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Großaitingen

22.10.2019

Mit dem Bürgerbus kostenlos übers Land fahren

„Wir wollen eine robuste Technik und eine Wartung in Werkstätten vor Ort.“So soll der neue Bürgerbus für die Verwaltungsgemeinschaft Großaitingen aussehen: Sitzplätze, wie es sie im Linienbus gibt, aber insgesamt kleiner und mit Rampe sowie Elektroantrieb.
Bild: Fa. K-Bus

Plus Ein neues Modell für öffentliche Linien wird im Raum Großaitingen erprobt – es kostet nichts, ist elektrisch, vernetzt, barrierefrei und mit Bürgerbeteiligung.

Im öffentlichen Personennahverkehr gehen die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Großaitingen (VG) einen neuen Weg. Während Rufbusse im Augsburger Land sehr unterschiedlich angenommen werden und es offenbar Hemmungen gibt, ihn zu bestellen – was seine Wirtschaftlichkeit nur verschlechtert – wollen Kleinaitingen, Oberottmarshausen und Großaitingen eine ganz andere Lösung zeigen: mit einem einfachen Konzept, einem starken Nutzen für die Bürger – und das kostenlos sowie barrierefrei.

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Die Bürgermeister der drei Gemeinden sind einen solchen Elektrobus bereits probegefahren. Er wird in Österreich auf Basis eines Elektro-Vans von Nissan umgebaut. Innen gleicht die Bestuhlung einem normalen Linienbus. Am Eingang ist eine große Rampe ausklappbar für einen Rollstuhl oder Kinderwagen. VG-Vorsitzender Erwin Goßner kennt auch andere Fahrzeuge dieser Art. Meist sind sie von Grund auf Spezialanfertigungen: „Wir wollen eine robuste Technik und eine Wartung in Werkstätten vor Ort“, sagt er. Deshalb hätten sich die drei Gemeinden für ein Serien-Fahrzeug entschieden. Die Fahrgastzelle wird jedoch speziell für den Einsatz als Bus umgebaut. Wenn der Auftrag für den Bürgerbus noch in diesem Monat gestellt wird, seien die Umbaumaßnahmen bis zum Frühling fertig, sagte Bürgermeister Goßner im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ein Autoführerschein reicht für den Bürgerbus aus

Und noch etwas war Vorgabe: Fahrbar ist der Kleinbus mit einem normalen Auto-Führerschein. Und damit sind Goßner und seine Kollegen beim Begriff Bürgerbus. Gefahren werden soll dieser nämlich „von Bürgern für Bürger“. Ehrenamtliche also, sagt Goßner. Freiwillige gäbe es bereits in ausreichender Zahl, um einen Linienverkehr sicherzustellen. Diese seien freilich von jeder Haftung freigestellt und bekommen eine Aufwandsentschädigung auf 450-Euro-Basis.

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Momentan sind 18 Haltestellen geplant: zwischen Hardt und Reinhartshofen im Westen sowie Oberottmarshausen samt der Siedlung im Handtuchwald östlich der B17. Angefahren werden laut aktuellem Plan auch der Bahnhof in Bobingen und das nahe gelegene Einkaufsgebiet an der Königsbrunner Straße.

Bürgerbus: Darum steht der Auwald von Wehringen nicht auf dem Fahrplan

Am Fahrplan wird noch getüftelt. Ursprünglich sollte auch der Auwald von Wehringen ins neue Netz eingebunden werden, doch die Gemeinde stieg aus, ihr reicht das Angebot im Augsburger Verkehrsverbund. Der weise für die VG-Gemeinden jedoch einige Lücken auf, insbesondere in Ost-Westrichtung übers Lechfeld, heißt es in Großaitingen. Doch werde der Fahrplan auf Anschlüsse an das AVV-Angebot abgestimmt. Ebenso auf Öffnungszeiten aller wichtigen Einrichtungen, die mit dem Bürgerbus erreicht werden können, betont der Landkreis.

Der Bürgerbus könnte ein Zukunftsmodell sein, hieß es jüngst in einer Aussprache im Kreisausschuss des Augsburger Landes. Dieser wird den zunächst auf drei Jahre angelegten Versuch mit 60 Prozent der ungedeckten Kosten fördern. Den Rest zahlen die VG-Gemeinden. Sie hoffen, dass der Freistaat das Defizit durch sein Mobilitätsversprechen niedrig hält. Auch ohne dem Geld aus München wäre die Finanzierung gesichert. 160000 Euro wird der neue Bus kosten, 70000 Euro Zuschuss kosten die drei Jahre Probebetrieb. Danach soll das Ergebnis mit der Akzeptanz von Rufbussen verglichen werden. Dann wird sich zeigen, ob der Bürgerbus ein Zukunftsmodell für den ganzen Landkreis sein kann.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Artikel: ÖPNV: Der Bürgerbus hat viele Vorteile

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