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Bobingen

07.06.2018

Der Wendelinsmarkt wächst weiter

So viele freie Parkplätze an der Liebigstraße unten links, am Glockerweg Mitte links und am Wendelinsmart gibt es selten.
Bild: Karl Rosengart

Norma baut in Bobingen aus. Die Stadt will den Markt an seinem Ort halten, stellt aber klare Bedingungen in Sachen Parkplätze.

Der Supermarkt am Wendelinsmarkt in Bobingen will sein Geschäft um gute hundert Quadratmeter erweitern. Platz ist dazu nur in Richtung der vorgelagerten Parkplätze und der Verlängerung des Glockerweges, der von Fußgängern. Radlern und Autofahrern ebenso benutzt wird, wie von Lieferwagen. Der Platz würde dafür noch enger, doch der Bauausschuss der Stadt Bobingen hat seine Gründe, alle Augen zuzudrücken.

Signal für Milde

Einstimmig erteilte er seine Zustimmung – allerdings unter der Bedingung, dass der Eigentümer den schon bisher fehlende Nachweis ausreichender Stellplätzen nachreicht und die genaue Wegeführung mit der Stadt abgestimmt wird. In der Diskussion ging es um bereits jetzt fehlende Parkplätze und um ein Signal an die Stadt, warum diese hier Milde walten sollte.

Laut Ratsherrn Herwig Leiter gibt es eine klare Position“ der Geschäftsführung der Supermarktkette: „Wenn keine Erweiterung möglich ist, dann ist die Zukunft des Geschäfts auf Dauer nicht gesichert,“ erfuhr Leiter. Zu diesem Zitat kommt eine Anmerkung des Gebäudeeigentümers gegenüber dem Bauamt. Demnach habe die Supermarktkette ihm gegenüber erläutert, alle Märkte würden vergrößert, um der heutigen Marktlage gerecht zu werden.

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Warum die Stadt Norma halten will

Aus Sicht der Stadtentwicklung ist letzteres auch für Bobingen ein wichtiger Punkt. Alle Ratsmitgliedern im Ausschuss betonten, wie wichtig ein solcher Supermarkt für die Nahversorgung der Stadt sei.

Es scheint eindeutig: Die Stadt will den Norma an dieser Stelle halten. Ein wirtschaftliches Gedeihen liegt im Interesse der Nahversorgung der umliegenden Bevölkerung und der Stadtentwicklung.

Probleme tun sich jedoch bautechnisch und verkehrlich auf. Zum Hintergrund: Ursprünglich gab es am Wendelinsmarkt eine Edeka-Filiale. Als diese schloss, bot sich ein Investor an, 1,8 Millionen Euro in die Weiterentwicklung des Wendelinsmarktes zu stecken.

Das Thema hat eine Vorgeschichte

Dies geschah nicht zum ersten Mal. Stufenweise wurde das Areal des einstigen Gasthofs Schempp – zu dem inzwischen ein Hotel, verschiedene Gastronomieeinrichtungen, Läden und mehrere Arztpraxen gehören – in der Vergangenheit immer wieder umgebaut, erweitert und modernisiert. So hatte es unsere Zeitung damals berichtet.

2007 verpachtete die Stadt ihre benachbarte Wiese an der Bischof-Ulrich Straße an den Investor, um den Edeka an dieser Stelle zu ersetzen und den Wendelinsmarkt als Nahversorgungszentrum für den Norden der Stadt auszuweiten. Tatsächlich reicht sein Einzugsgebiet inzwischen deutlich sichtbar darüber hinaus.

Die Wiese wurde 2008 nahezu vollständig überbaut und der einst durchgängig befahrbare Glockerweg an dieser Stelle unterbrochen. Die Stadt verlangte jedoch ein öffentliches Wegerecht für Fußgänger und Radler – nicht nur für Kunden, sondern zum Beispiel auch für Schulkinder aus Bobingen-Nord.

Wie sich nun in der Beratung des Bauauschusses zeigte, wurde der Geh- und Radweg damals nicht dringlich gesichert mit genauer Lageangabe. So wird sein Verlauf nun nochmals Verhandlungsthema sein. Der Investor will ihn durchaus erhalten, jedoch wird der freie Raum zwischen Norma und Parkplätzen schmäler. Laut Bauamt beträgt er jetzt an engster Stelle etwa zehn Meter. Um Platz für den 5,5 Meter tiefen und 22 Meter breiten Vorbau zu bekommen, werden die Fahrradabstellplätze aufgelöst und der Abstellplatz für Einkaufswagen wird zu den Parkplätzen verlegt. Das reicht jedoch nicht, um Radweg und Fahrgasse in voller Breite zu erhalten. Eine Sicherung für Fußgänger ist in der Planung bereits vorgesehen. Poller sollen ihnen einen 1,5 Meter Streifen sichern.

Hier gibt es Klärungsbedarf

Um Klärung im Detail geht es der Stadt auch noch wegen der nötigen Stellplätze. Die Parkplatznot ist im Laufe der vergangenen zehn Jahre am Wendelinsmarkt nicht geringer geworden. Das große Angebot an Handel und Dienstleistern zieht auch viele Autos an.

Nun wurde zudem bekannt, dass der Gebäudekomplex auf der ehemaligen Wiese schon bislang nicht die erforderlichen Stellplätze anbietet. Das hat möglicherweise damit zu tun, dass für das Bauwerk von 2008 ursprünglich im wesentlichen nur der Norma, eine Bäckerei und ein Friseur als Nutzer vorgesehen waren. Später zogen  jedoch eine Arztpraxis und ein kleiner Laden an der Straßenseite ein.

Der Bauausschuss nahm dies zum Anlass, nun beim Ausbau auf eine Bereinigung der Stellplatznot am Wendelinsmarkt zu drängen. Unter diesem Vorbehalt steht seine Zustimmung zu den Ausbauplänen.

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