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Landkreis Augsburg

16.09.2020

Hygiene-Scheiben aus Schwaben schützen Menschen weltweit

Kein Absperrband trennt Fahrgast und Fahrer, sondern eine große Scheibe. Es ist ein Modell der beiden Unternehmen Metallbau Göppel aus Großaitingen und Autohaus Medele-Schäfer.
Bild: Maximilian Hornung

Plus Metallbau Göppel und das Autohaus Medele-Schäfer verkaufen spezielle Sicherheitsscheiben für Busse, die am Flughafen in München und beim AVV eingesetzt werden.

Kein Absperrband, wie vor einigen Monaten, trennt Fahrgast und Fahrer, sondern eine große Scheibe. Es ist ein Modell der beiden Unternehmen Metallbau Göppel aus Großaitingen und Autohaus Medele-Schäfer aus Königsbrunn und Schwabmünchen. Der Infektionsschutz ist gefragt. Auch Mercedes-Benz hat das System gekauft und vertreibt es nun offiziell: „Es wird europaweit vermarktet. Wobei es bald auch ein weltweites Produkt wird, momentan konstruieren wir es für Rechtslenker in Singapur um“, sagt Geschäftsführer Peter Schäfer. Seit Februar sind die Schutzscheiben auf dem Markt.

Erster Kunde war der Flughafen München

Erster Auftraggeber war der Flughafen München, der für seine Busse, mit denen Passagiere zum Flieger transportiert werden, einen wirksamen Schutz suchte. Am Flughafen sind Mercedes-Busse im Einsatz, die auch von Medele-Schäfer verkauft werden. Deshalb kamen die Verantwortlichen vom Münchner Flughafen auf das Unternehmen zu, das wiederum die Experten von Metallbau Göppel aus Großaitingen hinzuzog, um gemeinsam einen wirksamen Schutz zu konzipieren. Herausgekommen ist eine Sicherheitsglasscheibe, wie sie auch in Autofenstern verbaut wird. Bei der Standardversion wird eine entspiegelte Glasscheibe in einer Rahmenkonstruktion auf der kleinen Kabinentüre installiert, hinter der dann der Fahrer sitzt.

Die Scheibe besteht aus Sicherheitsglas und der Rahmen aus Polycarbonat

Der Rahmen besteht aus widerstandsfähigem Polycarbonat und die Scheibe aus Sicherheitsglas. Dies schützt den Fahrer bei einem Unfall vor größeren Splittern. Das Glas habe schließlich dieselben Eigenschaften wie eine Fensterscheibe, sagt Armin Göppel, Geschäftsführer des gleichnamigen Metallbaubetriebs in Großaitingen. Zwei Öffnungen in der Glasscheibe ermöglichen den Zahlungsvorgang. Dieser geschieht ganz coronakonform und ohne Kontakt: Mit einem Schieber wird das Geld vom Busfahrer in die Kasse einsortiert. Bei einer anderen Ausführung wird der Münzzähler direkt in die Glasscheibe integriert.

Hygiene-Scheiben aus Schwaben schützen Menschen weltweit

Ein Produkt aus Schwabmünchen und Großaitingen

Das Produkt der beiden Firmen aus der Region ist gefragt – Dominik Gawantka hatte in den vergangenen Monaten gut zu tun. Er ist für den Verkauf der Systeme zuständig. „Wir sind mit über 5000 verkauften Systemen ganz weit vorne, wenn nicht sogar Marktführer“, sagt er. Gawantka und sein Team führen auch die Montage der etwa 2000 Euro teuren Scheiben durch: Beim Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) haben sie schon etwa 240 Busse mit ihren Systemen ausgestattet. Vor allem wegen der Corona-Pandemie sind die Schutzscheiben aus der Region sehr gefragt. Denn die Plätze der Busfahrer sind so etwas wie die Achillesferse beim Infektionsschutz im Nahverkehr. Züge, U- und S-Bahnen besitzen eigene Führerstände, die den Fahrer von den Gästen trennen.

Von links: Dominik Gawantka, Vertrieb; Peter Schäfer, Geschäftsführer des Mercedes Benz Autohauses Medele-Schäfer, und Armin Göppel, Geschäftsführer des gleichnamigen Metallbaubetriebs.
Bild: Maximilian Hornung

Daher mussten die Gäste in den ersten Wochen nach Corona über die Hintertüre in die Busse steigen. Ein Flatterband versperrte den Weg zum Fahrer und machte den Ticketverkauf unmöglich. Dank der Schutzscheiben ist dies nun nicht mehr notwendig. Neben dem Infektionsschutz erfüllen die Systeme noch andere Vorteile: „Es schützt den Fahrer vor Aggressionen und auch vor dem kalten Luftzug im Winter“, sagt Schäfer, „und bietet so dem Busfahrer insgesamt ein angenehmeres Arbeiten“.

Lesen Sie dazu auch: AVV: So sollen Fahrgäste vor Infektionen geschützt werden

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