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Landkreis Augsburg

26.12.2016

Niemand erlebt Weihnachten mit leeren Händen

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Mit einem breiten Lächeln antworten die Kinder auf die großen Geschenke.
Bild: Christian Gall

Die Tafeln sorgen dafür, dass auch arme Menschen an Heiligabend beschenkt werden. Die Spendenbereitschaft war enorm.

Der Tisch ist gedeckt, es duftet nach Schweinebraten und Knödel. Geschenke stapeln sich unter dem Weihnachtsbaum. So erleben die meisten von uns das Weihnachtsfest. Doch viele Menschen im südlichen Landkreis Augsburg haben nicht die Möglichkeit, an Weihnachten derart spendabel zu sein. Personen mit sehr geringem Einkommen haben schon abseits der festlichen Zeit Probleme, genügend Lebensmittel auf den Tisch zu bekommen. Damit sie sich an Weihnachten trotzdem über Geschenke freuen können, haben zahlreiche Menschen in unserer Region gespendet. Nun ist es an der Zeit, diese Spenden zu verteilen.

Weihnachtsbraten in der Geschenktüte

In Schwabmünchen geschieht das bei der Tafel, während einer besonderen Weihnachts-Ausgabe, wie der stellvertretende Vorsitzende des Caritasverbands Schwabmünchens, Andreas Claus, sagt: „Die zahlreichen Spenden ermöglichen uns, jedem Besucher der Tafel eine zusätzliche Tüte mitzugeben.“ In dieser Weihnachtstüte befinden sich besondere Lebensmittel wie Schokolade, Stollen und Ananas. Auch die Besucher der Lechfeld-Tafel erhalten eine Geschenktüte – in ihrem Fall mit einem frischen Weihnachtsbraten.

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Die Lebensmittel stammen von Spendenaktionen im Raum Schwabmünchen. Vor einigen Supermärkten haben Tafel-Mitarbeiter Kunden gebeten, zusätzliche Lebensmittel zu kaufen und dann zu verschenken.

„Die Spendenbereitschaft der Leute war groß“, sagt Peter Wyss, der die Spendenaktion mitorganisiert hat. In drei Tagen, in denen Tafel-Mitarbeiter vor dem V-Markt in Schwabmünchen gesammelt haben, seien Lebensmittel in Wert von 1800 Euro zusammengekommen. Der Supermarkt war nicht die einzige Anlaufstelle der Tafel – beteiligt waren auch Lidl, Marktkauf und Rewe. Die Firma Tchibo beteiligt sich in diesem Jahr mit einer eigenen Aktion – das Unternehmen verschenkt Produkte aus ihrem Sortiment, die bei Tafeln verteilt werden. „Das sind etwa Mäntel, Schuhe, Pfannen und Bettwäsche. Eine große Bandbreite an Spenden also“, sagt Wyss.

Schule beteiligt sich mit eigenem Projekt

Aber nicht nur Firmen zeigen sich spendabel – Schüler der fünften Klassenstufe der Leonhard-Wagner-Realschule in Schwabmünchen haben eigenhändig Geschenke gesammelt. „Die Kinder sind mit großem Eifer bei der Sache“, sagt Lehrerin Julia Mayer. Bei der Weihnachts-Ausgabe werden die Geschenke dankend angenommen. Erwachsene diskutieren aufgeregt miteinander, welches Festmahl sie kochen wollen und Kinder nehmen mit strahlenden Augen Geschenkpakete mit nach Hause.

In Königsbrunn können sich Besucher der Tafel ebenfalls auf eine Bescherung freuen, sagt Organisatorin Marianne Kowarschick: „Schon in der vergangenen Woche hat jeder Erwachsene zwei zusätzliche Tüten mit Lebensmitteln bekommen. In dieser Woche sind die Kinder dran.“ Diese bekommen eine Geschenktüte, gespendet vom AWO-Kindergarten. In den Tüten ist Spielzeug, sortiert nach Alter und Geschlecht der Kinder – so bekommt jeder das passende Geschenk.

Eine ähnliche Aktion läuft in Schwabmünchen. Dort haben Eltern und Erzieherinnen des Kindergartens St. Christophorus Geschenkpakete geschnürt, in denen Spielzeug und Süßigkeiten auf die Kinder warten. „Für mich ist das die mit Abstand schönste Aktion“, sagt Andreas Claus.

Auch der Bobinger Tisch legt sich für das Weihnachtsfest ins Zeug. Mitte Dezember gab es bereits eine Adventsfeier für alle Bedürftigen, begleitet von einer Gitarristin und einer Bauchrednerin. Zu Weihnachten gibt es auch hier eine Sonder-Ausgabe mit zusätzlichen Paketen. Die sind in diesem Jahr besonders groß, sagt Leiterin Waltraud Trinker: „Die Spendenbereitschaft ist vor Weihnachten immer enorm. Doch in diesem Jahr haben sich die Leute selbst übertroffen.“

Sie freue sich, dass man an die Bedürftigen Geschenke verteilen kann, ohne ständig befürchten zu müssen, dass nicht genug für alle da ist. So geht dieses Jahr keiner mit leeren Händen nach Hause.

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