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Königsbrunn

06.10.2019

Diese Meisterschaft kommt sie teuer zu stehen

Laura Kirschner (11) aus Königsbrunn hat es zusammen mit Emelie Brauchle (16, rechts) und Lucia Gaag (15, links ) zur Sportakrobatik-Europameisterschaft in Israel geschafft. Die drei Mädchen trainieren beim TSV Friedberg.
Bild: Felix Kuntoro

Laura Kirschner fährt mit nur elf Jahren zur Sportakrobatik-EM nach Israel. Doch dafür muss sie zahlen. Die Eltern haben eine Idee.

Für Deutschland bei der Sportakrobatik-EM in Israel antreten, und das schon im zarten Alter von elf Jahren – darauf kann Laura Kirschner mehr als nur stolz sein. Die Königsbrunnerin trainiert seit fünf Jahren zusammen mit Lucia Gaag (15) und Emelie Brauchle (16) beim TSV Friedberg, das Trio ist inzwischen ein eingespieltes Team und äußerst erfolgreich.

Sie wirbelt gerne durch die Luft

Bei Wettkämpfen ist es meist Laura, die durch die Luft wirbelt und wieder sicher in den Armen der beiden anderen landet. „Fliegen und Hochstände machen mir am meisten Spaß“, berichtet die junge Athletin vom EM-Lehrgang in Aalen. Sie freue sich schon auf die Zeit mit den anderen Sportlern der deutschen Nationalmannschaft.

Laura, Lucia und Emelie sind zwar die einzigen Teilnehmer aus Bayern – die anderen aus dem Team kenne sie aber trotzdem schon, sagt Laura.

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1400 Euro Reisekosten beim Ziel Israel

Doch die Reise zur EM, die vom 24. bis zum 27. Oktober in Holon südlich von Tel Aviv ausgetragen wird, hat im wahrsten Sinne des Wortes ihren Preis: Die Athleten müssen alle Kosten selbst tragen. Weil die Sportakrobatik keine olympische Disziplin ist, gibt es keine Förderung vom deutschen Staat. Für Laura und ihre beiden Kolleginnen bedeutet das Kosten von je 1400 Euro. Damit die Familien um die drei Sportlerinnen nicht den ganzen Betrag selbst stemmen müssen, haben sie eine Sammelaktion gestartet. Ihr Ziel sind 4000 Euro, die am Ende durch vier geteilt werden sollen: Auch der ehrenamtliche Trainer soll einen Teil bekommen. Er opfert beim Üben mit dem Trio viel Zeit und fliegt auch selbst mit zur EM.

2200 Euro sind bereits zusammengekommen, 4200 müssen es insgesamt sein. 34 Spender vermeldet derzeit die Internetseite. Für die haben sich die drei Familien der Athleten ein Dankeschön ausgedacht: Je nach Wunsch und Spendenhöhe sollen sie eine Postkarte vom Wettkampf bekommen, ein Selfie mit den Mädchen machen oder bei einer Trainingseinheit zuschauen dürfen.

Doch das gestaltete sich komplizierter als gedacht, denn Lauras Mutter Bianca Kirschner musste das Versprechen vor Kurzem von der Webseite nehmen. Der Verkauf von Dienstleistungen verstoße gegen die Geschäftsbedingungen, richtete die Spendenplattform aus. Nun überlegt sich Bianca Kirschner, wie sie mit den Spendern auf anderem Wege Kontakt aufnehmen kann, um sie zum Beispiel zu einem Training einzuladen.

Spenden sind hier möglich. Die Aktion läuft noch bis Sonntag, 13. Oktober.

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