Newsticker

RKI meldet 18.633 Neuinfektionen und 410 weitere Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Großer Unmut über die neue Buslinie

Untermeitingen

20.11.2018

Großer Unmut über die neue Buslinie

Der Bahnhof in Klosterlechfeld wird derzeit für einen Millionenbetrag saniert. Eine Bushaltestelle gibt es dort allerdings nicht - und das wird auch so bleiben.
Bild: Michael Lindner

Plus Dass die neue Buslinie 712 nicht am Bahnhof Klosterlechfeld hält, ist für den Untermeitinger Gemeinderat ein Unding. Gegen wen sich die Kritik richtet.

Eine Parkanlage im Zentrum von Untermeitingen und eine neue Buslinie, die bald das Lechfeld verbindet – das waren die großen Themen in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Doch auch über Straßenbaukosten diskutierte das Gremium.

Die Entscheidung war schon im Frühjahr gefallen: Der Rufbus auf dem Lechfeld wird eingestellt, ab Dezember verbindet stattdessen ein Linienbus die Gemeinden. In Untermeitingen entstehen für die neue Linie 712 in der Fuggerstraße und am Lechring zwei zusätzliche Haltestellen, die teils auch barrierefrei gestaltet werden. Die neuen Fahrpläne hat der Augsburger Verkehrsverbund mit den Gemeinden entwickelt, sie sehen einen stündlichen Haltetakt vor. Doch dass der Linienbus nicht am Bahnhof Klosterlechfeld halten wird, stößt bei den Untermeitinger Gemeinderatsmitgliedern auf Unmut. „Ich finde es unverständlich, dass ein Bahnhof nicht angefahren wird. Das ist ein Unding“, sagte Karl Strass ( CSU). Andreas Halscheidt von der Fraktionsgemeinschaft SPD/ FDP stimmte ihm zu: „Da wurde am Bedarf vorbeigeplant.“

320 Unterschriften für den Erhalt des Rufbusses

Die Kritik richtet sich vor allem gegen den Gemeinderat Klosterlechfeld, der sich aufgrund der schmalen Zufahrtsstraße zum Bahnhof gegen eine Haltestelle entschieden hatte. Doch dies ist nicht der einzige Problempunkt der Linie 712. Als Zuhörerin besuchte Elke Lindenmeir die Sitzung des Gemeinderats. Die Untermeitingerin hatte sich für den Erhalt des Rufbusses stark gemacht und etwa 320 Unterschriften gesammelt, die sie nun Bürgermeister Simon Schropp (CSU) überreichte. „Eine ganz wichtige Klientel, die Senioren und Gehbehinderten, erreiche ich mit regulären Buslinien nicht“, sagt Lindenmeir. „Mit dem Rufbus brauchte man maximal fünf Minuten bis zur nächsten Haltestelle. Jetzt gibt es nur vier Stopps für so eine große Gemeinde.“ Schropp zeigt Verständnis und verweist auf den ehrenamtlichen Fahrdienst, der im Zuge des Projekts „Wir daheim auf dem Lechfeld“ künftig Abhilfe schaffen soll. Zugleicht nennt er nochmals die Gründe, warum der Rufbus eingestellt wird: Das Angebot fand immer weniger Nutzer, die Organisation funktionierte nicht reibungslos. Lindenmeir hofft nun auf Verbesserungen und Korrekturen: „Ich habe das Gefühl, es ist angekommen, dass möglichst viele Menschen vom Bus profitieren sollten. Es ist zeitgemäß, auf den Nahverkehr zu setzen.“

Gemeinderat sieht Zahlung an den Landkreis kritisch

Um das neue Baugebiet „Süd IV“ zu erschließen, plant die Gemeinde entlang der Welserstraße den Bau von Verkehrsinseln und Abbiegespuren für Auto- und auch Radfahrer. Zudem muss die Fahrbahn stellenweise neu verlegt werden. Die Kosten trägt die Gemeinde – doch eine Zahlung an den Landkreis kommt hinzu. Für künftige Unterhaltskosten verlangt der Landkreis einen Pauschalbetrag von 34300 Euro. Die Höhe der Summe erklärt sich aus der Dauer des Vertrags: Er gilt für die nächsten 80 Jahren. Herbert Riess (Freie Wählervereinigung) sieht die Zahlung kritisch: „Eine Straße hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 25 Jahren. Wer weiß also, was mit dieser Straße in 80 Jahren ist?“ Schropp erklärte, dass die Zahlung unvermeidbar sei: „Ich bin nicht begeistert, aber wir haben keine Handhabe.“ Indessen lobte Peter Daake (Bündnis 90/Grüne) die Investitionen in neue Wege und Abbiegespuren für Radfahrer. Er bezeichnete die Maßnahmen als sehr sinnvoll. „Wir haben auf diesen Strecken viele Radfahrer, die teilweise mit mehr als 20 Kilometer pro Stunde unterwegs sind. Für die ist das eine geniale Lösung.“

Neues beim Vorhaben „Grüne Mitte“

Das Vorhaben „Grüne Mitte“ begann mit dem Bau eines Basketball- und Fußballplatzes südlich der Mittelschule Untermeitingen. In einem zweiten Abschnitt soll im Nordwesten der Schule ein Park entstehen. Von Mai bis Juni lagen die Pläne öffentlich aus, Bürger und Behörden konnten sich zum Vorhaben äußern. Ilka Siebeneicher vom Planungsbüro Opla präsentierte im Gemeinderat die Stellungnahmen, aus denen sich keine wesentlichen Änderungen für die Planung ergeben.

Im Vorfeld hatte das Büro juristischen Rat eingeholt und einen Umweltbericht in Auftrag gegeben, der sich vor allem mit dem Artenschutz auf dem Parkgelände befasst. Falls nun Bäume abgeholzt werden müssen, verpflichtet sich die Gemeinde dazu, Brut- und Nistkästen für die dort lebenden Vögel und Fledermäuse aufzustellen. Der Park an der Lechfelder Straße soll eine Grünfläche bieten, mit einem Pavillon von maximal 50 Quadratmetern. Den Planentwurf nahm der Gemeinderat einstimmig an.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren