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Gesundheit

21.11.2016

Krank? Wann Kinder besser daheim bleiben sollten

Auf Zetteln am Eingang erfahren Eltern schnell, welche Krankheiten gerade in der Kindertagesstätte grassieren. In diesem Fall geht der Magen-Darm-Virus in der Käfergruppe um.
Bild: Marcus Merk

Experten aus dem Augsburger Land erklären, wann die Kleinen besser zu Hause bleiben sollten, wie schwierig diese Entscheidung manchmal ist und und wann es gefährlich wird.

Eltern kennen das: An der Arbeitsstelle ist viel los, doch das Kind klagt am Morgen über Bauchweh oder Halsschmerzen. Wann sind Kinder so krank, dass sie zu Hause bleiben müssen? „Letztlich sind die Eltern die Experten“, sagt die Teamleiterin des Bereichs Kinderbetreuung im Landratsamt, Angelika Steinbrecher. Die Frage, wann ein Kind ins Bett gehört oder in die Gruppe kann, sei „ein viel diskutiertes Thema in den Einrichtungen“.

Laut Gesetz dürfen Eltern ihren Nachwuchs erst dann wieder in die Kindertagesstätte bringen, wenn er gesund ist. Kränkelt ein Kind stark, müssen die Erzieherinnen einschätzen, ob eine Ansteckungsgefahr für andere besteht, und für das Wohl des kleinen Patienten sorgen. „Eine schwierige Aufgabe“, weiß Steinbrecher. Nicht hinter jedem Bauchschmerz müsse ein Magen-Darm-Infekt stecken.

„Bei Fieber lassen wir die Kinder abholen“ 

Manchmal sei eine Allergie auf Lebensmittel oder Stress der Auslöser. Wenn ein Kind wegen Fieber einen roten Kopf hat oder erbricht, ist der Fall recht eindeutig. Für den Fall, dass das Kind abgeholt werden muss, haben alle Eltern eine Telefonnummer hinterlegt, unter der sie erreicht werden könnten. Eine Anruferin könnte Ulrike Micheler vom Kindergarten an der Westheimer Straße in Neusäß sein. Sie sagt, dass Kinder bei ansteckenden Krankheiten, wie Läusen oder Scharlach, daheimbleiben sollten. „Bei Fieber lassen wir die Kinder abholen“, fügt sie hinzu. Wenn allerdings eine Krankheit schon wieder abklingt oder es sich nur um Husten oder einen Schnupfen handelt, könnten die Kinder trotzdem kommen.

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Über Gefahren und Symptome für Kinder informierte der Kinder- und Jugendarzt Dr. Achim Timnik aus Westheim im Gasthaus am Lohwald in Neusäß. Über seine Motivation für den Vortrag sagt Timnik: „Es war mir wichtig, darüber zu informieren, wann es bei Infektionskrankheiten wirklich gefährlich wird.“ Viele verschiedene Krankheiten seien zur Sprache gekommen.

Fieber: „Die meisten denken immer, dass es schlimmer sei, je höher das Fieber ist. So stimmt das aber nicht“, sagt der Arzt. Vielmehr solle man etwa darauf achten, ob das Kind apathisch, also teilnahmslos, werde. Er weist darauf hin, dass „man sich um ein Kind, das 40 Grad Fieber hat, aber relativ normal spielen kann, in der Regel keine Sorgen machen muss“. Ein Kind mit 38 Grad, das nur noch teilnahmslos im Bett liegt, müsse aber sofort behandelt werden, sagt er.

Bindehautentzündung: Eine Bindehautentzündung äußert sich dadurch, dass die Augen verkleben. Der Arzt sagte dazu: „Diese Krankheit ist häufig, aber selten gefährlich.“ Allerdings dürften Erzieherinnen die Kinder mit Bindehautentzündung nicht in die Gruppe lassen.

Tuberkulose: Nachdem ein junger Asylbewerber, der die Eichenwaldschule besucht, im Sommer an Tuberkulose erkrankt war, wurde dieses Thema diskutiert. Timnik konnte die Zuhörer beruhigen. „Häufig ist die Angst davor groß, dass sich Flüchtlingskinder mit Tuberkulose infiziert haben. Dadurch sind sie aber in der Regel nicht gefährlich für andere.“ Diese Kinder könnten andere nicht anstecken, wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Sie seien vielmehr selber gefährdet und müssten geschützt werden vor einem möglichen Ausbruch durch rechtzeitige Behandlung.

Kinderkrankheiten: Masern können tödlich enden

Halsschmerzen: Mit Husten und Halsschmerzen müsse man häufig nicht zum Arzt, sagte Timnik: „Es wird erst gefährlich, wenn zusätzlich Fieber auftritt oder Atemnot oder rasselnde beziehungsweise pfeifende Nebengeräusche festzustellen sind.“

Vorbeugung: Ein wichtiges Thema für den Mediziner ist, dass gefährlichen Krankheiten vorgebeugt wird. Er ermahnte, Kinder impfen zu lassen. Etwa gegen Masern, das zwar nicht mehr häufig sei, aber sogar tödlich enden könne. „Diese Gefahr wird häufig unterschätzt“, sagt der Arzt. Auch sei es vor allem wichtig, auf gute Hygiene zu achten. Timnik regte an: „Ein Waschbecken in jedem Raum in Kindertagesstätten wäre ein wichtiger Schritt, damit Kinder sich öfter die Hände waschen können.“

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