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Schwabmünchen

16.07.2020

Neue Pläne für ein Haus am Schrannenplatz in Schwabmünchen

In dem rotbraunen Haus an der Einfahrt zum Schrannenplatz soll ein Café einziehen. Der neue Besitzer möchte im Dach zusätzlichen Wohnraum schaffen.
Bild: Carmen Janzen

Plus An der Straßeneinfahrt am Schrannenplatz in Schwabmünchen tut sich bald etwas. Könnte es bald Stellplätze und ein Café geben?

An der Einfahrt zum Schrannenplatz in Schwabmünchen tut sich bald was, darauf lässt zumindest ein Bauantrag schließen, den der Bau-, Werk- Energie- und Umweltausschuss in der jüngsten Sitzung am Dienstagabend behandelte.

Das Haus, in dem sich unten das Lederparadies befindet, ist verkauft worden. Der Käufer möchte nun das Dach ausbauen, um neuen Wohnraum zu schaffen, zwei bestehende Wohneinheiten sanieren, Balkone, Dachgauben und Terrassen anbauen. Zudem sollen drei neue Stellplätze geschaffen werden, dort, wo momentan noch Büsche stehen und die Autofahrer von der Fugger-/Luitpoldstraße aus in den Schrannenplatz einbiegen. Auch beantragte der Investor eine Nutzungsänderung für das Ledergeschäft. Dort soll künftig ein Café/Bistro mit einer Bäckerei einziehen.

Im Zentrum in Schwabmünchen soll neuer Wohnraum entstehen

Dass im Zentrum Schwabmünchens neuer Wohnraum entsteht, begrüßte Bürgermeister Müller. Das sei „sehr erwünscht“. Dennoch gaben die Ausschussmitglieder zunächst nicht ihr Einverständnis für das Vorhaben wegen der Stellplätze. Der Bauausschuss möchte sich die Situation vor Ort genau ansehen, um letztlich eine Entscheidung zu fällen. Denn schließlich handle es sich um eine „sehr ortsbildprägende Lage am Schrannenplatz“, so Müller.

Neue Pläne für ein Haus am Schrannenplatz in Schwabmünchen

Weiteren Wohnraum schaffen will auch der Besitzer eines Hauses in der alten Wäscherei in der Ferdinand-Wagner-Straße 1, ebenfalls im Zentrum. Doch der Ausschuss hatte sein Einvernehmen bereits im September 2019 wegen fehlender Stellplätze verweigert. Denn Bauherren müssen für jede Wohnung eine bestimmte Anzahl von Stellplätzen nachweisen. Gibt es zu wenig Platz auf dem eigenen Grundstück, kann man sich gegen die Bezahlung einer Ablösesumme von dieser Pflicht freikaufen.

Warum die Stellplätze am Schrannenplatz ein Problem sind

Die Kommunen, die dieses Geld bekommen, müssen es für den Bau von Stellplätzen an anderer Stelle verwenden. Soweit die Theorie. In der Praxis macht das die Stadt Schwabmünchen aber nicht. Zudem zweifeln die Mitglieder, dass sich das Gebäude in der Ferdinand-Wagner-Straße aufgrund der mangelnden Lichtverhältnisse überhaupt als Wohnraum eignet. Was lichttechnisch erlaubt ist und was nicht, regelt die Bayerische Bauordnung.

Nun war das Vorhaben erneut Thema, nachdem das Landratsamt sich mit dem Fall befasst hatte und zu dem Ergebnis kam, dass Schwabmünchen „die Schaffung oder Erneuerung von Wohnraum durch die Ablehnung der Ablöse des erforderlichen Stellplatzes verhindert“. Da diese Entscheidung eine Ermessenssache ist, hatte die Stadt nun zwei Möglichkeiten, die Matthias Böck, Leiter der Bauverwaltung, aufzählte: „Entweder schaffen wir mit der Ablöse des Stellplatzes einen Präzedenzfall oder wir riskieren, dass das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen ersetzt, was sie signalisiert haben.“

Bürgermeister Müller zeigte klar Kante: „Ich möchte die Stellplätze nachgewiesen haben.“ Ebenso sein Stellvertreter Josef Alletsee: „Wenn wir das einmal machen, haben wir künftig keine Argumente mehr, Stellplätze nicht abzulösen.“ Alle Mitglieder lehnten die Pläne erneut einstimmig ab. Nun ist das Landratsamt wieder am Zug.

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16.07.2020

Ein Investor ist in Sicht und schon wird die Innenstadt umgekrempelt. Stellplätze sind auf dem Schrannenplatz und an der Jahnstraße genügend vorhanden, da muss kein einziger Busch weichen. Das ist das eine. Verkehrssicherheit die andere Seite. So kurz nach einer Enmündung Stellplätze anzulegen – da ist Ärger vorprogrammiert. Und Gastronomie haben wir in SMÜ wirklich genug – will man dem Café Ibscher jetzt schon das Wasser abgraben, bevor es sich nach der Corona-Krise wieder berappelt? Da ist Leerstand vorprogrammiert – hüben oder drüben …

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16.07.2020

Meiner Ansicht nach sollte die bestehende Bepflanzung rechts der westlichen Zufahrt zum Schrannenplatz unbedingt erhalten werden. Hier darf keine weitere Pflasterwüste für Stellplätze entstehen. Das würde auch den Charakter der Zufahrt zu sehr und negativ verändern. Die auf dem Schrannenplatz und vor dem Fotogeschäft befindlichen
Park- und Stellplätze müssten eigentlich für den dortigen Bedarf ausreichend sein.
Dass in dem Gebäude ein Cafe7Bistro mit Bäckerei eingerichtet werden soll, sehe iich mit "großen Bauchschmerzen".
Hat doch dort schräg gegenüber vor noch nicht allzulanger Zeit erst das Cafe Ibscher eröffnet. Zu dessen Bestandsschutz
sollte deshalb jetzt nicht auf der anderen Straßenseite gleich wieder ein Cafe eröffnen. Das wäre in meinen Augen kleinkariertes
Denken und Handeln.
Außerdem befindet sich in der Nähe in der Ferdinand-Wagner-Straße bereits eine größere Bäckerei mit Bistrobetrieb. Die Innenstadt
beleben ist ja gut und sinnvoll, aber man sollte hier nicht auf engerem Raum unnötig Konkurrenzbetriebe schaffen, die das Ganze dann
gleich wieder in Frage und auf den Kopf stellen. Denn das wiederum würde der Innenstadt gleich wieder schaden.

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