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Königsbrunn

02.12.2020

Königsbrunns Stadtrat geht die Parkplatzprobleme an

Während des Umbaus der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße gibt es im Königsbrunner Zentrum Parkplätze parallel zur Fahrbahn.
Bild: Hermann Schmid (Archivfoto)

Plus Bauherren müssen in Königsbrunn künftig mehr Stellplätze für Autos und Fahrräder schaffen. Zudem diskutiert der Stadtrat über die Parkplatzsituation im Zentrum.

Königsbrunns Einwohnerzahl liegt seit einigen Jahren stabil bei knapp unter 30.000. Die Zahl der zugelassenen Autos hat sich in den vergangenen zehn Jahren aber deutlich erhöht: von 13.000 auf 18.000. Diese 5000 zusätzlichen Fahrzeuge brauchen zusammengenommen etwa fünf Hektar Platz. Diese finden die Menschen oft in den Wohnvierteln, deren Straßenränder mittlerweile so zugeparkt sind, dass es für die Busse eng wird. Dieses Phänomen spielte bei der Neuordnung der Stellplatzsatzung ebenso eine Rolle wie die Neugestaltung des Zentrums und die Eindämmung von Wildwuchs bei der Nachverdichtung.

Zwei große Änderungen gibt es in den Wohngebieten: Bei Neubauten müssen künftige Bauherren bei Häusern mit bis zu drei Wohneinheiten zwei Stellplätze pro Wohneinheit auf dem Grundstück nachweisen. Bei einem Drei-Familien-Haus wären das sechs Stellplätze. Bei größeren Häusern gilt weitgehend die bisherige Staffelung, die sich an der Wohnfläche orientiert.

Bauherren brauchen Platz für Autos und Fahrräder auf dem Grundstück

Die zweite große Neuerung ist die Einführung von Fahrradstellplätzen: Pro 40 Quadratmeter Wohnfläche müssen Bauherren eine Stellfläche für Fahrräder vorhalten. Auch das solle helfen, vollgeparkte Straßen zu vermeiden, sagt Bürgermeister Franz Feigl: "Bei einigen Bürgern ist die Garage so vollgestellt, dass das Auto gar keinen Platz mehr hat und auf die Straße gestellt wird." Ein Reihenhaus mit 120 Quadratmetern brauche drei Fahrradstellplätze mit je 2x0,75 Metern Größe.

Mit den geforderten Autostellplätzen summiere sich die Anforderung für die Bauherren ordentlich auf, sagt Feigl: "Die Hoffnung ist auch, dass Planer es dadurch bei einer Nachverdichtung bei einem Dreispänner-Reihenhaus belassen und nicht, wie in der Vergangenheit passiert, das Grundstück maximal ausreizen und einen Vierspänner planen." Mit der Neuregelung hoffen die Verwaltung und der Stadtrat, der die neue Satzung einstimmig beschlossen hat, eine weitere Verschlechterung der Parksituation verhindern zu können.

Im Königsbrunner Zentrum können sich Bauherren freikaufen

Eine Ausnahmeregelung gibt es für das Zentrum. Im Bereich zwischen den Kreisverkehren soll in den kommenden Jahren mehr Wohnraum entstehen. Gebaut wird derzeit schon an der Marktstraße, in Zukunft sollen auch auf der Rathauswiese und im Bereich der heutigen Mittelschule neue Wohnquartiere entstehen. Allerdings wird sich dabei nur schwerlich ausreichend Parkraum schaffen lassen.

Wegen des Grundwasserstandes können Tiefgaragen nur ein Stockwerk tief in die Erde gegraben werden. Für Parkplätze für ein vier- oder fünfgeschossiges Wohnhaus würde das nicht reichen. Daher können die Bauherren sich in diesem Bereich mit einer Ablöse von der Pflicht, Stellplätze zu schaffen, freikaufen. Die Gebühr wurde von 7500 auf 15.000 Euro pro Stellplatz erhöht.

Diese Summe entspricht etwa dem, was der Bau eines Stellplatzes in einem Parkhaus kosten würde. In den Planungen für das künftige Zentrum sind mehrere mögliche Standorte enthalten, beispielsweise der heutige Parkplatz zwischen Eisarena, ZOB und Ulrichs-Kreisverkehr. Damit könnten dann Miet-Stellplätze für die Bewohner ebenso geschaffen werden wie für die Besucher der Innenstadt.

Königsbrunner Stadträte debattieren über Parkzeiten im Zentrum

Um die Belange der Zentrumsbesucher ging es zuletzt auch im Stadtrat. Die CSU-Fraktion hatte beantragt, die Parkzeit bei allen Parkplätzen entlang der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße zwischen den Kreisverkehren ab sofort einheitlich auf zwei Stunden festzusetzen und dafür neue Schilder anzuschaffen. Die Parkplätze mit einer Stunde Parkzeit würden schlecht genutzt, viele Autofahrer wichen auf die Parkplätze von Unternehmen aus, die nicht kontrolliert würden, begründete Marion Kehlenbach den Antrag. Dies lasse sich durch eine einheitliche Regelung schnell beheben.

 

Florian Kubsch (SPD) fragte sich, wo das Problem liege: Es seien ja offensichtlich genug Parkplätze vorhanden. Der Stadtrat sei darüber hinaus nicht dafür zuständig, die Schwierigkeiten privater Unternehmen zu lösen. Auch Christian Toth (FDP) sagte, die Unternehmen müssten die Parkplätze vorhalten und sich auch darum kümmern. Eine Anschaffung neuer Schilder sei zudem auch ein Kostenfaktor.

Die Lebensdauer der Schilder wäre zudem relativ kurz, wie Bürgermeister Feigl erklärte: Ab Februar beginnt der Umbau der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße. Zunächst werden die Arbeiten auf die Leitungsstränge am Straßenrand beschränkt. Daher werden die Provisorien am Straßenrand abgebaut und in der Mitte zwei Fahrspuren markiert. Parallel zu den Fahrspuren entstehen Parkplätze. Für den Zeitraum des Umbaus wünschte sich der Bürgermeister eine Parkzeit von zwei Stunden. Florian Kubsch fragte sich, ob dadurch nicht zu wenig Fluktuation erzeugt werde, sodass Kunden keine Parkplätze fänden, weil auch Anwohner ihre Autos oberirdisch abstellen könnten.

Letztlich lehnten die Stadträte den Antrag der CSU-Fraktion auf eine sofortige Umstellung des Systems mit 17:13 Stimmen ab. Die Regelung für die Zeit der Baustelle sei Sache der Verwaltung, und die Stadträte würden sich mit einem Parkraumkonzept für die Zeit nach dem Ende des Umbaus beschäftigen.

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