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Königsbrunn

31.05.2020

Nach Wiedereröffnung: Königsbrunner Waldkindergarten muss sechs Kinder heimschicken

Noch kein Normalbetrieb nach Corona: Die Kindergartengruppe „Waldwichtel“ in Königsbrunn musste sechs Kinder wieder nach Hause schicken.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Plus Waldkindergärten sind eigentlich seit dem 25. Mai wieder im Normalbetrieb. Eine Königsbrunner Einrichtung musste diesen aber schon nach einem Tag abbrechen.

Viele Waldkindergärten haben schon wieder regulär geöffnet. Die Königsbrunner "Waldwichtel" mussten allerdings sechs Kinder wieder nach Hause schicken. Was dahinter steckt.

Der Königsbrunner Waldkindergarten hat sein Hauptquartier im Wald östlich der Lechstraße. Formal gehört die Gruppe der „Waldwichtel“ aber zur AWO-Kita „Rappelkiste“ in der Füssener Straße. Und diese Feinheit ist der Grund, dass die Kita anders als andere Waldkindergärten nicht wieder in den Normalbetrieb zurück darf. Für sechs Kinder bedeutete dies, dass sie am Montag wieder in der Kindergarten durften und seit Dienstag wieder zuhause bleiben sollen.

Reguläre Kitas sind wegen der Corona-Auflagen weiterhin geschlossen. Betroffen davon ist auch die Königsbrunner "Waldwichtel"-Gruppe.
Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbol)

2,5 Kilometer liegen zwischen der „Rappelkiste“ und dem Bauwagen am Parkplatz am Waldspielplatz, den die Waldgruppe als Stützpunkt und Unterschlupf bei Schlechtwetter benutzt. Einziger regelmäßiger Berührungspunkt ist Kita-Leiterin Sylvana Cordt, die maximal einmal im Monat für Treffen mit Kindern und Eltern vorbeischaut. Die Vormittage verbringen die Kinder am Stammplatz der Gruppe im Wald. „Ein Waldkindergarten hat wenig vorgefertigte Spielsachen. Die Kinder spielen dafür mit Dingen, die ihnen die Natur bietet: Äste, Steine, Gräser, Blumen, Moos, Tannenzapfen. All diese Dinge regen zum selbstständigen Gestalten und Experimentieren an, da sie kein vorgefertigtes Erscheinungsbild haben“, heißt es im Konzept der Waldgruppe. Mittags gibt es am Bauwagen eine Brotzeit, spätestens um 13.45 Uhr sollen die Kinder abgeholt werden.

Am Montag kam die Nachricht: Der Normalbetrieb ist gegen die Auflagen

Derzeit besuchen 14 Kinder über die corona-bedingte Notbetreuung die Waldgruppe. Am Montag, 25. Mai, durften die übrigen sechs zurückkehren, die Waldgruppe sollte wieder im Normalbetrieb laufen. Doch schon im Laufe des Tages erhielt die Kita die Botschaft aus dem Landratsamt: Das entspricht nicht den Vorgaben aus München.

Dort heißt es nämlich: „Hiervon nicht umfasst sind einzelne Teilgruppen („Waldgruppen“) einer gebäudebezogenen Kindertageseinrichtung, auch wenn diese sich vor allem im Freien aufhalten (…). Auch für bereits bestehende Waldgruppen, die zu einer Einrichtung mit Gebäudebezug gehören, besteht weiterhin ein Betretungsverbot“, teilt das Landratsamt mit. Das bedeutet: Auch wenn die „Waldwichtel“-Kinder die stationäre Kita in der Füssener Straße möglicherweise noch nie betreten haben, zählen sie in der Richtlinie so, als wären sie jeden Tag dort. Der Grund steht in den „den Vollzugshinweisen zur Auslegung der Allgemeinverfügung“ aus dem Sozialministerium in München: Man wolle eine eindeutige und transparente Abgrenzung erreichen. Damit solle verhindert werden, dass Kitas einzelne Gruppen auslagern, um Ausnahmen vom Betretungsverbot zu erreichen.

Die Auslegung der Regeln kommt erst spät in Königsbrunn an

Dass es zu der irrtümlichen Komplettöffnung der Königsbrunner Waldgruppe kommen konnte, könnte am Zeitpunkt liegen, mit dem die Lockerungen aus München kommuniziert wurden. Laut Landratsamt kam die Mail des Sozialministeriums mit den Hinweisen, wie die neuen Regeln konkret auszulegen sind, am vergangenen Freitag um 16.16 Uhr an – also nach Feierabend. An die Kindertagesstätten im Landkreis konnte sie daher erst am Montag weitergeleitet werden.

Wann die sechs „Waldwichtel“ nun endgültig in ihre Krippe zurückkehren können, hängt von den weiteren Lockerungen ab. Nach den Pfingstferien soll es nach derzeitigem Stand soweit sein, sagt Sylvana Cordt. Am 15. Juni dürfen Stand jetzt alle Kinder zurückkehren, die im Schuljahr 2021/22 eingeschult werden sollen.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier Fehler bei der Corona-Lockerung: Die Eltern baden es aus

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