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Augsburg

19.06.2017

Der Feuerlöscher als Dauerbrenner

Georg Wiedemann mit seinen Dauerbrennern. Das Geschäft mit den Feuerlöschern will er auch die nächsten zehn Jahre betreiben.
Bild: Annette Zoepf

Georg Wiedemann feiert mit seiner Hochzoller Firma ein halbes Jahrhundert Brandschutz in Industrie und Gewerbe.

Auf mehr als 200000 beziffert Georg Wiedemann die Zahl der Feuerlöscher, die er im Laufe seines Berufslebens überprüft hat. Heute bewegt sich sein Aktionsradius von Augsburg über Stuttgart bis nach München. Während er in früheren Zeiten in ganz Deutschland unterwegs war und 80000 bis 120000 Kilometer für seine Geräte und die Betreuung seiner Kunden zurücklegte, fährt der Inhaber der in Hochzoll ansässigen Firma GW Feuerlöscher immer noch 20000 Kilometer pro Jahr. Ans Aufhören denkt der 70-Jährige, der seit 50 Jahren in der Verantwortung des Unternehmens steht, beileibe nicht. „Zehn Jahre“, sagt er, „würde ich gerne noch weitermachen.“ Deshalb ist er davon überzeugt: „So lange ich gesund bin und es mir Spaß macht, mach’ ich’s.“

Der Industriekaufmann, Ausbilder und Sachkundige für Feuerlöscher weiß aus Erfahrung, dass das eigene Wohlbefinden dafür ein entscheidender Faktor ist. Denn die Firmengründung geht auf das Jahr 1952 und seinen Vater Max Wiedemann, einen Schreinermeister, zurück. Als dieser das Unternehmen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr alleine stemmen konnte, sah sich Georg Wiedemann 1964 moralisch verpflichtet, mit in den Betrieb einzusteigen. Den größten Respekt hat der Firmeninhaber eigener Auskunft nach keineswegs vor dem Element Feuer. „Das kann man löschen“, sagt er und lächelt wissend. Nein, meint er mit Blick auf die Ereignisse von vor einem Jahr in Simbach, die größte Gefahr gehe seiner Meinung nach von Wasser aus.

Ein Gerät pro 100 Quadratmeter

Georg Wiedemann ist vor allem Partner von Industrie und Gewerbe, für die Feuerlöscher Vorschrift sind. Die Faustformel lautet seiner Auskunft nach: „Über den Daumen gepeilt ein Gerät pro 100 Quadratmeter.“ Die Gründe für die Verpflichtung, Feuerlöscher anschaffen zu müssen, sind vielfältig. Laut Wiedemann könne es eine Lagerung von Lacken ebenso erfordern wie das Hantieren mit brennbaren Flüssigkeiten oder der funkensprühende Umgang mit dem Schweißbrenner.

Selbst im Privathaushalt würde er persönlich nicht auf den Feuerlöscher verzichten wollen, schließlich kommen in Deutschland jährlich rund 350 Menschen bei Bränden ums Leben. Weitere Vorteile: „Sie schlafen besser“, sagt Wiedemann, „und können gegebenenfalls auch Einbrecher vertreiben.“ Wenn man den Feuerlöscher normal bediene, komme der Löschschaum mit 15 Bar aus der Pistole geschossen. Und die Wucht sei vergleichbar mit einem Fausthieb. Das Gegenüber gehe k. o. Allein ihm seien in seinem Umfeld zwei Fälle bekannt.

Brandschäden werden immer größer

Die drei häufigsten Ursachen für Brände sind laut Wiedemann „Fahrlässigkeit, Brandstiftung und komforttechnische Defekte.“ Die Brandschäden werden seinen Worten nach außerdem immer größer. Und der Kaufmann, der sich schon seit seiner frühesten Jugend der Natur verbunden fühlt und bis heute 145 Biotope angelegt hat, schwört auf den Ökoschaum-Feuerlöscher, von dem er viermal mehr verkaufe als von Auto-Feuerlöschern und CO2-Feuerlöschern. Lediglich zwei Dutzend der von ihm vertriebenen Geräte seien Pulver-Feuerlöscher. Denn manchmal müsse darauf zurückgegriffen werden, weil Schaum kein Gas lösche. Pulver mache jedoch eine Mordssauerei, weil es feiner als Mehl sei.

Zurück zur stolzen Bilanz des Mannes, der inzwischen als „Einzelkämpfer“ unterwegs ist, nachdem er früher 29 Mitarbeiter – Außendienstler, Schulungs- und Verkaufspersonal – beschäftigte. Er hat 2,7 Millionen Kilometer für seine Feuerlöscher zurückgelegt beziehungsweise 1,2 Millionen Tonnen Feuerlöscher und Füllmaterial umgewälzt. Und unter 200000 geprüften Geräten seien nur vier Versager gewesen.

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