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Abwasser

03.11.2017

Nicht nur die Kläranlage stößt an ihre Grenzen

Hans-Jörg Erber (mit Meterstab) erklärt den Freien Wählern das Vorklärbecken in der Schwabmünchner Kläranlage.
Bild: Christan Kruppe

Zu groß und doch zu klein: Bei einer Besichtigung in Schwabmünchen gibt es interessante Neuigkeiten

Die Stadt wächst und wird als Wohngebiet immer begehrter. Dies wirkt sich auf die unterschiedlichsten Bereiche aus. Auch auf die Kläranlage. Abwassermeister Hans-Jörg Erber gab jetzt bei einer Führung auf Initiative der Freien Wähler nicht nur einen tiefen Einblick in die Funktionsweise der Abwasserreinigung, sondern zeigte auch die Probleme auf, die auf Schwabmünchen zukommen.

Denn die Anlage im Westen von Schwabmünchen, direkt an der Wertach gelegen, stößt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Zwar wurde die fast 30 Jahre alte Anlage in den vergangenen Jahren immer wieder verbessert und den aktuellen Gegebenheiten angepasst, doch das genügt inzwischen nicht mehr. „Die Anlage wurde damals für 25000 Menschen geplant.“ Inzwischen komme das Abwasser von 17000 Menschen dort an. „Dazu kommt dann noch das Abwasser aus den Gewerbebetrieben, sodass wir an unsere Grenze stoßen“, erklärt Erber. Paradox sei dabei, dass das Vorklärbecken für die inzwischen geltenden Anforderungen eigentlich zu groß sei, während das gesamte Klärwerk, welches die Abwässer aus Schwabmünchen und seinen Stadtteilen sowie aus Langerringen reinigt, zu klein wird. Die Notwendigkeit der Sanierung der Kläranlage erkannten auch die anwesenden Stadträte.

„Das wird aber einige Jahre in Anspruch nehmen“, vermutet Michael Großmann. Die meiste Zeit davon wird Planung und Ausschreibung beanspruchen. Und auch so wird es nicht einfach. Denn eine Kläranlage lässt sich nicht einfach so abschalten. Schon bei bestimmten Wartungen ist viel Kreativität der Kläranlagenmitarbeiter gefragt. „Man kann die Anlage nur für ein paar Stunden außer Betrieb nehmen, um gewisse Arbeiten umzusetzen“, sagt Erber. Bei einer Sanierung sei es ähnlich. Dabei arbeitet nicht nur die Anlage am Limit, auch das Personal stößt an seine Grenzen.

„Als die Anlage in Betrieb genommen wurde, waren wir zu viert. Das ist auch heute noch so“, erklärt Erber. Die Arbeit sei aber mehr geworden. Allein die Anzahl der Pumpen, die das Abwasser an den Paintenweg fördern, haben sich in den vergangenen 25 Jahren verdreifacht. „Nur für die Kontrolle der 24 Pumpen sind zwei Mitarbeiter jede Woche einen Tag lang unterwegs“, sagt Erber.

Dazu komme der Bereitschaftsdienst. Drei Mitarbeiter teilen sich diesen im wöchentlichen Wechsel, damit auch außerhalb der Arbeitszeit jemand im Störungsfall greifbar ist. Dafür gibt es einen freien Tag. „So kommen diese drei zusammen mit ihrem Urlaub auf 45 freie Tage im Jahr. So gerechnet sind wir ein halbes Jahr nur zu dritt“, rechnet Erber vor.

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