Konzert

23.07.2019

Musik vom Feinsten

Das Lech-Wertach-Orchester präsentierte in der Kirche St. Nikolaus ein Konzert auf Spitzenniveau.
Bild: Johannes Rinck

Lech-Wertach-Orchester und Solisten treten in der Großaitinger Kirche auf

Die Großaitinger haben in der Kirche St. Nikolaus ein besonderes Konzert zu hören bekommen. Dort spielten das Lech-Wertach-Orchester und mehrere Solisten unter der Leitung von Wolfgang Scherer.

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Die Idee, zusammen mit Pfarrer Hubert Ratzinger das „Concertino op. 26“ für Klarinette und Orchester des jungen Carl-Maria von Weber als Hauptwerk in ein Kirchenkonzert mit aufzunehmen, war eine musikalische Besonderheit. Ratzinger weiß das weite Tonspektrum und die virtuosen Passagen dieses anspruchsvollsten Meisterwerks bis in den letzten Winkel des Soloparts auszukosten.

Aus Händels „Messias“ erklang, prachtvoll interpretiert, das theatralisch instrumentierte „Warum toben die Heiden?“, so plastisch, dass es den Zuhörer fröstelte. Versöhnlich dagegen der „Einzug der Königin von Saba“, in dem Flöten und Streicher ihr virtuoses Können zeigten. Wolfgang Wirsching, internationaler Bassbariton, fesselte mit Ausdruck und Spannung.

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Wolfgang Amadeus Mozart komponierte im Alter von neun Jahren die Arie „Conservati fedele“ – ein Werk, das ausschließlich von renommierten Mezzosopranistinnen gesungen werden kann. Die in Deutschland an diversen Häusern engagierte Simone Werner erinnert in ihrer hingebungsvollen, koloraturreichen Interpretation an Teresa Berganza, die Primadonna des vergangenen Jahrhunderts.

Das anschließend zugegebene „Ave verum“ konnte inniger nicht interpretiert werden. Ein Kammerensemble um Wolfgang Scherer begleitete das Spätwerk Amadés von 1791. Fulminant war die Kirchensonate KV.278 mit Trompeten und Pauken. Das Orchester brillierte hier ebenso wie bei Georg Phillip Telemanns Sonaten, bravourös intoniert vom vielfach ausgezeichneten Jungtrompeter David Schöpf aus Langerringen. Dazwischen fröhlich-klangvolle Orgelwerke von Lemmens und Johann Sebastian Bach im akustisch glänzenden Großaitinger Kirchenraum. Markus Göppel und Cristiane Nerb brachten das restaurierte Instrument zur höchstmöglichen Geltung. Als Luisa Schilling (Bundespreisträgerin bei Jugend musiziert 2018) mit ihrer klassischen Gitarre spielte, war die Harmonie perfekt.

Felix Linsmeier, Arrangeur des Orchesters, Composer in Residence (Würzburg) und Kompositions-Preisträger der Berliner Philharmoniker, ist immer für musikalische Überraschungen gut. Bravorufe in Kirchen sind selten, Standing Ovations ebenso – hier waren sie angebracht. Bürgermeister Erwin Goßner überreichte Präsente.

Ausgebucht bis 2021, sind die weit gereisten „Jungen Talente“ eine verschworene Gemeinschaft, die technisch und musikalisch grenzenlos belastbar zu sein scheint und in jedem Genre zu Hause ist. Der Vollblutmusiker und Orchesterleiter Wolfgang Scherer erarbeitet seit Jahrzehnten beständig Konzerte mit jungen Musikern auf Spitzenniveau. Dafür erhielt er unter anderem die „Silberdistel“ der Augsburger Allgemeinen. Man darf auch schon auf die „25. Konzerte junger Talente“ am 23. und 24. November in Schwabmünchen gespannt sein.

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