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19.07.2010

Es zischt in der Grundschule Graben

In der Grundschule Graben wird gezischt. 34 Kinder, 17 aus der Klasse 4 a von Angela Wahl und 17 aus der Klasse 4 b von Martina Quattrocchi, haben sichtlich Spaß an der Arbeit mit der Tageszeitung. Fotos: Melanie Steck
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In der Grundschule Graben wird gezischt. 34 Kinder, 17 aus der Klasse 4 a von Angela Wahl und 17 aus der Klasse 4 b von Martina Quattrocchi, haben sichtlich Spaß an der Arbeit mit der Tageszeitung. Fotos: Melanie Steck

Graben Es zischte und raschelte gewaltig in zwei Klassenzimmern der Grundschule Graben. 14 Tage lang haben dort zwei vierte Klassen täglich die Schwabmünchner Allgemeine und die Königsbrunner Zeitung gelesen, Texte und Bilder ausgeschnitten und vieles über die Entstehung einer Zeitung gelernt. Um die Lesekompetenz zu fördern, haben die betreuenden Lehrerinnen, Angela Wahl und Martina Quattrocchi, das Projekt Zisch (Zeitung in der Schule) mit ihren Schülern gestartet, bei dem die Kinder jeden Morgen ihre Heimatausgabe der Augsburger Allgemeinen erhalten.

Anna-Lena ist in der Klasse 4 a. Sie hat, wie ihre 33 Mitschüler und Mitschülerinnen, jeden Tag fleißig Zeitung gelesen - und jeden Tag die Säulen in der Aula beklebt. "So können die Kinder die Artikel während der Pause noch einmal nachlesen", sagt Martina Quattrocchi. Neben dem Zugang zum Lesen sollen die Grundschüler durch den täglichen Umgang mit der Zeitung lernen, Informationen zu bewerten. Das werde etwa durch das Ausschneiden der Artikel und deren Ankleben auf die Säulen gefördert. Die Kinder müssen entscheiden, was sie für so wichtig halten, um es aufzuhängen.

Mehr Akzeptanz und Toleranz durch das Lesen der Zeitung

Auch Akzeptanz und Toleranz seien in diesem Zusammenhang wichtige Schlagworte. "Die anderen lernen das anzunehmen, was Mitschüler für wichtig halten. Wenngleich sie selbst nicht dieser Meinung sind", sagt Angela Wahl.

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Dabei wird eines deutlich: Jedes Kind hat andere Interessenschwerpunkte. Noah aus der 4 b hält den Sportteil für wesentlich. "Die Spielergebnisse während der WM waren für mich wichtig", sagt der Zehnjährige. Auch "dass man sieht, was sonst so passiert ist", hat ihn beeindruckt.

Doch nicht nur während der Schulstunden haben sich die Kinder mit der Printausgabe der Schwabmünchner Allgemeinen und Königsbrunner Zeitung beschäftigt. Hin und wieder hatten sie auch eine Zeitungshausaufgabe bekommen. Etwa ein Interview mit einem Zeitungsleser. Das hat Eva mit ihrer Mutter geführt. Die Mama hat eine Vorliebe für das Ressort "Aus aller Welt" und die Lokalnachrichten vor ihrer Haustüre. Jeden Tag liest sich laut der Tochter 25 Minuten Zeitung. Eva tut es ihr gleich. Täglich macht sich die Viertklässlerin nach den Hausaufgaben selbstständig an ihre Heimatzeitung.

Dass man deren Inhalt durchaus kritisch bewerten sollte, haben die Kinder auch gelernt. Zeitungsenten wurden besprochen.

Doch diese bewussten oder unbewussten Irrtümer waren für die Kinder nicht das Thema während des Zisch-Projektes. Sie waren vor allem von einer Sache beeindruckt: "Bisher dachte ich, Zeitung lesen ist langweilig. Doch jetzt finde ich es interessant", sagt die zehnjährige Kim. Und spricht wohl für einige ihrer 33 Mitschüler.

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