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11.11.2009

Eine besondere Müllerin

Königsbrunn Mit vollem Einsatz und Musizierfreude präsentierten im Martin-Luther-Haus der Friedberger Tenor Markus Feodor Rilling und Pianist Wolfgang Kraemer den Liederzyklus "Die schöne Müllerin" von Franz Schubert.

Sicher in der Interpretation und fein aufeinander abgestimmt stellte das Duo die einzelnen Stücke in ihrer Verschiedenheit dar. Die unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Lieder kamen dabei deutlich zum Ausdruck, sodass die Zuhörer die von Schubert deutlich auskomponierte innere Zerrissenheit, die Suche und das Glück des wandernden Müllergesellen erleben konnten. Autor Müller verarbeitete in seinem Gedichtzyklus, den Schubert ohne sein Wissen vertonte, das Thema Liebe in seinem ganzen Facettenreichtum.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten in Intonation und Ausdrucksstärke konnte Rilling durch sein Gespür für musikalische Wendungen und zarten Tenorschmelz überzeugen. Besonders bei lyrischen Passagen wurde deutlich, warum er den Abschluss seines Gesangsstudiums mit Auszeichnung abschloss: Wunderbar leichte Legato-Höhen brachte er besonders im "Morgengruß" zur Darstellung. Dass er zudem über eine satte Tiefe verfügt, hatte er bereits im ersten Stück "Wohin?" vorgeführt.

Stimme, Mimik und Gestik

Mit zunehmendem Ausdruck in Stimme, Mimik und Gestik hatte man spätestens bei "Mein!" das Gefühl, Rilling verschmelze mit dem, was er singt, und beweist seine Fähigkeit einer angenehm beweglichen Stimme, die besonders im Piano zur Geltung kam. Auch sein Geschick für interessante Gestaltung und Klangqualität behielten - neben wenigen technischen Schwächen wie immer wieder deutlich betonten Nachsilben und partieller Kurzatmigkeit - die Oberhand. Seine stimmliche Vielfalt und Farbigkeit der Gestaltung waren es, was die Zuhörer schätzten.

Auch Kraemer zeigte sein Können am Klavier. Er überzeugte nicht nur als sensibler Korrepetitor, sondern zeigte durchaus auch solistische Qualitäten. Sein Spiel kam einer klassischen "Müllerin" sehr nahe, wohingegen der Gesang von Rilling aufhorchen ließ: Ungewöhnlich insbesondere in der Artikulation verschaffte er der Aufführung eine außergewöhnliche Note.

Schade, dass der Saal so spärlich besucht war, denn insgesamt sorgten die Musiker für einen abwechslungsreichen und gelungenen musikalischen Abend.

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