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Lechfeld/Stauden

24.07.2015

Manöver im Tiefflug? Der Unmut über den Fluglärm wird lauter

Zwei Eurofighter der Alarmrotte QRA  starten am Lechfeld.
Bild: Pitt Schurian

Leser berichten von atemberaubenden Flugmanövern über dem Lechfeld. Gegner befürchten: Es scheint mehr zu werden. Und es gibt ein Gerücht über Tornados.

Die Empörung kochte am gestrigen Nachmittag über. Über Großaitingen, Schwabmünchen und dem Lechfeld jaulte die Luft. Es sollen Tornados gewesen sein. Schneller als der Blick ihnen folgen konnte, donnerten jedenfalls Flugzeuge über die Dächer. So zumindest der akustische Eindruck gegen 15.40 Uhr.

Seit Tagen schildern Leser unserer Zeitung eine zunehmende Belastung durch Fluglärm. Es sind Klagen aus dem Naturpark Westliche Wälder und aus der Region zwischen Lech und Wertach. Es seien wohl alles Militärmaschinen, heißt es, jedoch nicht nur Kampfjets. Da wird auch von großen zivil aussehenden Flugzeugen gesprochen, ähnlich eines Airbus 310, die aber eine Luft-zu-Luftbetankung über dem Lechfeld durchgeführt haben sollen. Und das am Wochenende. Adelheid Hockenmaier von der Initiative gegen Fluglärm am Lechfeld (IGFL) erfuhr: „Die flogen solch ein schweres Manöver dabei keineswegs im Geradeausflug, sondern in einer Kurve.“ Ähnliches sei jüngst sogar über Augsburg beobachtet worden.

Atemberaubende Manöver im Tiefflug

Doch am Himmel seien auch Eurofighter und Tornados mit wilder Akrobatik unterwegs. Und das zu allen denkbaren Zeiten. Ein Leser aus Hiltenfingen bekräftigt: „Die fliegen an sieben Tagen in der Woche, auch nachts.“ In Klosterelchfeld beobachtet ein anderer atemberaubende Flugmanöver von senkrecht aufsteigenden Jets, die kurze Zeit später wieder im Tiefflug über den Fliegerhorst donnern und über seinem Heimatort aufsteigen würden. Ihm sei das unverständlich.

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Man muss einschränken: Nicht nur Laien fällt eine Orts- und Höhenbestimmung von Flugzeugen schwer. Mangels Bezugspunkten kann das Auge kaum Entfernungen oder Größen einschätzen. Und bei nächtlichen Zeitangaben könnte eine Rolle spielen, dass am Lechfeld zur Zeit die Alarmrotte des Luftwaffengeschwaders 74 stationiert ist. Dieses hat über Süddeutschland auch Verstöße durch ziviles Fluggerät notfalls durch Augenschein vor Ort aufzuklären. Das macht selbst Nachtstarts nötig.

Freiwillige Beschränkungen scheinen nicht mehr zu gelten

Doch dem entgegen steht eine auffallend zunehmende Zahl an Beschwerden unserer Lesern, die dieser Tage in der Redaktion in Schwabmünchen eingehen. Es sind ganz konkrete Schilderungen von unterschiedlichen Menschen.

Auch Adelheid Hockenmaier von der IGFL registriert einen zunehmenden Unmut in der Bevölkerung. Dabei hat die Luftwaffe am Lechfeld eine hundertjährige Tradition. Doch laut ihrer Vermutung haben sich zwei Dinge geändert: Die Übungsräume für Natomaschinen scheinen knapper zu werden, so würden mehr auswärtige Jets in den Übungsraum zwischen Lech und Schwäbischer Alb einfliegen. Und vor allem gilt: Die freiwilligen Beschränkungen, die sich das frühere Lechfeldgeschwader auferlegte, scheinen nicht mehr zu gelten.

In einer Anfrage an Bundestagsfraktionen und Verteidigungsministerium will sie wissen: Wann zieht das Neuburger Eurofighter-Geschwader wieder ab? Stimmt das Gerücht, wonach dann wegen Startbahnsanierungen in Jagel und Büchel Tornados ans Lechfeld verlegt werden? Warum nimmt die Lärmbelastung zu? Welche zeitlichen und räumlichen Flugbeschränkungen gelten noch? Werden die Übungsräume über der heimischen Region von mehr auswärtigen Fliegern genutzt? Das Neuburger Geschwader war gestern für eine Stellungnahme noch nicht erreichbar.

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