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Königsbrunn

25.11.2019

Ein Konzertabend zwischen Kunst und Unterhaltung

Das pcOrchester sorgte bei Michael Jacksons „Earth Song“ auch ohne die Stimme des „King of Pop“ für Gänsehaut-Atmosphäre – was durch die gelungene Dekoration verstärkt wurde.
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Das pcOrchester sorgte bei Michael Jacksons „Earth Song“ auch ohne die Stimme des „King of Pop“ für Gänsehaut-Atmosphäre – was durch die gelungene Dekoration verstärkt wurde.
Foto: Regina Elias

Das Königsbrunner „pcOrchester“ bietet eine gelungene musikalische Show. Der Gast des Abends zeigt sich wandlungsfähig und entschuldigt sich bei Mozart.

Bei „pcOrchester trifft…“, lädt das beliebte symphonische Orchester des Evangelischen Posaunenchors Königsbrunn einen musikalischen Gast ein, der den zweiten Teil der Veranstaltung gestaltete. Während sich das aufstrebende Ensemble unter der Leitung von Sandra Möhring für ein beschwingtes Konzert viel Applaus verdiente, änderte sich der Charakter des Abends beim Auftritt von Giampiero Lucchini recht abrupt hin zur Unterhaltungsshow.

Von Anfang an fiel die fantasiereiche Dekoration ins Auge, die dem Motto „Die vier Elemente“, also Feuer, Wasser, Erde und Luft, angepasst war. Ebenso erfreulich war die unaufdringliche Präsentation auf einer Leinwand, die das Publikum im voll besetzten Saal des Evangelischen Gemeindezentrums St. Johannes während des Abends mit zur Musik passenden Bildern begleitete. Christian Toth, der Kulturreferent des Stadtrats, führte souverän und erfrischend durch den Abend.

Das Orchester erzeugt auch ohne Michael Jacksons Stimme Ergriffenheit

Flott und temperamentvoll gestaltete das Orchester, das als einziger Posaunenchor in Bayern zusätzlich zu den Blechbläsern mit Holzregister und Schlagwerk agiert, den Auftakt mit der „Atlantic Overture“. Spätestens beim dritten Stück, dem „Earth Song“ von Michael Jackson, hatte sich die Nervosität gelegt, sodass die Klage über das zerstörerische Handeln der Menschen selbst ohne die gewaltige Stimme des „King of Pop“ beim Publikum pure Ergriffenheit bewirkte.

Mit Soul und Funk wurde es anschließend lebendig im Saal, als beim Song „September“ von Earth, Wind & Fire die führenden Melodien voll Schwung und Elan nach und nach geschickt von den verschiedenen Instrumentengruppen präsentiert wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man den Gesang nicht vermisst, trotzdem entschied sich das pcOrchester goldrichtig, das weltbekannte Lied „Over The Rainbow“ nicht ausschließlich instrumental darzubieten. So entführte die Solistin Chris Munger mit ihrer harmonischen Stimme in das Land des Zauberers von Oz. Etwas Besonderes war auch die raffinierte Tanzeinlage der Jazz-Dance-Gruppe „The Sparks“ von Miriam Bischof, die passend zum Lied „Raindrops Keep Fallin’ On My Head“ direkt vor der Bühne mit Schirmen und Zylindern eine Choreografie präsentierte.

Als das Publikum nach rund 45 Minuten in die Pause geschickt wurde, fiel das Resümee im Allgemeinen sehr positiv aus. Sandra Möhring gelang ein zeitlich professionell angemessenes, vielfältiges und abwechslungsreiches Programm darzubieten. Neben dem gelungenen ersten Teil des Konzertes trugen auch die während der verlängerten Pause durch die ehrenamtlichen Mitglieder und Helfer der evangelischen Gemeinde mit viel Engagement hergestellten Häppchen und kühlen Getränke zur guten Stimmung unter den Besuchern bei.

Sportliche Flötenwechsel während eines Liedes

Giampiero Lucchini, der „Tausendsaxoflötitaliener“, wie er sich selbst bezeichnet, beeindruckt mit der Vielfalt der Blasinstrumente, die er beherrscht. Ob (Bass-) Querflöte, Klarinette, Okarina, Sopranino-Saxofon, Panflöte oder sogar Nasenflöte – zu jedem Stück fand der diplomierte Musiklehrer das passende Instrument.

Verblüffend sportlich gelang es dem Künstler, sogar innerhalb eines Stückes geschickt zwischen verschiedenen Flöten zu wechseln. Zahlreiche bekannte Lieder wurden von dem fröhlichen Italiener nahezu perfekt dargeboten und modern interpretiert, wie beispielsweise der peruanische Song „El Condor pasa“ oder die „Bourée“ von Johann Sebastian Bach.

Doch ob man Wolfgang Amadeus Mozarts schwieriges Stück „Die Königin der Nacht“ aus der Oper „Die Zauberflöte“ unbedingt mit einer Nasenflöte zum Besten geben muss, ist äußerst fragwürdig. So schlichen sich nicht nur hier einige schiefe Töne ein. Dieses Unterfangen schien dem Künstler auch bewusst zu sein: Er entschuldigte sich im Anschluss an seine Darbietung beim Schöpfer des ursprünglichen Werkes. Zudem nahmen die Wortbeiträge des Künstlers zwischen den Stücken ähnlich viel Raum ein, wie die eigentliche Musik. So fielen der Applaus und die „Zugabe“-Rufe letztlich etwas leiser aus als beim Gastgeber.

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