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Kommunalwahl

12.12.2019

Die SPD sagt „Hey Königsbrunn!“

Diese Kandidaten belegen die ersten zehn Plätze auf der SPD-Liste für die Kommunalwahl 2020. In der Mitte (mit Brille) Bürgermeisterkandidat Nicolai Abt, der die Liste anführt. Die SPD Königsbrunn nominierte am 11. Dezember 2019 im Hotel Krone ihre Kandidaten für die Wahlen zum Bürgermeiste und zum Stadtrat am 15. März 2020.
Bild: Hermann Schmid

Die Sozialdemokraten wollen mit dem parteilosen Nicolai Abt das Rathaus erobern. Was bei der Nominierungsversammlung inhaltlich diskutiert wurde.

Mit „Hey Königsbrunn!“ beginnen die Videos, die Nicolai Abt seit September auf Facebook und Instagram zu Königsbrunner Themen veröffentlicht hat. Mit „Hey Königsbrunn“ eröffnete er auch seine Vorstellung bei der Nominierungsversammlung der Königsbrunner SPD am Mittwochabend im Hotel Gasthof Krone. Zum Auftakt ließ er das erste dieser Videos ablaufen, in dem er die Entscheidungen einer Mehrheit im Stadtrat zur künftigen Entwicklung des Thermen-Areals unter anderem mit dem Argument kritisiert: „Wir brauchen kein Vereinsheim!“ Das Video endet, wie die meisten von ihm, mit der Aussage: „Ganz ehrlich, Königsbrunn, das können wir besser!“

Diese Videos, so hieß es am Mittwochabend, habe die Königsbrunner SPD auf den Mann mit dem markanten Bart und der großen getönten Brille aufmerksam gemacht. Jetzt haben 18 Parteimitglieder, bei einer Gegenstimme, ihn zu ihrem Kandidaten für das Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 nominiert. Knapp ein Drittel der 65 Sozialdemokraten in der Brunnenstadt waren dazu gekommen. Einstimmig wurde die Liste der Stadtratskandidaten beschlossen. Bei der Besetzung einzelner Listenplätze hatte es in drei Fällen je eine Nein-Stimme sowie insgesamt sechs Enthaltungen gegeben.

Nicolai Abt lebt seit 19 Jahren in Königsbrunn

Der 43-jährige Abt, so stellte er sich vor, ist in Rothenburg ob der Tauber aufgewachsen, hat nach Abitur und Wehrdienst in Herzogenaurach eine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert und dann in dieser Branche in München gearbeitet. Seit 19 Jahren lebt er in Königsbrunn, seit 16 Jahren ist er selbstständig, seit 2007 hauptsächlich tätig im Bereich Baubetreuung und der Entwicklung von Immobilien. „Eher als Hobby“, so Abt, habe er von 2009 bis 2013 daneben die Bar „Nektar & Ambrosia“ im Augsburger Domviertel betrieben.

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Als Bürgermeister will Abt „Königsbrunn als Stadt wieder für alle attraktiv machen“, sie solle wieder „alltagstauglich“ werden, „damit wir nicht mehr für jede Besorgung, für Freizeit und Vergnügen in die Stadt fahren müssen“. Am Herzen liege ihm auch, mehr bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Dafür sei das aktuell im Rat diskutierte Einheimischen-Modell zum Erwerb von Baugrund nicht der richtige Weg, die Stadt müsse selbst mehr bauen. Das sei aber nur zu finanzieren, wenn man mit einem weiteren Gewerbegebiet und aktiver Ansiedlung für mehr Einnahmen sorge.

SPD-Kandidat wünscht sich mehr Sachlichkeit

Weitere Themen seiner Kandidatur sind ein Familienbad mit Sauna, leistungsfähige Busverbindungen aus dem Süden der Stadt zur Tram sowie ganzjährige Gastronomie und Toiletten am Ilsesee. Außerdem will Abt „in das Gremium Stadtrat ein wenig mehr Sachlichkeit reinbringen, einen menschlicheren Umgang miteinander“. Denn alle im Rat würden ja für die Bürger kämpfen. Abt räumte ein, er kenne sich „nicht mit Verwaltung aus“, sei aber recht gut darin, sich „schnell und zielgerichtet in neue Strukturen einzuarbeiten“.

Nach seiner Vorstellung ergriff Florian Kubsch das Wort und erläuterte, warum er Abt als Bürgermeisterkandidaten unterstütze. Der schaffe es, Menschen wieder für Politik zu interessieren. Bei der Haltung zur Zentrumsentwicklung und auch bei sozialen Themen liege Abt mit der SPD auf einer Wellenlänge. Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert Kubsch noch, warum er nicht wie 2014 selbst antrete: „Mein persönliches Leben hat sich weiterentwickelt, mein Drang nach dem Bürgermeisteramt ist nicht mehr so groß.“

In der Aussprache meldete Max Hochholder, seit Sommer 2019 „Gastmitglied“ der SPD, zu einem von Abts Punkten Widerspruch an: „Als SPD brauche ich keine Gastronomie am Ilsesee, wichtiger wäre ein neuer Raum für den Weltladen.“ SPD-Sympathisant Gerhard Mühsam warnte davor, sich im Wahlprogramm nur auf die Therme zu stürzen und beide Seiten der Bgm.-Wohlfarth-Straße mit Wohnungen zu pflastern.

Bürgermeisterkandidat Nicolai Abt verwies auf die für den 14. Dezember angesetzte Klausurtagung der SPD, bei der das Wahlprogramm „demokratisch festgelegt“ werde. Den Termin, so erläuterte Ortsvorsitzende Andrea Collisi gegenüber unserer Zeitung, habe man bewusst nach der Nominierung gelegt, damit sich die Stadtratskandidaten noch einbringen können.

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