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Landkreis Augsburg

07.05.2020

Im Landkreis Augsburg gibt es Gottesdienste nur mit Anmeldung

Die Türen stehen offen: Aber in vielen Kirchen (im Bild rechts Walkertshofen) gibt es am Wochenende Platzanweiser. Außerdem ist eine telefonische Anmeldung nötig.
Bild: Karin Marz

Plus Am Sonntag gelten in Gotteshäusern im südlichen Landkreis unterschiedliche Vorschriften. Es sind weniger Ministranten gefordert und es wird weniger gesungen.

Der Sonntagsgottesdienst gehört für viele Menschen zum Wochenablauf. Wegen der Corona-Pandemie war es damit in jüngster Vergangenheit vorbei. Jetzt sind gemeinsame Gottesdienste in den Kirchen wieder erlaubt. Doch so groß die Freude darüber bei vielen Gläubigen ist – Gottesdienste wie bisher wird es momentan nicht geben. In vielen Pfarrgemeinden müssen sich Besucher vorher telefonisch anmelden. Ausgenommen sind die Pfarreiengemeinschaften Bobingen, Schwabmünchen und Großaitingen.

Konkrete Vorschriften für Gottesdienste in Schwabmünchen

Im Dekanat Schwabmünchen gibt es trotzdem konkrete Vorschriften: Gottesdienstbesucher müssen einen Mund- und Nasenschutz tragen und einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten. Davon ausgenommen sind Gläubige, die im selben Haushalt leben. „Wir hatten im Vorfeld einen großen organisatorischen Aufwand, und wir haben überlegt, welche Kirchen am größten sind und sich daher am besten eignen“, erklärt Pater Joji von der Pfarreiengemeinschaft Stauden. Dort finden beispielsweise nur in Mittelneufnach und Mickhausen Gottesdienste statt. Auch in der Pfarreiengemeinschaft Bobingen finden nur in den großen Kirchen Bobingen St. Felizitas, Bobingen-Siedlung und in Straßberg Eucharistiefeiern statt.

Die Anzahl der Plätze ist daher entsprechend begrenzt. Beispielsweise kann in St. Felizitas nur 50 Einzelpersonen Einlass gewährt werden. Kommen hingegen viele Familien, die untereinander keinen Abstand einhalten müssen, gibt es sogar Platz für über 100 Personen. In Mickhausen sind es lediglich 24 Gläubige, denen Einlass gewährt wird. Mehrere Helfer, sogenannte Ordner, werden in den Kirchen an separaten Ein- und Ausgängen den Besuchern helfend zur Seite stehen und passen auf, dass alle Vorgaben eingehalten werden.

In nahezu allen Kirchen wird es derzeit auch keine Austeilung der Kommunion geben. Die Gotteslobbücher dürfen nicht mehr in der Kirche ausliegen, können aber von zu Hause mitgebracht werden. Es dürften nur zwei Ministranten aufgrund der Einhaltung des Mindestabstandes dabei sein, erklärt Rauch. Manche Pfarreien verzichten sogar komplett auf den Ministranten-dienst, da es im Altarraum zu eng werden könnte. Während des Gottesdienstes ist Gesang nur eingeschränkt möglich, eine musikalische Begleitung gibt es allerdings vom Orgelspieler.

Werktagsmessen finden schon statt

Zusätzlich zu den nun geplanten Gottesdiensten am Wochenende finden auch bereits schon Werktagsmessen in Bobingen, Schwabmünchen und Großaitingen statt. „Insgesamt sollen die Gottesdienste auch nicht zu lange dauern“, sagt Bobingens Stadtpfarrer und Dekan Thomas Rauch. Er hofft, dass „Stück für Stück wieder Normalität in unser Leben einkehrt“.

Bei den evangelischen Kirchengemeinden im südlichen Landkreis gibt es ebenfalls eine Maskenpflicht. Darüber hinaus passe jede Gemeinde die Sitzordnung in ihrem Gotteshaus den Regeln an, sagt Dekanin Doris Sperber-Hartmann: „Es wurden beispielsweise auch Fragen diskutiert wie: Können wir die Kanzel benutzen?“ Denn durch die erhöhte Position könnten sich Tröpfchen weiter in die Bänke verbreiten als bei einer Predigt am Altar. Die Landeskirche räumt den Gemeinden jedenfalls eine gewisse Freiheit ein. Beispielsweise kann jeder selbst entscheiden, ob Liedblätter ausgeteilt werden oder Text und Melodie per Beamer in die Kirche projiziert wird. Die Gesangbücher, die normalerweise ausliegen, wurden aus hygienischen Gründen eingesammelt. Damit die Gesichtsmasken nicht vom vielen Singen durchweichen, wird die Zahl der Lieder reduziert, einige werden durch Solisten dargeboten. Ordner weisen die Plätze zu, die Türen stehen offen.

Keine Voranmeldung bei evangelischen Gemeinden

Auf eine Voranmeldung wollten die evangelischen Gemeinden vorerst verzichten, sagt Doris Sperber-Hartmann. Es sei schwer einzuschätzen, wie viele Menschen am Sonntag vor Ort sein werden: „Wir würden uns freuen, wenn wir auf die übliche Zahl an Sonntagsbesuchern kommen.“ Damit finden auch bei Abstandsregeln alle Platz.

Auf besondere Aktionen zum Wiederbeginn wird daher auch verzichtet. Die Vorfreude sei auch bei den Pfarrern groß, sagt Ernst Sperber, der Königsbrunner Pfarrer: „In unserer Kirche St. Johannes werden seit 1862 gemeinsam Gottesdienste gefeiert. Die vergangenen Wochen waren eine komische Zeit.“

Fürbittenkärtchen schmücken derzeit die abgesperrten Kirchenbänke der St. Georg Kirche in Wehringen. Die Gläubigen sind herzlich eingeladen, ihre persönliche Bitte an Gott auf ein Kärtchen zu schreiben und dieses an das Absperrband zu hängen.
Bild: Sonja Kienle

Unabhängig vom Wiederbeginn soll etwas übrigens beibehalten werden: Die Übertragung der Gottesdienste im Internet kam so gut an, dass viele Gemeinden sie weiterhin anbieten wollen.

Wo eine Anmeldung nötig ist

An Gottesdiensten darf nicht teilnehmen, wer unspezifische Allgemeinsymptome, Fieber oder Atemwegserkrankungen hat, infiziert oder unter Quarantäne gestellt ist oder in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einem Covid-19-Erkrankten hatte.

Gottesdienste mit Anmeldung

In der Pfarreiengemeinschaft Lechfeld am Sonntag um 10.30 und 18 Uhr jeweils Messe in Lagerlechfeld, St. Martin (mit telefonischer Anmeldung: 08232/96190). Das bestehende Angebot, den Gottesdienst täglich via Livestream von zu Hause mitzufeiern wird bis auf Weiteres aufrechtgehalten. In der Pfarreiengemeinschaft Hiltenfingen/ Langerringen am Samstag um 19 Uhr Messe in Hiltenfingen, St. Silvester; am Samstag um 19 Uhr Messe in Langerringen, St. Gallus; am Sonntag um 10 Uhr Messe in Hiltenfingen, St. Silvester und am Sonntag um 10 Uhr Messe in Langerringen, St. Gallus (jeweils bitte Anmeldung im Pfarrbüro unter der Telefonnummer 08232/2400)

In der Pfarreiengemeinschaft Stauden am Samstag um 19 Uhr Messe in Mickhausen, St. Wolfgang; am Samstag um 19 Uhr Messe in Mittelneufnach, St. Johannes; am Sonntag um 10 Uhr Messe in Mickhausen, St. Wolfgang, am Sonntag um 10 Uhr Messe in Mittelneufnach, St. Johannes (jeweils mit vorheriger telefonischer Anmeldung unter der Nummer 08204/1372 (Mickhausen) und 08262/960747 (Mittelneufnach).

In der Pfarreiengemeinschaft Königsbrunn am Samstag um 18.30 Uhr Messe in Zur Göttlichen Vorsehung; am Sonntag um 9 Uhr Messe in Zur Göttlichen Vorsehung; am Sonntag um 11 Uhr Messe in Zur Göttlichen Vorsehung; am Sonntag um 19 Uhr Messe in Zur Göttlichen Vorsehung (mit Anmeldung jeweils von 9 bis 12 Uhr telefonisch im Pfarrbüro oder über die Homepage).
Außerdem besteht die Möglichkeit bis auf Weiteres den Gottesdienst um 10 Uhr (in Maria unterm Kreuz) via Livestream mitzufeiern.

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