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17.06.2017

Kohl strahlte Respekt und Ruhe aus

Politiker aus der Region erinnern sich an den Staatsmann

„Er war ein großartiger Mensch, ein faszinierender Staatsmann.“ Erst einmal einige Minuten fassen musste sich der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Bundestags Eduard Oswald (CSU), als er gestern am frühen Abend die Nachricht vom Tod Helmut Kohls (87) erfuhr. Viele Jahre hat Oswald mit dem ehemaligen Kanzler in Berlin zusammengearbeitet.

„Obwohl man wusste, dass er schwer krank war, macht mich sein Tod doch sehr betroffen,“ sagt Oswald. Er arbeitete zunächst als parlamentarischer Geschäftsführer (1992 bis 1998) und später als Bundesbauminister eng mit Kohl zusammen. Ein wenig stolz sagt er: „Ich war der letzte Minister, der in seine Regierung berufen wurde.“ Kohl sei ein großer deutscher Staatsmann gewesen, dem das Land entscheidende Punkte der Wiedervereinigung verdanke.

Helmut Kohl mehrfach begegnet ist auch der frühere CSU-Landtagsabgeordnete Max Strehle. Bei einer Gelegenheit war Strehle mit dem Bundeskanzler auf einem Fest in Königsbrunn. Kohl habe es nicht leicht gehabt mit dem damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, erinnert sich Strehle. Er findet nur gute Worte über den ehemaligen Kanzler: „Kohl war ein Mann, vor dem ich großen Respekt hatte, denn er war nicht nur körperlich stabil, sondern auch charakterlich und hat eine Linie in Dingen verfolgt, an die niemand mehr geglaubt hätte, zum Beispiel die deutsche Wiedervereinigung.“

Für Altlandrat Karl Vogele war Helmut Kohl ein Brückenbauer – nach Ost und nach West, als „Vater der Wiedervereinigung“ und „riesen Europäer“. Beim deutschen Landkreistag in Berlin und bei mehreren Landesparteitagen der CSU hat er ihn ganz nah erlebt und „eindrucksvolle“ Reden von ihm gehört, erzählt er – aber auch die schwierigen Phasen mit Franz Josef Strauß sind ihm noch im Gedächtnis.

Der Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU) kannte Helmut Kohl viele Jahre und hat ihn in Brüssel und in München getroffen. Eine Begegnung mit dem Altkanzler ist Ferber in Erinnerung geblieben: ein Mittagessen in München in überschaubarer Runde. „Er war ein in sich ruhender Mann, der aber alle Gespräche auf sich gezogen hat.“ Kohls Verdienste um die Wiedervereinigung, die europäische Vereinigung sowie die Euro-Einführung sind nach Ansicht Ferbers Meilensteine der Geschichte. (lig, manu, mili)

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