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Königsbrunn

27.12.2017

Die Sterne tragen die Erinnerungen

Die Königsbrunner Autorin Nathalie Salem liest im Planetarium aus ihrem Buch Elinas Reise zu den Sternen. Das Plakat zur Veranstaltung hat Salem, die sich auch einen Namen als Malerin gemacht hat, selber gestaltet.

Nathalie Salem greift in ihrem Buch Elinas Reise zu den Sternen das Thema Sterben kindgerecht auf. Dazu hat sie eine junge Urlaubsbekanntschaft inspiriert. In Augsburg gibt es  ganz besondere Lesungen.

Hier passt der Veranstaltungsort wie das berühmte Tüpfelchen zum i: Nathalie Salem liest ihr Buch „Elinas Reise zu den Sternen“ im Augsburger Planetarium. Während sich die Kinderbuch-Heldin traumhaft auf ihre Reise zu den Himmelskörpern begibt, leuchten auch auf der künstlichen Himmelsphäre die Gestirne und die passende Musik zu den einzelnen Textstellen unterstreicht das Erlebnis.

Das Buch der Königsbrunner Autorin erschien bereits 2006 im Froh-und-Frei-Verlag und richtet sich insbesondere an Kinder ab sieben Jahre. Die fantastische Erzählung nimmt den Leser mit auf eine Reise und soll allen Mut machen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Das Buch betrachtet das Tabuthema Tod auf kindgerechte Art unter philosophischer und spiritueller Sichtweise.

Elina ist zwölf Jahre alt und ihre Oma ist gerade gestorben. Aber die Oma kann doch nicht einfach so weg sein. Die Erwachsenen weichen den Fragen der Buchheldin aus. Doch im Traum erscheint dem Mädchen ein Wesen von einem anderen Stern, das der kleinen Erdenbewohnerin den Herzenswunsch erfüllen will, noch einmal die Oma zu treffen. In einem Ritual der Sternengeschwister kann sich die Enkelin dann von der Großmutter verabschieden.

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Inspiration durch eine Zehnjährige

„Das Buch ist entstanden durch die Begegnung mit Menschen“, erzählt Salem. Besonders inspiriert wurde sie durch viele Wanderungen mit einer zehnjährigen Österreicherin. Das Mädchen war die Enkelin eines Bergbauern, der unweit von Salems Urlaubshütte seinen Hof bewirtschaftete: „Sie zeigte mir ihre geheimen Orte, von denen sie glaubte, dass dort Feen leben.“ Eines Abends war das Duo spät dran, die Dämmerung brach ein und erste Sternen blinkten auf. Da vertraute das Mädchen der Besucherin an, sie glaube, dass die Sterne im Himmel die Verstorbenen sind, die für die Menschen auf der Erde leuchten, sodass wir uns an sie erinnern können. „Das hat mich so berührt, dass ich daraus die Geschichte geschrieben habe“, erzählt Salem. Inspirierend sei auch ihre Schwangerschaft gewesen, in der sie viel über das entstehende Leben nachdachte, sagt die Autorin. Und die Begegnung mit einer 14-Jährigen, die berührende Gedichte schrieb, von denen eins in das Buch von Salem Eingang fand. Salem ist in Damaskus geboren und in Deutschland aufgewachsen, ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Libanese, den sie aber erst als Erwachsene bewusst kennenlernte. „Die Suche, woher wir kommen und wohin wir gehen, ist auch Teil meiner Biografie.“

Schon zwei Lesungen im Planetarium

Zwei Lesungen mit Nathalie Salem gab es bereits im Planetarium, davon eine mit der Kindertrauergruppe des Augsburger Hospizvereins Albatros. Bei der zweiten Lesung war das Publikum sehr gemischt, berichtet die Autorin. Neben Kindern und Jugendlichen kamen auch Erwachsene. Eine Frau sei im Anschluss zu ihr gekommen und habe gesagt: „Schade, dass die Lesung nicht vor zwei Jahren gemacht wurde, da hätte ich es sehr gebraucht.“

Die Lesung sei in einem schönen Ambiente, freut sich Salem. Hierzu haben besonders die Visualisierungen unter der künstlerischen Leitung von Jessica Treffler und Ines Kaiser-Bischoff beigetragen. Das Planetarium-Team nimmt immer wieder Themen zum Lebenskreislauf auf und will diese sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus philosophischer Sicht beleuchten. Die dritte und vorerst letzte Planetariumslesung wird am Sonntag, 28. Januar 2018, folgen. Start ist um 10.30 Uhr, der Eintritt beträgt acht Euro für Kinder und zehn Euro für Erwachsene.

Hinweis: Elinas Reise zu den Sternen von Nathalie Salem erschien im Froh-und-Frei-Verlag. Das Buch ist direkt beim Verlag oder über die Autorin zu beziehen, ISBN 978-3-939881-01-8. www.nathalie-salem.de

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