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Königsbrunn/Merching

12.11.2019

Kein Durchgang für Königsbrunner Ausflügler

Wo einst eine Brücke über den Lochbach führte, stehen Spaziergänger heute vor einem Absperrgitter. Viele Königsbrunner ärgern sich, weil sie zum Mandichosee nun einen größeren Umweg in Kauf nehmen müssen.
Bild: Adrian Bauer

Seit Jahren nutzten Spaziergänger eine kleine Brücke über den Lochbach für den Weg zum Mandichosee. Doch die wurde abgerissen und ein Ersatz ist schwierig.

„Über jedes Bacherl führt a Brückerl“ heißt es in einem bekannten volkstümlichen Lied. Im Königsbrunner Süden können das die Spaziergänger derzeit nicht unterschreiben. Denn die kleine Brücke, die auf Höhe der Bachstraße über den Lochbach und zum Mandichosee führte, wurde vor einigen Wochen abgerissen. Der Weg zum See wird damit deutlich länger. Der Königsbrunner Bürgermeister und die Stadträte würden prinzipiell gerne für einen Ersatz sorgen, doch das ist gar nicht so einfach.

Denn die Stadt Königsbrunn hat rein rechtlich betrachtet gar keine Aktien in diesem Verfahren. Denn die Brücke war bislang nur über ein Privatgelände auf Merchinger Flur erreichbar, der Lochbach gehört der Stadt Augsburg. Die gestaltet das kleine Gewässer derzeit naturnah um. In diesem Zusammenhang musste die alte Brücke auch weichen, sagt Markus Haller von der Abteilung Brückenbau der Stadt Augsburg: „Sie war alt und baufällig, hätte also dringend saniert werden müssen.“ Auch er musste einiges recherchieren, um die Besitzverhältnisse zu klären.

Landwirt braucht die Brücke nicht mehr und stimmt Abriss zu

Als er schließlich den Besitzer ausfindig gemacht hatte, war die Sache aber schnell geklärt. Die Brücke war als Zufahrt auf ein landwirtschaftliches Grundstück gedacht, wurde aber seit Langem nicht mehr für diesen Zweck genutzt. Für eine Sanierung wollte der Besitzer kein Geld in die Hand nehmen und so wurde er im Zug der Arbeiten am Bach abgetragen. „Dass die Brücke als Spazierweg genutzt wurde, war in den vergangenen Jahr geduldet“, sagt Haller. Gegen einen Neubau sei aus seiner Sicht nichts einzuwenden, solange jemand Baukosten und Unterhalt übernimmt.

Kein Durchgang für Königsbrunner Ausflügler

Die Königsbrunner Stadtpolitiker wurden von der Entwicklung ziemlich überrascht, sagt Bürgermeister Franz Feigl: „Bürger haben uns bei der letzten Ausgabe der „Gespräche mit dem Stadtrat“ im Oktober informiert.“ Da die Stadt rechtlich nichts mit der Brücke zu tun hat, wurde sie auch nicht informiert. Viele Bürger wünschen sich dringend einen Ersatzbau. Auf einer Unterschriftenliste im Supermarkt von Stadtrat Christian Toth haben sich nach wenigen Tagen schon knapp 100 Bürger eingetragen. Die nächste Brücke über den Lochbach liegt fast einen Kilometer weiter nördlich an der Meringer Straße, was einen ordentlichen Umweg bedeutet.

Königsbrunner Stadtpolitiker wollen Bürgern den Umweg ersparen

Bürgermeister Franz Feigl und die Stadträte würden den Bürgern diesen Umweg gerne ersparen. Doch dafür sind einige rechtlich komplexe Fragen zu klären, angefangen von den Interessen der Grundstückseigentümer, über diverse Genehmigungen und Probleme wie Versicherung und Unterhalt. Falls die Stadt selbst nicht als Brückenbauer tätig werden kann, käme auch die Gründung eines Vereins in Betracht, der dann die Verantwortung übernimmt. Stadtrat Helmut Schuler brachte noch eine weitere Möglichkeit ins Spiel. Etwa 300 Meter weiter südlich gibt es noch eine Brücke über den Lochbach. Der Weg von Königsbrunn aus sei allerdings zugewuchert. Falls es mit einem neuen Steg nichts werde, könne man darüber nachdenken, den Weg zu erneuern.

Die Nachforschungen werden jetzt vorangetrieben. Bei der Stadt Königsbrunn hofft man, bis zum Frühjahr eine tragfähige Lösung präsentieren zu können, damit bald auch über den Lochbach wieder ein Brückerl führt.

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