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Bobingen

21.08.2013

Energiewende ist in Bobingen schon lange ein Thema

Bild: Ralf Lienert

Ziele sind Unabhängigkeit von Netzbetreibern, Stromeinsparungen und mehr regenerative Energiegewinnung

Früher als andere Kommunen in der Region hat Bobingen 2005 den Stromverbrauch seiner Straßenbeleuchtung verringert und dazu 1750 Laternen umgerüstet. Vorreiter ist die Stadt auch bei der laufenden Kommunalisierung des Strom- und Erdgasnetzes. Statt sich mit Entgelten für die Nutzung der Straßen als Leitungsbett zu begnügen, will die Stadt selbst über das Strom- und Gasnetz herrschen – zumindest als Partner.

In der Runde um Bürgermeister Bernd Müller ist jener Fahrplan bestens bekannt, der weitere Veränderungen bringen soll: weniger CO2-Verbrauch, mehr Klimaschutz, die Gewinnung von mehr regenerativer Energie, die Senkung des Verbrauchs und eine „Demokratisierung der Netze“. Das hat seine Vorgeschichte.

„Energieteam“ als Motor und Steuerungsinstrument

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Die Energiewende hat in Bobingen schon 1999 begonnen. Damals hatte Fukushima noch zwölf friedvolle Jahre vor sich. In Bobingen gründete sich der Arbeitskreis Landschaft, Energie und Wasser. Einige Experten unten den gut zehn ehrenamtlichen Pionieren – etwa Jürgen Walter und Hans-Jürgen Profé – trugen die Initiative über erste Hürden des Agenda-21-Prozesses hinweg. 2003 gründete die Stadt mit ihnen das „Kommunale Energiemanagement“. 2008 verabschiedete der Stadtrat sein Klimaschutzkonzept als Leitlinie und Programm. Sein Motor und Steuerungsinstrument für all dies ist das „Energieteam“. Um Fortschritte zu erreichen und Erfahrungen umzusetzen, tagt es einmal im Monat. Es ist ein öffentliches Gremium. Jeder Bürger der Stadt könnte mitmachen. Seine Säulen sind etwa 15 Personen: engagierte Bürger, die ihr Fachwissen und Engagement einbringen sowie Vertreter der Stadtverwaltung und der Ratsfraktionen. Hier werden die Verbrauchswerte städtischer Heizungsanlagen ebenso analysiert wie die Messdaten der Fotovoltaikanlagen auf den Dächern städtischer Bauten. Am Ende stehen neue Hausaufgaben für Hausmeister oder Pläne für neue Maßnahmen.

Externe Fachleute stehen auf Abruf bereits

So eine Maßnahme war die Einstellung einer Energiemanagerin. Monika Gebhard ist Teilzeitkraft, ihr Lohn wird mit Zuschüssen bezahlt, nur bei der Qualifikation sparte die Stadt nicht. Sie ist Diplom-Ingenieur und Architektin, ideal etwa für öffentliche Aufklärungsaktionen oder Bürgerspechstunden, wenn Bobinger sich ein Haus bauen wollen, eine neue Heizung planen oder auf andere Weise Kosten dauerhaft senken. Und sie ist dafür nicht die einzige unabhängige Beraterin in Bobingen. Externe Fachleute stehen auf Abruf bereit.

Mit seinem Mitarbeiter Christian Peiker hat Stadtbaumeister Rainer Thierbach außerdem noch einen zweiten Fachmann an der Seite, der vor allem städtische Bauten energieeffizient mache kann. Etwa das neue Feuerwehrhaus oder die Kindertagesstätte St. Felizitas. Alles im Passivhaus-Standard.

Zur Zeit ist „Beschaffung“ ein großes Thema im Energieteam. Ob die Papierbestellung für die Büros oder die Anschaffung von Elektrogeräten. Mit auf dem Prüfstand stehen dann der Verbrauch von Ressourcen bei der Herstellung und die Verbrauchskosten vor Ort.

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