Newsticker

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die belgische Provinz Antwerpen
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Ein Abschied von der Schule nach über 41 Jahren

Bobingen

26.07.2019

Ein Abschied von der Schule nach über 41 Jahren

Im Abschiedsinterview mit ihren letzten Schülern fasste Iris Schäffler 41 Jahre Schulzeit zusammen.
Bild: Anja Fischer

Iris Schäffler beendet in Bobingen ihren Dienst als Konrektorin an der Singold-Grundschule. Sie erinnert sich an Ziele und Erfahrungen. Ein bisschen Wehmut schwingt dabei mit.

Für Iris Schäffler, Konrektorin an der Grundschule an der Singold, sind die letzten Unterrichtstage vorbei. Nicht nur für das laufende Schuljahr, sondern für immer, denn nach 41 Jahren an der Schule tritt sie zum 1. August in die Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit ein. Dann wird sie nicht mehr zwischen Ferien- und Schulzeit unterscheiden müssen.

Ein Interview von und mit Kindern

Ein bisschen wehmütig ist Iris Schäffler nach so langer Zeit schon. Aber die beliebte Lehrerin hat schon einige Pläne gemacht, um ihren Alltag künftig zu füllen: „Ich habe mich schon zu Gitarrenstunden angemeldet, möchte endlich von meinen eigenen Bildern Fotobücher erstellen, eine weitere Fremdsprache erlernen und viele Reisen unternehmen“, zählt sie auf. Und natürlich sollen auch Familie und Enkelkinder mehr von ihr haben. Nur ungern lassen ihre Schüler sie ziehen. Ein abschließendes Interview mit ihrer Lehrerin soll im diesjährigen Jahresbericht erscheinen. Im Gespräch mit den Schülern wird klar: Unterrichten war für Iris Schäffler stets mehr als nur eine Arbeit. Es war ihre Lebensaufgabe, die ihr viele schöne Erinnerungen hinterlässt. Aber auch einige traurige, wie sie den Kindern erzählt: „Wenn Kinder zu Hause geschlagen werden und wir einschreiten müssen, weil diese Angst haben, nach Hause zu gehen – dann sind das traurige Tage.“ Doch die glücklichen Erinnerungen überwiegen.

Berufsentscheidung schon in der zweiten Klasse

Die Entscheidung, später einmal Lehrerin zu werden, traf Iris Schäffler schon in der zweiten Klasse ihrer eigenen Schulzeit. „Da hatte ich eine Lehrerin, die war gar nicht toll und da dachte ich mir, ich muss selbst Lehrerin werden und das besser machen“, verrät sie. Überhaupt sei ihre eigene Schulzeit in der Grundschule sehr streng gewesen. Vorbilder für ihre eigene berufliche Zukunft fand Schäffler erst in einer Lehrerin am Gymnasium, die die Schüler ernst genommen habe. Ein Ansatz, den auch Iris Schäffler stets praktizierte. Und als sie selbst junge Lehrerin war, war es der ehemalige Rektor Winfried Blümelhuber, der ihre Wege beeinflusste. In ihrem Berufsleben freute sich Iris Schäffler immer besonders mit, wenn ihre Schüler Neues lernten und Erfolge hatten, wie sie erzählt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Alle vier Klassen unterrichtete sie an der Grundschule, besonders gern mochte sie die Fächer Ethik und Kunst. Ob sie gerne Noten gegeben habe, wollen die Schüler von ihr wissen. „Bei guten Noten schon“, lacht Iris Schäffler und verrät: „Bei schlechten Noten habe ich immer mit den Kindern mitgelitten, vor allem wenn ich wusste, dass die Kinder sich sehr angestrengt haben und es trotzdem nicht besser ging.“

In den letzten Jahren war Iris Schäffler als Konrektorin an der Schule tätig. In ihr Arbeitsressort fielen die Organisation der „Elefantenrunde“, einem Mitspracheinstrument für Schüler, die Schuleinschreibung und die Ganztagesklassen. Gefragt nach dem, was besonders schwierig gewesen sei, ist ihre Antwort eindeutig. „Das Personal zu finden, vor allem für den Ganztag.“

Die Gesellschaft ändert sich - und auch die Schule

Wenn Iris Schäffler auf die Anfänge ihres Berufslebens zurückblickt, muss sie feststellen, dass sich „Schule“ seither stark verändert hat. „Die Gesellschaft hat sich verändert und damit auch die Schule“, stellt sie fest. Die große Informationsflut verunsichere viele Eltern. Viel Erziehungsarbeit lande damit in der Schule. Auch die Kinder seien unruhiger. „Dafür haben sie aber viel mehr Sachwissen, wenn sie in die Schule kommen“, hat die Pädagogin festgestellt und sagt klar: „Die Kinder sind nicht schlimmer als früher. Aber anders. Da müssen sich die Lehrer halt anpassen und damit umgehen.“ Wichtig sei es, einen Wertekanon zu vermitteln, denn Kinder brauchen Orientierung. Iris Schäffler wird „ihre“ Kinder vermissen, so viel steht fest. Viele Bobinger hat sie durch die ersten Schuljahre begleitet, ganze Generationen miterlebt. Was sie ihren Schülern immer mit auf den Weg gab? „Ich finde es immer wichtig, dass die Kinder einer Klasse zusammenhalten“, meint sie und verweist auf einen Spruch im Klassenzimmer: „Keiner kann alles. Jeder kann etwas. Gemeinsam schaffen wir es“, steht darauf. „Entdeckt, was ihr gut könnt, entdeckt eure Talente und stellt sie anderen zur Verfügung“, ermuntert Iris Schäffler ihre Schüler. Jetzt darf auch sie erst einmal die anstehenden Ferien genießen. Und danach ihre lange Freizeit.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren