Königsbrunn

06.11.2017

Muttis Horrorvisionen

Das richtige Maß finden zwischen Vertrauen und elterlicher Kontrolle – Königsbrunner Jugendliche haben dazu einen Kinospot gedreht.
Bild: Adrian Bauer

Wie viele elterliches Misstrauen muss sein? Aus dieser Frage haben junge Königsbrunner einen Kinospot gemacht.

Was hat der Tim wohl diesmal wieder angestellt? Die Frage quält seine Eltern auf der Heimfahrt aus dem Kurzurlaub. Und tatsächlich: Auf dem Schränkchen im Gang liegt ein Brief von der Polizei. Das ist die Geschichte des Kinospots, der in Kooperation des Königsbrunner Jugendzentrums Matrix und des Familienbüros der St.-Gregor-Jugendhilfe entstanden ist. Im November wird die 90-sekündige Variante im Werbeblock des Cineplex-Kinos gezeigt. Der komplette dreineinhalb-minütige Film ist im Internet abrufbar.

Das Besondere dabei ist, dass der komplette Film von Jugendlichen konzipiert und umgesetzt wurde. „Wir haben die Jugendlichen gefragt, was sie beim Thema Erziehung am meisten beschäftigt. Das Thema Vertrauen war schnell gefunden“, sagt Achim Friedrich, Leiter der St.-Gregor-Jugendhilfe in Königsbrunn. Wie viel Vertrauen ist notwendig, wie viel Kontrolle muss sein – das ist die Grundfrage. Aus der Idee wurde eine Geschichte entwickelt. Die Jugendlichen, die im Matrix in der Theatergruppe „Dramalution“ aktiv sind, teilten sich die Filmrollen auf. Die Eltern von Hauptdarsteller Thomas Berchtold, Josef und Isabell, wurden auch als Filmeltern rekrutiert. Beim Dreh kamen fast vier Stunden Filmmaterial zusammen, aus dem die Endfassung erstellt wurde.

Sogar die Musik machten die Jugendlichen selbst

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Dabei waren die Jugendlichen nicht nur als Schauspieler aktiv: Ein Trio kümmerte sich um die Filmaufnahmen und den Ton, sogar die verwendete Musik kommt von einem Nachwuchsmusiker aus dem Matrix. Dieser Umstand macht Steve Klier besonders stolz. Der Medienpädagoge unterstützte technische Seite die Dreharbeiten: „Dass alles aus einer Hand kommt, ist wirklich außergewöhnlich.“ Entsprechend hat er den Film auch als Beitrag für zwei Wettbewerbe in der Region angemeldet.

Dass sich das Resultat sehen lassen kann, davon konnten sich die Jugendlichen im Cineplex selbst überzeugen. Der Brief von der Polizei löst in der Mutter echte Horrorvisionen aus: der Sohn wahlweise als Bösewicht in der Drogenszene, als Ladendieb bei Edeka Toth, als Schläger, der schließlich von der Bobinger Polizei abgeführt wird. All das ist professionell in Szene gesetzt, lustig gespielt und Thomas Berchtold gibt einen glaubwürdigen Schurken ab. Was letztlich in dem Brief steht, das erfährt man im November im Cineplex-Kino oder im Internet unter www.achtung-familie.de/videos.

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