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Königsbrunn

12.11.2017

Keine Angst vor Heimweh

Bernd Leumann liest gerne: theologische Bücher, die Bibel, aber auch Krimis, Romane und die Zeitung.
Bild: Adrian Bauer

Königsbrunns neuer Pfarrer Bernd Leumann wird am Sonntag in sein Amt eingeführt. Was ihn an der neuen Aufgabe reizt und welche Akzente er setzen will.

Die Umzugskisten im Pfarrhaus sind schon fast alle ausgeräumt, die ersten Messen gehalten und nun wird es offiziell: Beim Gottesdienst am Sonntagabend wird Bernd Leumann als katholischer Pfarrer von Königsbrunn eingeführt. Der 42-Jährige freut sich auf die große Gemeinde, das große Mitarbeiter-Team. Visionen für Neuerungen hat er, doch vor Veränderungen kommt das Kennenlernen.

Gefreut hat sich der Allgäuer über die herzliche Aufnahme in Königsbrunn – ein Blumengruß im Pfarrhaus, ein Willkommensschild an der Bürotür: „Man hat mir das Ankommen wirklich leicht gemacht“, sagt Leumann. Zuvor hatte er heimatnah gearbeitet. Gebürtig kommt er aus Wertach und war in den letzten neun Jahren Pfarrer im 15 Autominuten entfernten Pfronten. Dort baute er die Pfarreiengemeinschaft Pfronten-Nesselwang auf.

Den Allgäuer Dialekt einbremsen

Doch mit Heimweh rechnet er nicht: Während seiner Zeit als Jugendpfarrer in Illertissen habe man die Berge auch nur bei Föhn gesehen und es war kein Problem. „Jetzt brauche ich halt eine Stunde mit dem Auto. Deswegen mache ich jetzt nicht weniger Bergtouren als früher.“ Die Mutter habe es zwar sehr genossen, den Sohn in der Nähe zu haben. Doch bei ein erster Besuch habe die Mutter von seiner neuen Heimat überzeugt, sagt Leumann. Nur seinen Allgäuer Dialekt müsse er jetzt etwas einbremsen. Ein solcher Wechsel bewahre einen Pfarrer vor einer gefährlichen, negativen Routine und sorge dafür, dass man sich weiter entwickle. Und auch für die Gemeinde könne es eine Chance sein, weil jeder Priester andere Menschen anspreche.

Froh war Leumann, am 1. November loslegen zu können. Zuvor hatte er mit seinem normalen Urlaub und der üblichen Auszeit bei einem Pfarreienwechsel drei Monate frei. In dieser Zeit pilgerte er mit einem Freund Richtung Rom und lief dabei den gesamten Franziskusweg. Dazu verbrachte er zu ausgedehnten Exerzitien einige Wochen in einem Kloster in Südfrankreich, besuchte Fortbildungen und besuchte alte Freunde. „Im letzten Monat habe ich aber gemerkt, dass mir die Zeit etwas lang wird. Ich war selbst ein bisschen erstaunt, dass ich mich so darauf gefreut habe, wieder zu arbeiten“, sagt Leumann.

Der Pfarrerberuf ist ein Erfahrungsberuf

Die Arbeit mit dem großen Team werde sicher eine Umstellung, weil es viel mehr zu koordinieren gebe, als bei der zahlenmäßig überschaubaren Mannschaft in Pfronten. Aber darauf freut sich der Pfarrer, ebenso wie auf die Aufgabe, Ausbilder für den Nachwuchs in geistlichen Berufen zu sein. Durch die Erfahrungen aus neun Jahren Pfronten fühlt Leumann sich gut gerüstet: „Den Pfarrerberuf kann man nicht in einem Theologiestudium lernen, das ist ein Erfahrungsberuf.“ Sein Vorgänger Bernd Weidner habe immer behinderte Kinder auf die Kommunion vorbereitet, das stelle er sich als Aufgabe durchaus spannend vor.

Mit Weidner teile er auch die Begeisterung für neue, zielgruppenorientiere Gottesdienstformen, sagt Leumann. Neben der klassischen Messe könne er sich häufiger als bisher Gottesdienste für junge Familien oder Jugendliche vorstellen. Er möchte den ein oder anderen „Testballon“ steigen lassen und sehen, wie es ankommt: „Aber das ist erst einmal eine Vision. Ich werde mir viel Zeit lassen, um die Gemeinde und die Stadt kennenzulernen.“ Vorher könnte er sich den Einsatz von Filmen oder Bildern in Gottesdiensten vorstellen. Die modernen Kirchen böten sich dafür an, sagt Leumann: „Aber ich muss sehen, ob sich das technisch umsetzen lässt. In dieser Hinsicht bin ich kein Experte.“ Doch jetzt kommt erst einmal die offizielle Einführung.

Gottesdienst: Die Einführung von Pfarrer Leumann beginnt am Sonntag, 12. November, um 18 Uhr in der Kirche zur Göttlichen Vorsehung.

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