zu stellen, die rechts und links des Weges warten und durchaus noch unvorhersehbar sein können? Bobingen leistet sich ein – zugegeben sehr schickes – Traumbad und die CSU bekommt 2024 endlich das ersehnte Bürgerhaus. Doch hat die Stadt darüber hinaus noch Reserven für Dinge, die nicht alleine mit Steuergeldern, Gebühren oder Staatszuschüssen zu bezahlen sind?

Der ganz großen Mehrheit der Stadträte scheint die Sorge darüber inzwischen genommen zu sein. Das beeindruckt durchaus. Wer Vertrauen in seine gewählten Volksvertreter hat, kann eigentlich nach dem Stimmungsbild im Hauptausschuss beruhigt sein. Zumal auch der einst ebenfalls strittige Bau des Aquamarins in seiner heutigen Form keineswegs zum Untergang der Stadt führte. Doch wer einen eigenen Wunschzettel führt mit Dingen, die die Stadt leisten soll, dem werden Stadträte quer durch die Fraktionen das noch genauer erklären müssen. Unter den Fraktionsvorsitzenden soll das sehr ruhig, sachlich und konstruktiv gelungen sein, sagen Beteiligte. Nun haben sie ein Jahr Zeit, auch die Bürgerschaft zu überzeugen. Dann wird wieder ein Haushaltsplan verabschiedet und dann sind auch Kommunalwahlen. Bis dahin gilt, dass der Bau des Ganzjahresbades zwar eindeutiger Wille des Stadtrates, aber noch nicht endgültig beschlossen ist.

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