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Königsbrunn

10.08.2020

Geparkter Lastwagen geht in Flammen auf: Jetzt ermittelt die Kripo

Bei dem Feuer im Königsbrunner Gewerbegebiet brannte das Fahrerhaus eines Lastwagens komplett aus. Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht: Der Tank des Gespanns war leer.
Bild: Feuerwehr Königsbrunn

Plus Über 200.000 Euro Schaden hat der Lastwagen-Brand in Königsbrunn angerichtet. Nun ermittelt die Kriminalpolizei, um die Ursache für das Feuer zu finden.

Die Feuerwehrsirenen dröhnten am Sonntagabend wieder einmal über den Dächern von Königsbrunn. Diesmal wurde der Alarm wegen eines Lastwagenbrandes neben dem Firmengelände des Globus-Baumarkts im Messerschmittring im Gewerbegebiet Süd ausgelöst. Sorgen, das Fahrzeug könnte gefährliche Stoffe enthalten, bestätigten sich nicht.

Wer nach 19 Uhr den Blick nach Süden richtete, konnte dort eine schwarze Rauchsäule aufsteigen sehen. In der Alarmierungsmeldung hieß es, ein Tanklaster stehe in Flammen. In solchen Fällen werden immer die Sirenen angestellt, damit die Feuerwehr mit möglichst vielen Einsatzkräften anrücken kann. Denn Tanks bergen große Gefahren. Sollten bestimmte Chemikalien oder Treibstoff wie Benzin oder Diesel sich zu stark erhitzen, können sie explodieren. Treten Flüssigkeiten oder Gase unkontrolliert aus, droht Gefahr für die Umwelt. Auch der Rauch ist möglicherweise gefährlich. Aus diesem Grund rief die Stadt Königsbrunn die Bevölkerung über verschiedene Kanäle dazu auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Königsbrunner Feuerwehr entkräftet Sorgen vor Gefahrstoffen

Die Vorsichtsmaßnahmen stellten sich allerdings schnell als unnötig heraus. Als die Feuerwehr eintraf, zeigte sich, dass es sich bei dem brennenden Fahrzeug keineswegs um einen mit Gefahrstoffen beladenen Laster handelte, sagte Kommandant Thorsten Hahn: „Grundsätzlich würde man in solch einem Fall erst einmal den Tank kühlen, damit er nicht überhitzt. Doch am Aufbau des Lasters hat man gleich gesehen, dass es sich nicht um einen Benzin- oder Dieseltank handelt.“ Das Gespann habe auch kein Kennzeichen für Gefahrstoffe gehabt. Was der Lastwagen normalerweise geladen hat, konnte Hahn nicht sagen: Der Tank war leer.

Das Führerhaus des Fahrzeugs brannte komplett aus. Durch die Hitzeentwicklung wurden auch einige Gegenstände im angrenzenden Lagerbereich des Baumarkts in Mitleidenschaft gezogen, der Belag des Messerschmittrings und der davor geparkte Lastwagen. Insgesamt habe man das Feuer aber schnell im Griff gehabt, sagte Thorsten Hahn. Zur Sicherheit waren der Baumarktparkplatz und die nahe gelegene Tankstelle geräumt und abgesperrt worden.

Augsburger Kriminalpolizei sucht nach der Brandursache

Die Brandermittler der Augsburger Kriminalpolizei haben am Montagmorgen die Ermittlungen aufgenommen. Gestern Nachmittag stand laut dem Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, Michael Jakob, noch keine Brandursache fest. Den Sachschaden am Lastwagen schätzt die Polizei auf etwa 200.000 Euro. Hinzu kommen weitere 15.000 Euro Schaden an der Straße und an Paletten im Lagerbereich des Baumarkts. Der Fahrer des Gespanns war bei Ausbruch des Feuers gegen 19 Uhr nicht vor Ort. Der Lastwagen war dort ordnungsgemäß am Straßenrand abgestellt. Gerade am Wochenende werden die Straßenränder im Gewerbegebiet häufiger als Abstellflächen genutzt.

Von der Kabine des Lastwagens blieb nach dem Brand nicht viel übrig.
Bild: Feuerwehr Königsbrunn

Die Alarmierung per Sirene häuft sich derzeit in Königsbrunn: Angefangen beim Brand des Kiosks am Westufer des Ilsesees am 8. Juli, gab es seitdem Sirenensignale wegen eines Feuers in einem Wohnkomplex für Senioren in der Blumenallee, der sich als angebranntes Essen entpuppte, wegen eines Feuers im Silo eines landwirtschaftlichen Betriebs im Südosten Königsbrunns und kleineren Feuern auf dem Mittelstreifen der B17. „Diese Häufung ist tatsächlich ein ungewöhnlicher Zufall“, sagt Thorsten Hahn. Zuvor habe man ein dreiviertel Jahr lang keinen derartigen Alarm gehabt.

Königsbrunner Feuerwehr wurde mehrfach per Sirene zu Einsätzen gerufen

Die Sirenen werden benutzt, wenn schnell viele Feuerwehrleute alarmiert werden müssen. Das können Brände mit einer möglichen Bedrohung durch Gefahrstoffe sein. Beim Seniorenheim oder dem landwirtschaftlichen Betrieb braucht man viel Personal um Menschen oder Tiere schnellstmöglich aus der Gefahrenzone bringen zu können und das Feuer möglichst schnell einzudämmen. Beim Großteil der Einsätze reichen der Feuerwehr stille Alarmierungen aus.

Die Kriminalpolizei Augsburg hat die Ermittlungen übernommen und sucht weitere Zeugen. Diese sollen sich unter Tel. 0821/323-3810 melden.

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