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Fasching ganz korrekt

Fasching ganz korrekt
Kommentar Von Maximilian Czysz
21.02.2020

Früher war die Fasching die einzige Zeit, in der jeder seine Meinung los werden konnte. Wer in der Bütt – ein halbes Weinfass – stand, hatte Narrenfreiheit und musste in der Regel keine rechtlichen Konsequenzen fürchten. Das hat sich im Laufe der Jahre geändert.

Büttenredner Heinz Schwarzenbacher kann ein Lied davon singen. Er wurde vor Jahren wegen angeblicher Verunglimpfung vor den Kadi zitiert.

Auch heute müssen Faschingsfreunde ihre Zunge hüten, weil in unserer streitlustigen Gesellschaft im Zweifel jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und dann geklagt wird. Fasching ist eine ernste Sache geworden. Das zeigt auch die Diskussion aus dem Norden: In Hamburg wurden im vergangenen Jahr in einem Kindergarten Indianer- und Scheichkostüme verboten. Es müsse ja auf eine „kultursensible, diskriminierungsfreie und vorurteilsbewusste Erziehung“ geachtet werden, hieß es.

Die Ramminger Jungs vom Elferrat feiern in orientalischer Kluft auf der Hausparty des Ramminger Scheichs.

Über die Frage, wie politisch korrekt Fasching sein muss, lässt sich leidenschaftlich streiten. Klar: Es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Aber mal ehrlich: Fasching lebt von Klischees. Wenn wir die abschaffen wollen, dann müssen wir auch den Fasching verbieten.

Heinz Schwarzenbacher in der Bütt.

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