Kultur

04.11.2019

Die Magie der Linie

Im Fachgespräch zur richtigen Größe von Bildern: Künstler Eugen Wilfried Müller (links) mit Kunstvereinsvorsitzendem Rainer Ehrhard.Foto: Ingeborg Anderson

Im Kunstverein zeigt Eugen Wilfried Müller Abstraktes in großen und kleinen Formaten

Ein großformatiges abstraktes Gemälde in vitalem Rot empfängt derzeit die Besucher des Unteren Schlösschens. Es ist gleichzeitig die farblich signifikanteste Arbeit der neuen Ausstellung in der Galerie im Unteren Schlösschen: Eugen Wilfried Müller aus Oberreute im Allgäu ist der Künstler, der hier mit großformatigen Öl-Acryl-Bildern und Monotypien in kleineren Formaten, Einblicke in seine Arbeit gibt.

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„Das ist keine leichte Kost“, bemerkte Kunstvereinsvorsitzender Rainer Ehrhard, als er die etwa 30 Gäste der jüngsten Vernissage begrüßte. Von den Werken des Künstlers und von seinem Werdegang zeigte er sich sehr beeindruckt: Eugen Wilfried Müller hatte nach einer Schriftsetzerlehre ein Kunststudium absolviert und war als Dozent an der Fachoberschule und der Universität Augsburg tätig. Lang ist die Liste seiner Preise. Und noch länger die der Ausstellungen deutschlandweit und international, die ihn in Länder wie Japan, Ägypten, Schweden oder Großbritannien führten.

Seiner Bobinger Ausstellung hat der Künstler den Titel „Magie der Linie“ gegeben. Diese Linien sind mal haarfein und gerade und formieren sich zu exakten Rastern in den Monotypien. Oder sie reihen sich – wie in den großen Formaten – gewunden und gekrümmt auf der Bildfläche zu Chiffren, die das Auge versucht ist, zu lesen. Auffallend ist, dass der Künstler sich in jeder seiner Arbeiten auf wenige Farben beschränkt, oder gar monochrome Tendenzen zeigt. In den Drucken dominiert Schwarz in Kombination mit etwa Gelb, Blau oder Rot.

Die Magie der Linie

Kunstvereinsvorsitzender Rainer Ehrhard verriet, dass ihn besonders die großen Bilder ansprechen: „Abstraktes wird für mich umso greifbarer, je größer das Format ist“, sagte er. Aber er verriet auch, was es Besonderes mit den Tuschezeichnungen, auf denen mit dem Pinsel gezogene Linien endlos ineinander verwunden sind, auf sich hat. Sie sind das Ergebnis eines Experiments, bei dem der Künstler den Pinsel an einem Zahnrad befestigte und somit dessen Bewegungen aufzeichnete.

Hier offenbart sich eine wichtige Facette im Schaffen von Eugen Wilfried Müller: die Neugier, im Experiment Neues in Techniken und Formen zu entdecken, neue Erfahrungen zu machen. Das bestätigt auch ein kurzer Text des Künstlers, in dem er beschreibt, warum er immer wieder diese Grenzerfahrungen zu sammeln sucht, die den Horizont erweitern und anregend sind: „Es wird eine innige Beziehung zu neuen Formen aufgebaut, die Begreifliches überdimensional unbegreifbar machen“, schreibt er da.

Neues war anlässlich der Vernissage auch akustisch zu vernehmen –nämlich der faszinierende Klang eines sogenannten Hang. Es wurde vor 20 Jahren erst entwickelt und besteht aus halbkugelförmigem Stahlblech mit verschiedenen Klangfeldern. Und Marius Simon Müller, der Sohn des Künstlers, entlockte dem Instrument eine erstaunliche Vielfalt an Tönen und Klängen.

ist noch bis zum 17. November in der Galerie im Unteren Schlösschen, Römerstraße 73 zu sehen. Geöffnet ist am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

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