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Bobingen

26.01.2021

Der Süden des Landkreises Augsburg bekommt ein eigenes Impfzentrum

In den Räumlichkeiten eines ehemaligen Supermarkts im Bobinger Zentrum wird das zweite Impfzentrum im Landkreis eingerichtet.
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In den Räumlichkeiten eines ehemaligen Supermarkts im Bobinger Zentrum wird das zweite Impfzentrum im Landkreis eingerichtet.
Foto: Elmar Knöchel

Plus In Bobingen soll neben der Einrichtung in Gablingen ein zweites Impfzentrum für den Landkreis Augsburg entstehen. Wo es liegt und ab wann dort geimpft wird.

Auch in Bobingen soll es in Zukunft den Pieks gegen Corona geben. Am Dienstag gab der Landkreis bekannt, dass dort ein zweites Impfzentrum eingerichtet wird - mit einer Einschränkung.

Der Betrieb im zweiten Impfstoffzentrum kann erst beginnen, wenn genügend Impfstoff vorhanden ist. „Die Impfstofflieferungen erreichen uns noch immer in unregelmäßigen Abständen und in sehr begrenztem Umfang“, sagt Landrat Martin Sailer.

Corona-Impfzentrum in Bobingen ist zentral gelegen

Das neue Impfzentrum liegt zentral in der Stadt, keine 100 Meter vom Rathaus entfernt. Es soll in einem ehemaligen Supermarkt, der derzeit als Lager genutzt wird, eingerichtet werden. Der Vorteil: Die rund 1100 Quadratmeter sind ebenerdig und sehr gut zu erreichen. Vor der Haustür befindet sich eine Bushaltestelle, der Bahnhof ist ebenfalls nicht weit. Außerdem befinden sich 25 Stellplätze vor dem Gebäude.

Nach der Genehmigung durch das Gesundheitsministerium und der Unterzeichnung des Mietvertrags könne das Zentrum mit einer Vorlaufzeit von rund zwei Wochen einsatzfähig sein, teilte das Landratsamt am Dienstagnachmittag mit. Den Betrieb vor Ort übernimmt wie in Gablingen das Personal des Dienstleisters Ecolog. Bei der Terminvereinbarung könne dann künftig angegeben werden, an welchem Standort geimpft werden soll.

Impfzentrum in Bobingen: Kurze Wege und Kapazitäten wie in Gablingen

Ziel sei es, der Bevölkerung im südlichen Landkreis kurze Wege zur Impfung zu ermöglichen. Der zweite Standort werde zudem die gleichen Kapazitäten haben wie das Zentrum in Gablingen: „Beide Anlagen sind räumlich und personell so konzipiert, dass dort je bis zu 1000 Impfvorgänge am Tag vorgenommen werden können“, so der Landrat.

Bei der Einrichtung in Bobingen handelt es sich nach Angaben des Landratsamts um einen Ausbau der bestehenden Infrastruktur, die bisher neben der Station in Gablingen die mobilen Teams und Impfbusse als mobile Zentren umfasst. „Mit der zweiten stationären Impfstelle richten wir uns nun darauf aus, den Impfbetrieb erheblich vorantreiben zu können“, sagt Sailer.

Kritik an Landrat Martin Sailer in der Corona-Krise

Zuletzt hatte es viel Kritik von Lesern gegeben: Sie hatten sich über die langen Wege nach Gablingen und die schwierigen Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln beschwert. Neben der Kritik wurde die Forderung nach einem eigenen Impfzentrum laut. Dazu entgegnet Landrat Sailer: „Bereits im Zuge der Eröffnung unseres ersten Zentrums in Gablingen hatten wir angekündigt, dass wir in absehbarer Zeit eine zweite Anlaufstelle im Landkreis schaffen werden." Die Vorbereitungen für ein zweites stationäres Impfzentrum im südlichen Landkreis würden seit Wochen laufen.

Bobingens Bürgermeister Klaus Förster freut sich auf das neue Impfzentrum. Er hofft auf einen positiven Nebeneffekt - wer beim Impfen war, könne noch etwas in der Stadtmitte bleiben oder seine Einkäufe in der Stadt erledigen.

Bis das zweite Impfzentrum in Bobingen eingerichtet ist, können sich die Über-80-Jährigen in Gablingen impfen lassen. Bis Dienstagabend sind dort 600 Senioren an die Reihe gekommen. Bis nächsten Dienstag sollen jeden Tag weitere 150 ihre erste von zwei nötigen Impfungen bekommen. Hinzu kommen bis dahin täglich 250 weitere Impfungen von den mobilen Teams in den Pflegeheimen.

Corona-Impfstoff ist in ganz Europa knapp

Wie berichtet, hat das Landratsamt inzwischen 3300 von insgesamt 16.000 Frauen und Männer im Alter über 80 Jahren angeschrieben, die gemäß der geltenden Richtlinien jetzt geimpft werden sollen. Die Auswahl erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Wann die nächste Gruppe an der Reihe sein wird, kann der Leiter des Landratsamts, Michael Püschel, noch nicht mit Sicherheit sagen. Wie bisher werde auch das vor allem von den Lieferungen an Impfdosen abhängen, die dem Landkreis zugeteilt werden. Möglicherweise würde die nächste Gruppe an Über-80-Jährigen in etwa zwei Wochen angeschrieben, so Püschel. "Wir hangeln uns von Woche zu Woche", erinnert er an die Schwierigkeiten, die es mit der Lieferung des Impfstoffs in der gesamten Europäischen Union gibt. "Die Knappheit gibt es überall."

Im Moment werden im Impfzentrum in Gablingen jede Stunde 37 Impfungen vorgenommen. Damit die Menschen dort nicht in der Kälte warten müssen, hat das Landratsamt neben dem schon vorhandenen Wartebereich ein beheiztes Zelt aufgebaut, damit niemand im Schnee stehen muss. Da der Platz rund um das Impfzentrum begrenzt ist, bittet das Landratsamt, möglichst pünktlich zum vereinbarten Termin zu kommen, maximal 15 Minuten zuvor.

Weil der bislang verfügbare Impfstoff gegen das Coronavirus so schwierig aufzubewahren ist, wird bislang nur in speziell ausgerüsteten Impfzentren geimpft.
Foto: Marcus Merk

Wer nicht mit dem Auto kommen kann oder will, für den wird gerade in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gablingen ein Shuttlebusservice vom Bahnhof zum Impfzentrum und zurück während der Öffnungszeiten eingerichtet, teilt das Landratsamt mit. Der Bus soll nicht zu festen Zeiten, sondern nach Bedarf fahren. Bislang jedoch, so das Landratsamt in einer Pressemitteilung, habe noch niemand nach dem Bus gefragt.

Der Landkreis plant einen weiteren Service: Wer über 80 Jahre alt ist und nicht mehr selbst zum Impfzentrum kommen kann, der soll demnächst nach Terminabsprache von einem mobilen Impfteam besucht werden.

Der Corona-Impfstoff des Hersteller Biontech-Pfizer muss bei genau bestimmten Temperaturen aufbewahrt werden.
Foto: Marcus Merk

Doch vor der Impfung steht die Anmeldung. Die hat beispielsweise bei Hubert Kaiser aus Gablingen noch nicht geklappt. Der 86-Jährige hatte es am Samstag, als die Telefonnummer für die Anmeldung freigeschaltet wurde, zweimal probiert, war jedoch über die Warteschleife nicht hinausgekommen. Einmal hatte er sogar 40 Minuten gewartet. Michael Püschel weiß, dass es diese Schwierigkeiten am Samstag vor allem am Vormittag gab. Immerhin haben sich seitdem 1000 Frauen und Männer für eine Impfung angemeldet.

Landratsamt Augsburg: Nur noch kurze Wartezeiten bei der Anmeldung

Inzwischen seien die Wartezeiten im Durchschnitt nur noch wenige Minuten lang. Nach der Anmeldung ruft das Amt zurück, um den Impftermin durchzugeben. Und da müsse sich niemand sorgen machen, diesen wichtigen Anruf zu versäumen, so ein Sprecher des Landratsamts: Man könne sowohl die Nummer eines Mobiltelefons angeben, als auch mit einer Nachricht auf dem Anrufbeantworter rechnen.

Corona-Impfung: Antrag auf Einzelfallentscheidung

Nicht allein die erste Gruppe der Über-80-Jährigen, die nicht in einem Pflegeheim lebt, kann sich inzwischen zur Corona-Impfung in Gablingen anmelden. Als eine der ersten Kreisverwaltungsbehörden in ganz Bayern hat der Landkreis Augsburg bereits vergangene Woche eine Einzelfallkommission eingerichtet, die sich in wöchentlichen Sitzungen in medizinischer und rechtlicher Sicht objektiv damit auseinandersetzt, ob in bestimmten Fällen eine vorgezogene Impfung möglich ist. Diese neu eingerichtete Einzelfallkommission entscheidet nach den Vorgaben des Bundes und ist über mehrere Wege erreichbar:

  • Per E-Mail an einzelfall@LRA-a.bayern.de
  • auf dem Postweg an Staatliches Gesundheitsamt – Einzelfallkommission, Prinzregentenplatz 4, 86150 Augsburg
  • per Fax an 0821/3102-1101.

Neben den kompletten Kontaktdaten wird eine stichhaltige Beschreibung der individuellen Umstände erwartet, nach denen eine Einzelfalleinstufung in Frage kommen könnte. (AZ)

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