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Mickhausen

28.02.2018

Jetzt wird die Raserei ausgebremst

Trotz klirrender Kälte gab es gestern an der sogenannten „Bergrennstrecke“ bei Mickhausen viele strahlende Gesichter. Alle vor Ort waren sich einig, dass das zeitweilige Fahrverbot für Motorradfahrer eine sinnvolle Sache für alle Beteiligten sei.

Viele Jahre gab es immer wieder schwere und sogar tödliche Motorradunfälle an der sogenannten Rennstrecke bei Mickhausen. Gute Argumente sprechen für das zeitweilige Fahrverbot ab 1. März.

Jetzt ist es amtlich: Die sogenannte Bergrennstrecke bei Mickhausen wird ab Donnerstag, 1. März, für Motorräder gesperrt, allerdings nur bergauf und nur am Wochenende und Feiertagen. Beim Ortstermin herrschte große Erleichterung bei allen Beteiligten darüber, dass es gelungen ist, diese Sperrung durchzusetzen. Was soll sie bringen? Wie lange läuft sie? Wie geht es weiter?

Lösung nach langen Gesprächen

Ein Großaufgebot an Polizei, Politik, Verwaltung und Bürgerinitiative ließ sich von zweistelligen Minustemperaturen nicht abhalten, einen Ortstermin an der Abzweigung von der A16 bei Mickhausen auf die A12 Richtung Birkach durchzuziehen. Schon daran ist ersichtlich, dass das Thema Sperrung der sogenannten „Bergrennstrecke“ allen sehr am Herzen liegt. Landrat Martin Sailer betonte: „Das Thema hat uns Monate und Jahre beschäftigt. Es wurden viele Gespräche mit Polizei, Bürgerinitiative und dem Mickhauser Bürgermeister geführt. Ich freue mich sehr, dass wir eine vernünftige und gute Lösung für alle Beteiligten gefunden haben.“

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Ein Unfallschwerpunkt

Der Chef der Polizeiinspektion Schwabmünchen, Erster Polizeihauptkommissar Gernot Hasmüller, unterstrich die Aussagen des Landrats. Er erläuterte, dass der Höhepunkt der Motorradunfälle in den Jahren 2009 bis 2011 lag. Daraufhin wurden neben einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer auch andere Maßnahmen eingeführt, die Erfolg zeigten, allerdings nicht in dem gewünschten Umfang. Die Zahl der Unfälle und die Beschwerden der Bürger wegen Lärmbelästigung reduzierte sich nur geringfügig. „Deshalb waren weitere Maßnahmen unumgänglich“, so Hasmüller, der auch auf den Paragraph 315d StGB verwies. Dieser macht deutlich, dass rücksichtsloses, verkehrswidriges und unangepasstes Fahren mit Folgen bis zum Tod anderer Verkehrsteilnehmer mit hohen Freiheitsstrafen belegt werden kann. Damit verbunden ist im Normalfall auch der Entzug der Fahrerlaubnis. Bestraft werden kann auch mehrfaches Hin- und Herfahren. „Begleitend zu dem Schild zur zeitweisen Sperrung sind auch Hinweisschilder gegen unnötigen Lärm und Raserei aufgestellt.“

Aufklärung mit Videos

Der Augsburger Polizeioberrat Alois Rager begrüßte alle getroffenen Maßnahmen und betonte, dass jeder fünfte Tote in Schwaben Nord ein Motorradfahrer ist. „Das steht in keinem Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern und den Zulassungszahlen der Zweiräder“, so Rager, der hinzufügte: „2017 waren wir an 87 Tagen zu Kontrollen und Aufklärungsmaßnahmen an der Bergrennstrecke, also an fast jedem relevanten Schönwetter- und Sommertag, was Erfolge brachte.“ Zusätzlich hat die Polizei vor, Video-Clips ins Netz zu stellen, die zu richtigem Verkehrsverhalten anregen sollen. Außerdem gibt es einen „Verkehrsknigge“.

Am meisten Freude löste die neue Regelung bei der Bürgerinitiative in Münster aus, wie an den Reaktionen von Max Köbler zu erkennen war: „Die Motorradraserei an der Rennstrecke war eine hohe Belastung für unseren Ort und drückte stark auf die Lebensqualität.“ Dem schloss sich Mickhausens Bürgermeister Hans Biechele an, der auch die hohe Belastung für die Feuerwehrmänner durch die vielen Unfälle ansprach. Die Polizei betonte, dass sie nicht erwarte, dass das zeitweise Fahrverbot allein ausreichend Wirkung zeige. „Wir werden unsere Präsenz am Berg natürlich nicht zurückfahren, auch wenn sie für uns einen Kraftakt bedeutet“, so Rager, der auch Geschwindigkeitsmessungen mit Laserpistolen und anderen Geräten ankündigte.

Eine verbindliche Umleitung wurde nicht vorgegeben. Es wird auch nicht erwartete, dass jetzt die Bürger der Orte Rielhofen Konradshofen und Schwabegg eine Mehrbelastung durch Motorradfahrer zu erwarten haben, da diese Strecke für Biker nicht interessant sei.

Die zeitweise Sperrung der Strecke für Motorräder ist nur ein Versuch. Er läuft ab Donnerstag, 1. März 2017, für die folgenden acht Monate. Danach wird überprüft, ob die Maßnahme die gewünschte Wirkung erzielt hat und dann eine Entscheidung gefällt. 

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