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Königsbrunn

29.01.2019

Die Feuerwehr hat einen neuen Kommandanten

Nach der Neuwahl übergab Rainer Schmid (links) seinen Helm an seinen Nachfolger Thorsten Hahn. Der Stadtrat muss die Wahl noch bestätigen.
Bild: Hermann Schmid

Rainer Schmid übergibt den Posten nach 14 Jahren an Thorsten Hahn. Im abgelaufenen Jahr hatte die Königsbrunner Wehr einige spektakuläre Einsatze.

Ein großer Personalwechsel in der Führungsriege der Freiwilligen Feuerwehr ging bei der Jahreshauptversammlung über die Bühne. Nach zwölf Jahren trat Rainer Schmid nicht mehr zur Wahl des 1. Kommandanten an. Berufliche und private Veränderungen werden dem 44-Jährige künftig keine Zeit mehr lassen für dieses Amt. An seine Stelle wählten die Aktiven den bisherigen 2. Kommandanten Thorsten Hahn.

109 „aktiven Feuerwehrdienstleistende“ (darunter 14 Frauen) zählt die Wehr, dazu noch 20 Jugendfeuerwehrler. 2018 sind die Aktiven zu 295 Einsätzen ausgerückt war – fast ein Spitzenwert für Königsbrunn. Im Jahresschnitt entfielen 32 Einsatzstunden auf jeden. Durchschnittlich 56 Stunden für Übungen und Schulungen kamen pro Aktivem hinzu, sagte Schmid.

35 Einsätze der Königsbrunner Feuerwehr haben mit Feuer zu tun

Nur 35 Einsätze, gerade mal zwölf Prozent, hatten mit Feuer zu tun. Der größte war ein Vollbrand in einem Dachgeschoss in der Enzianstraße. Hilfeleistungen machten 2018 mehr als die Hälfte aller Einsätze aus. Die decken ein breites Spektrum ab: von 52 Wohnungsöffnungen bei Gefahr über zehn Rettungen aus Wohnungen bis zu Sicherungs- und Aufräumarbeiten nach Verkehrsunfällen (davon neun in der Stadt, aber 15 auf der B 17). Heitere Momente gab es, als die Wehr am 26. Februar mehrere Kälber, die Ladung eines verunglückten Tiertransporters, mit Leitern am Ausbüchsen hindern musste. Jeder vierte Einsatz war ein Fehlalarm, zum Teil auch ausgelöst durch eine „übertriebene Notruf-Mentalität“, sagte Rainer Schmid.

Mit jeweils 34 Einsätzen waren Januar, Mai und Juni die intensivsten der Wehr. Schmid hob auch noch seinen Stellvertreter Thorsten Hahn hervor, der 2018 bei 188 Einsätzen präsent war: „Ein Spitzenwert!“ Bewährt habe sich auch das neue Kleinalarmfahrzeug der Wehr. Es wurde Mitte Juni offiziell in Dienst gestellt und war 2018 schon 74 mal im Einsatz.

In seinem Grußwort ging Bürgermeister Franz Feigl auf diese Statistik ein. Der demografische Wandel werde der Wehr künftig noch mehr Wohnungsöffnungen und Bergungen bescheren, sagte er. Er dankte der Wehr für ihre Einsätze. „Da ist jeder dankbar, wir haben nur Sie.“

Königsbrunner Frauen-Gruppe beeindruckt die Kameraden

Im Ausbildungsbericht listete Theo Schwab die Details der umfangreichen Aus- und Fortbildung auf. Von zwei Gruppen bei der Leistungsprüfung Löscheinsatz war 2018 eine komplett weiblich. Er erläuterte, dass unter medizinischen Gesichtspunkten die sogenannte „Grenzhublast“ bei Frauen deutlich niedriger anzusetzen sei als bei Männern. Sie müssen aber dieselbe Ausrüstung nutzen. „Sie haben körperliche Unterlegenheit durch mentale Stärke kompensiert“, sagte Schwab. „In 18 Jahren habe ich keine Gruppe gesehen, die so aufgedreht und sich so belohnt hat.“

Jugendleiter Stephan Bamberger informierte, dass bei der Jugendfeuerwehr aktuell 22 Feuerwehranwärter unter 18 Jahren sind. Zehn Jugendliche und vier Erwachsene seien 2018 dazu gekommen: „Wir haben keine Nachwuchssorgen.“

Bei der Wahl zur Führung der Wehr kandidierte zum 1. Kommandanten nur Torsten Hahn und erhielt von den 87 Wahlberechtigten (bei einer Enthaltung) alle Stimmen. Für den 2. Kommandanten kandidierte nur Helmut Peischl, er erhielt 78 Stimmen.

Ruhiger Schlaf auch nach 3312 Einsätzen

Kurz vor den Neuwahlen hatte Rainer Schmid nochmals die Entwicklung der Wehr in seinen zwölf Jahren als Kommandant skizziert – auch anhand von Artikeln unserer Zeitung. Er habe ab 2007 als Nachfolger von Manfred König „große Fußstapfen ausfüllen müssen. Wegmarken in der Entwicklung der Wehr waren etwa die Öffnung für Frauen im aktiven Dienst, der Anbau des Unterrichtsraums, die Anschaffung neuer Fahrzeuge und die neue Einsatzleitzentrale. Insgesamt 3312 Einsätze habe die Wehr unter seiner Verantwortung geleistet, sagte Schmid: „Und ich kann immer noch ruhig schlafen – weil wir ein tolles Team sind!“ Bei seinen letzten Sätzen war in seiner Stimme zu hören, wie sehr ihn der Abschied bewegte: „Danke schön, Kameraden! Es war eine schöne Zeit!“

Lesen Sie auch: Abschiede beim Königsbrunner Feuerwehr-Verein

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