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Großaitingen

16.05.2019

Luana: Startet die Containerschule 2020?

Bereits im September will eine Gruppe junger Frauen und Männer in Großaitingen die demokratische Grund- und Mittelschule „Luana“-eröffnen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

In Großaitingen wird über die geplante Grund- und Mittelschule sowie den demokratischen Ansatz informiert. Details zur Einrichtung und zu den Schwierigkeiten.

Kleine Kinder spielen im Garten Fußball, andere Schüler sitzen in der Bibliothek und lesen oder experimentieren im Kreativraum. Eine weitere Gruppe beschäftigt sich mit Mathematik und wiederum andere Schüler hören einfach nur Musik. Diese Vorstellung einer Schule möchte eine Gruppe zumeist junger Männer und Frauen in die Tat umsetzen. Die „Luana“, so nennt sich die demokratische, freie und inklusive Schule, soll wenn möglich im September 2019 in Großaitingen die Türen öffnen. Wie genau die Bildungseinrichtung aussehen soll, das wurde bei einem Infoabend am Mittwochabend bekannt. Und in wenigen Tagen beschäftigt sich der Gemeinderat mit diesem Thema.

Neue Schule in Großaitingen soll aus 27 Containern bestehen

Die Bauvoranfrage für die Schule wurde am 29. März im Landratsamt abgegeben, sie ging allerdings erst in der vergangenen Woche bei der Gemeinde Großaitingen ein. Am Dienstag, 21. Mai, um 19.30 Uhr wird die Voranfrage im Gemeinderat behandelt, das bestätigt Bürgermeister Erwin Goßner auf Nachfrage. Nach Informationen unserer Zeitung liegt der angedachte Schulstandort im Klaiberweg im Süden der Gemeinde. Auf dem etwa 600 Quadratmeter großen Grundstück sollen insgesamt 27 Container aufgestellt werden, sagt Leo Selinger von der Luana. Selinger ist Lehrer an der Montessori-Schule in Augsburg, würde aber nach einer erteilten Genehmigung für die Luana an dieser neuen Schule, die für etwa 60 Kinder ausgerichtet ist, unterrichten.

Die Container erstrecken sich über zwei Stockwerke, zur Straße hin sollen sechs Stellplätze errichtet werden. Neben unterschiedlichen Bewegungs- und Kreativräumen sowie einer Bibliothek soll eine Turnhalle für bis zu vier Stunden in der Woche angemietet werden. Doch ob und wenn ja, ab wann eine solche Schulgenehmigung vorliegt, ist unklar. Eigentlich wollte die demokratische Schule im September 2019 eröffnen, doch dieser Termin ist vermutlich nicht zu halten; die Gründe sind vielfältig.

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Regierung von Schwaben hat über die Luana noch nicht entschieden

Bei der Regierung von Schwaben wurden am 29. März die Anträge für die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Grund- und Mittelschule eingereicht. Nach Auskunft von Pressesprecher Karl-Heinz Meyer werden diese derzeit auf ihre Vollständigkeit sowie in schulfachlicher Sicht hin überprüft. „Ein Ergebnis steht noch aus“, sagt Meyer. Der eingereichte Antrag, der einen Pachtvertrag mit dem Grundstückseigentümer sowie das pädagogische Konzept und die Finanzplanung enthält, muss laut Selinger einen aufwendigen Genehmigungsprozess durchlaufen.

Der angedachte Standort in Großaitingen soll allerdings nur eine Übergangslösung für die Luana sein; aus diesem Grund sollen die Schulcontainer auch lediglich für zwei Jahre gemietet und nicht gekauft werden. Es gebe derzeit Gespräche mit entsprechenden Firmen. „Langfristig planen wir einen Standort in Augsburg“, sagt Selinger. Ihm und seinen Mitstreitern ist bewusst, dass das Grundstück am Klaiberweg nicht optimal sei: Es sei zu klein und liege zu weit von Augsburg entfernt. Denn der Schulweg sei ein großes Thema, erzählt Karl Geller, Lehramtsstudent und Unterstützer der Luana. Viele der vorab angemeldeten Schüler wohnen in Augsburg; das Einzugsgebiet reiche aber bis nach Landsberg oder gar München. Die Luana ist deshalb auf der Suche nach einem für ihr Vorhaben geeigneterem Grundstück, welches 800 bis 1000 Quadratmeter groß sein soll.

„Massiver“ Containerbau für demokratische Schule in Großaitingen

Bürgermeister Goßner informierte sich am Mittwochabend, wie einige andere Großaitinger auch, über das Luana-Projekt in Großaitingen. Seiner Meinung nach wirke der Containerbau „sehr massiv“, zudem fehle ihm für die Schüler ausreichend Platz zum Spielen. Die Bauvoranfrage sieht er noch aus einem anderen Grund kritisch. Der erstmals 1983 verbaute und mehrmals erweiterte Vakuumkanal sei an seiner Belastungsgrenze angelangt. Eine noch intensivere Nutzung durch eine Schule könne zu Problemen oder einer größeren Fehleranfälligkeit des Systems führen.

Die zumeist jungen Männer und Frauen, die sich für die demokratische Schule einsetzen, lobt er für ihr Engagement. Dass von manchen Bürgern hinter vorgehaltener Hand von einer Sekte gesprochen werde, sei aus seiner Sicht nicht im Ansatz nachvollziehbar.

Nicht nur Goßner bezweifelt, dass die Schule noch in diesem Jahr startet. Auch Leo Selinger erkennt, dass die Eröffnung 2019 „extrem knapp und kaum mehr zu schaffen“ sei. Eines seiner Ziele für die nächsten Wochen: „Wir wollen von der Regierung von Schwaben eine verbindliche Rückmeldung zu unserem pädagogischen Konzept“, sagt Selinger. Inzwischen plane man mit dem Start der Luana im Jahr 2020. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: In dieser Schule dürfen Schüler ihre Lehrer entlassen

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