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28.01.2011

Lang: Kampf geht weiter, die Resonanz lässt nach

Lang: Kampf geht weiter, die Resonanz lässt nach

Schwabmünchen Schlechte Straßenverhältnisse oder mangelndes Interesse? Schwer zu sagen, warum nur 14 Zuhörer zur Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal" (BI) im Hochzeitszimmer der Schwabmünchner Stadthalle gekommen waren.

Während sich draußen der Schneesturm breitmachte, ging es drinnen um das geplante Heizkraftwerk der Ettringer Firma Lang Papier. Noch vor gut einem Jahr hatte das Thema Massen mobilisiert. Viele Bürger brachten ihre Bedenken im offiziellen Genehmigungsverfahren zum Ausdruck, etliche unterstützen die Bürgerinitiative in ihrem Kampf gegen das Projekt des Papierherstellers.

Dieser Kampf soll nun weitergehen. Wie berichtet, hat die Bürgerinitiative gegen die Genehmigung des Heizkraftwerks eine Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Darüber wollten die Verantwortlichen nun eine breite Öffentlichkeit informieren - und auch um Spenden bitten. Denn so eine Klage ist teuer. Doch in Schwabmünchen war das Interesse gering.

Bisher 50 bis 100 Gäste

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Für den stellvertretenden Vorsitzenden der Bürgerinitiative, Karlheinz Hiesinger, ist das dennoch kein schlechtes Zeichen. Er macht vor allem das Wetter für die geringe Resonanz verantwortlich. Bei den vergangenen Info-Veranstaltungen seien zwischen 50 und 100 Interessierte dabei gewesen. Er hofft, dass die 14 Schwabmünchner Zuhörer nun als Multiplikatoren auftreten und die Sache publik machen.

"Es ist doch etwas anderes, eine Veranstaltung selbst zu besuchen, als davon zu lesen", so die Meinung eines Schwabmünchner Ehepaars zu dem Informationsabend. Die übrigen Besucher wollten nicht mit ihrer Anwesenheit den Unmut über die vermeintliche Umweltvergiftung zum Ausdruck bringen.

Sie erfuhren an diesem Abend von den BI-Verantwortlichen, um was es bei der Klage geht. Die Schwerpunkte liegen im Bereich Immissionsschutz, Leistung der Filteranlage, Bauplanungsrecht sowie die Situation am Baugrund. Die Kläger - vier Einzelpersonen und der Bund Naturschutz - werden von der BI betreut und finanziell unterstützt, sagte Hiesinger. Die Bürgerinitiative ist ein Zusammenschluss von elf Bürgerinitiativen der Region und zählt derzeit 830 Mitglieder. Wesentliche neue Erkenntnisse gab es an diesem Abend nicht. Auch keine Auskunft darüber, ob das umstrittene Ettringer Heizkraftwerk überhaupt gebaut wird. 120 Millionen Euro sollten in die neue Anlage investiert werden. Die Firma, die dem finnischen Unternehmen Myllykoski gehört, soll bekanntlich verkauft werden, vom Abbau zahlreicher Arbeitsplätze ist die Rede. Die Stimmung in Ettringen sei dementsprechend betrübt, sagte Hiesinger. "Über das Energiekonzept des neuen Inhabers ist nichts bekannt."

Eine Frage der Wirtschaftlichkeit

Ende 2012 läuft die Genehmigung der alten Ettringer Heizkraftanlage aus. Die Firma habe deswegen bereits einen Kessel auf Erdgas umgerüstet, sodass die Energieversorgung auch darüber hinaus sichergestellt sei, so Hiesinger. Der Bau einer weiteren Heizkraftanlage - "oder besser gesagt einer Müllverbrennungsanlage" - sei jetzt die Frage der Wirtschaftlichkeit.

Gernot Hartwig, Sprecher des Landesarbeitskreises Abfall und Kreislaufwirtschaft im Bund Naturschutz Bayern, ist überzeugt, dass die Klage der BI zumindest "teil-erfolgreich" wird. "Auch mit den eingehaltenen Grenzwerten der durch die geplanten Anlage erzeugten Schadstoffe werden wir vergiftet", betonte er. Er plädierte für eine breite Unterstützung der Bürgerinitiative.

Ein Zuhörer erkundigte sich, wie die Unterstützung der Gemeinden aussieht. Die Klage werde von den Gemeinden zwar nicht finanziell unterstützt, so Hiesinger. Bei Gutachten, die die jeweilige Gemeinde betreffen, sei jedoch signalisiert worden, dass man sich an den Kosten beteilige.

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