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Kultur

19.11.2019

Ein Konzert erzählt Geschichte vom Mindelblech

Die Original-Mindelblech-Musikanten mit ihrem Dirigenten Erhard Weber (vorne) ließen ihre Instrumente nicht nur klingen, sondern rückten sie auch ins Rampenlicht.
Bild: Hieronymus Schneider

Musikanten blicken mit vielen Anekdoten auf 15 Jahre ihres Wirkens zurück

Mit dem Stück „Grüß Gott, ihr Freunde all“ begrüßten die Original-Mindelblech-Musikanten die Besucher im nicht ganz voll besetzten Schützenheim von Scher-stetten zu ihrem Herbstkonzert. Damit war das Motto des Abends schon ausgegeben, denn viele Freunde aus dem 15-jährigen Lebensweg dieser Blaskapelle hatten sich eingefunden.

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Dirigent Erhard Weber führte unterhaltsam durch das Programm und gönnte seinen Musikern durch seine Anekdoten immer wieder mal eine Pause. „Mens Sana in Corpore sano“ von Geert Strack intonierten die 17 Musiker, darunter vier Damen, als nächstes Stück. Zu dieser Redewendung, wonach ein gesunder Geist in einem gesunden Körper sei, bemerkte Weber, dass das beim Fußball wohl nicht zuträfe. Auch so manche Schönheitsoperation führe vom Busen der Natur nur an den Po der Welt. Mit der „Polka ins Glück“ wiesen die Musikanten darauf hin, dass sie in all den 15 Jahren auch Glück brauchten, denn personelle Probleme bringen das Unterfangen immer wieder an den Rand der Existenz.

Ihr erstes Konzert gaben die Mindelblech-Musikanten am 7. November 2004 im Landgasthof Lenderstuben in Balzhausen. Unter ihrem ersten Dirigenten Wolfgang Riebler durfte die Polka „Hostiviska“ bei keinem Auftritt fehlen, die zu seinen Ehren gespielt wurde. Das erste Stück des Premierenkonzertes, der „Astronautenmarsch“, war auch beim Dirigenten beliebt. Nicht aber bei einer Klarinettistin, welche die Noten zur „Einweihung“ ihres Kachelofens verwendete. Dieses Stück wurde nun nicht mehr gespielt, dafür aber das „Gloria“ aus der Anfangszeit mit einem Flügelhornsolo von Wolfgang Fischer. Nach Wolfgang Riebler folgte Anfang 2009 ein einmonatiges Intermezzo von Armin Preschl, und danach dirigierte Julian Freiberger bis Ende 2011. Seitdem führt Erhard Weber den Taktstock. Mit dem Stück „Die Kapelle hat gewonnen“ erinnerte sich Weber an einen eher unerfreulichen Auftritt beim Augsburger Plärrer: „Eigentlich ein interessanter Auftritt, allerdings waren wir für den Wirt nur ein notwendiges Übel, um sein Bier verkaufen zu können. Die Bühne war zu klein, wir mussten die Stühle selbst besorgen, die Spieldauer wurde nach dem Umsatz begrenzt, und zum Essen gab es nur noch Reste.“

Ein Konzert erzählt Geschichte vom Mindelblech

Ostermeier gründete die Mindelblech-Musikanten. Die erste Probe fand 2004 in Kirchheim statt. Einen Monat später zogen die 23 jungen Musiker in das Probenlokal des Musikvereins Eppishausen ein, das bis heute ihr Domizil ist. Der anfängliche Name Blechexpress wurde schon 14 Tage später in Original-Mindelblech-Musikanten umgetauft.

Auf Bertam Ostermeier, der heute noch am Mischpult sitzt, folgte von März 2009 bis November 2013 Andreas Utler und seitdem Georg Bröll als Vorsitzender der Kapelle. Der Dirigent kommt aus Gennach.

Neben Werken vieler tschechischer Komponisten bot die schwäbisch-bayrische Blaskapelle auch eine Hommage an den großen Ernst Mosch. Die Mindelblech-Musikanten gehen aber auch neue Wege, was sich nicht nur in dem gleichnamigen neuen Stück, sondern auch bei der erstmaligen Teilnahme an den Wertungsspielen des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes zeigte. Nach vielen musikalischen Schmankerln wie dem Klarinettenduo Verena Langhals und Kilian Erdle, die bei „Dudacka“ die Töne des Dudelsacks nachahmten, oder dem Trompetensolo von Franz Baur beim Stück „Das Blaue vom Himmel“ und etlichen weiteren Anekdoten entließ das Publikum die Musikanten erst nach vier Zugaben. Den Schlusspunkt setzten die Sänger Alfred Mayer und Markus Müller mit dem Liedtext zur Dorfmusik-Polka der Instrumentalisten.

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