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Umwelt

18.02.2019

Plastikmüll jeden Tag vermeiden – aber wie?

Eine Flasche aus Metall und die Puppe aus Baumwolle – Andrea Maiwald weiß Plastik in jedem Alltagsgegenstand zu vermeiden.
Bild: Michael Ermark

Wie ein Leben ohne funktioniert, will Andrea Maiwald zeigen. Der erste plastikfreie Stammtisch der Grünen

„Stellt euch vor, es ist Alltag und keiner wirft weg“: So hätte das Motto des ersten Stammtisches für ein Leben ohne Plastik der Königsbrunner Grünen im Mehrgenerationenpark sein können. Andrea Maiwald, eine engagierte Grundschullehrerin, gab Tipps: Sie tritt dem Plastikmüll mit aller Kraft entgegen. Deswegen initiierte sie unter anderem schon Stammtische für ein plastikfreies Leben in Augsburg, Friedberg, Schwabmünchen. Jetzt startete sie einen Versuch in Königsbrunn.

Dass es allerhöchste Zeit ist, Plastikmüll zu vermeiden, erkannte Andrea Maiwald während einer Reise auf Grönland: Dort, an einem menschenleeren Strand, fern von jeglicher Zivilisation, brachte die Strömung nämlich das an Land, was weltweit viel zu oft im Meer landet: Plastikmüll – und das, soweit das Auge reicht. Nun kann sich jetzt zwar der mülltrennende Königsbrunner auf die Schulter klopfen, wohnt er ja nicht an der Küste und wirft deswegen auch kein Plastik ins Meer. Trotzdem: Es liegt laut Maiwald auch an uns, diese „größte Seuche des 21. Jahrhunderts“ in Angriff zu nehmen und sich ihr tapfer in den Weg zu stellen. Aber wie? Maiwald stellte einige hilfreiche Tipps vor. Im Prinzip lassen sich diese Ratschläge kurz und knackig zusammenfassen: auf Verpackungen verzichten, Do-it-yourself und Aufmerksamkeit. In der Praxis heißt das: Andrea Maiwald geht aufmerksam einkaufen. Sie hat immer Stofftaschen dabei, um keine Plastiktüten in Supermärkten nehmen zu müssen. Außerdem verwendet sie beim Metzger gerne mitgebrachte Behälter – auch nicht aus Plastik, sondern aus Metall – für ihre Fleischeinkäufe. Getränke kauft sie statt in Plastikflaschen in Glasflaschen. Mit offenen Augen, so erklärte sie, lasse sich Plastik im Alltag schon recht effektiv umgehen.

Wer dann noch ein bisschen aktiv werden möchte, dem legt Andrea Maiwald „Do it yourself“, also „Mach’s selbst“, ans Herz. „Viele Dinge, die in Plastik verpackt sind, kann ich auch selbst ohne großen Aufwand herstellen“, berichtete sie: Zahnpasta aus Kokosöl und Xylit, Waschmittel aus Efeu und Waschsoda, Kinderspielzeug aus Holz. Gerade beim Spielzeug sollte man besonders auf die Reduzierung von Plastik achten, erklärte Andrea Maiwald, da die Giftstoffe im Plastik nicht im Spielzeug bleiben, sondern auch auf die Kinder übergehen, die doch dazu neigen, Spielsachen auch in den Mund zu nehmen. Doch dafür weiß sie ein besonders kreatives Lösungswerkzeug: Stolz zeigte sie ein Foto einer Holzritterburg, die ihr Vater für ihre Kinder gebastelt hat – ohne Plastik, nur aus natürlichen Materialien.

Andrea Maiwald riet, mit kleinen Schritten gegen das allgegenwärtige Plastik vorzugehen: „Man muss natürlich nicht von heute auf morgen keinen Plastikmüll mehr verursachen, aber man kann mit Kleinigkeiten schon viel erreichen.“ Und gerade das sei in Deutschland nötig. Denn, so erklärte die Dritte Bürgermeisterin Ursula Jung: „Die Deutschen produzieren den größten Anteil an Plastikmüll pro Kopf auf der ganzen Welt: 17 Millionen Tonnen im Jahr.“ (ermi)

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