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Großaitingen

16.11.2019

SPD stellt eigene Bürgermeisterkandidatin auf. So reagiert Goßner

Die Studentin Özün Keskin ist die Bürgermeisterkandidatin der Großaitinger SPD.
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Die Studentin Özün Keskin ist die Bürgermeisterkandidatin der Großaitinger SPD.

Plus Die SPD nominiert die 25-jährige Studentin Özün Keskin. So reagiert Bürgermeister Erwin Goßner, der das Amt 2014 als parteiloser Kandidat der SPD errang.

Der Ortsverein der SPD wartete bei seiner Nominierungsversammlung für die Kommunalwahl im Gemeindesaal an der Reinhartshofer Straße mit einer Überraschung auf. Nicht der amtierende Bürgermeister Erwin Goßner, sondern die 25-jährige Studentin Özün Keskin wurde als Kandidatin für das Bürgermeisteramt vorgeschlagen und von der Versammlung mit acht Stimmen bei einer Enthaltung nominiert.

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Goßner war vor sechs Jahren als Parteiloser über die SPD-Liste ins Amt gewählt worden. Der Ortsvereinsvorsitzende Frank Dietenhöfer begründete die nun gefällte Entscheidung pro Özün Keskin so: „Wir sind neue Wege gegangen – sowohl mit der Aufstellung der Gemeinderatskandidaten, als auch mit einer Bürgermeisterkandidatin, die noch keine 30 Jahre alt ist. Das ist eine Herausforderung, aber auch ein Zeichen für die Zukunft. Wir wollen junge Menschen in verantwortliche Positionen für eine nachhaltige Politik bringen.“

Erwin Goßner ist weder enttäuscht noch traurig

Amtsinhaber Erwin Goßner nahm die Entscheidung der SPD pro Keskin und gegen ihn sportlich: „Jede Partei hat das Recht, ihren eigenen Kandidaten zu nominieren. Das akzeptiere ich natürlich“, sagte er am Tag nach der Nominierungsveranstaltung gegenüber unserer Redaktion. „Ich bin weder beleidigt, noch enttäuscht oder gar traurig. Die Entscheidung wurde von den Verantwortlichen so getroffen, und sie werden sich davor ihre Gedanken gemacht haben.“

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Gößner vermutet den Grund zu kennen, warum er nicht erneut von der SPD als Kandidat vorgeschlagen wurde. Er habe sich vor einigen Monaten dazu entschlossen, nicht auf einem Listenplatz zu stehen. Bei der Wahl 2014 war das noch anders; damals stand er für die SPD auf Platz eins. „Wenn man Bürgermeister werden will und diese Kandidatur mit einem Listenplatz verknüpft, ist man der Stimmenfänger für die Partei – und das möchte ich nicht“, sagt Goßner. Die SPD habe ihn aber nur in Verbindung mit einem solchen Listenplatz als Bürgermeisterkandidaten nominieren wollen.

Özün Keskin ist Fußballtrainerin beim TSV Bobingen

Die neue SPD-Kandidatin Özün Keskin ist relativ unbekannt und stellte sich vor der Wahl den Versammlungsteilnehmern vor. Neben den neun stimmberechtigten SPD-Mitgliedern waren auch etliche Bürger gekommen. Die Kandidatin wurde in Friedberg geboren und lebt seit 18 Jahren mit ihrer Familie in Großaitingen. Sie hat das Studium für das Lehramt Mittelschule abgeschlossen und belegt derzeit den Studiengang „Interdisziplinäre Lehr- und Lernforschung“ an der Uni Augsburg. In ihrer Freizeit ist sie als Jugendfußballtrainerin beim TSV Bobingen aktiv und schreibt Gedichte. Ihr Vorname Özün heißt im deutschen auch Gedicht.

„Ich lebe in Großaitingen und will deshalb auch hier im Ort etwas bewegen und die Entwicklung im Ort mitgestalten“, sagte Keskin. Zu ihren Zielen zählte sie die Erhaltung der Mittelschule, die auch durch andere Nutzungen wie Tagesseminare belebt werden könnte. Außerdem will sie sich für die Anstellung von Schulweghelfern sowie für ausreichende Pflege- und Betreuungsplätze einsetzen. Die Schließung von Baulücken im Dorf und die Anlage von Blumenwiesen schrieb sich Keskin ebenso auf die Fahnen wie die langfristige Planung einer Ortsumfahrung zur Entlastung und Sicherheit der Bürger.

Dazu gab es in der Aussprache der Versammlung auch kritische Stimmen, die eine Ortsumfahrung angesichts des Flächenverbrauchs um die Neubaugebiete herum für nicht mehr zeitgemäß halten. Stattdessen solle der öffentliche Nahverkehr verbessert werden. Keskin will als Bürgermeisterin Fortschritt statt Stillstand durch globale und innovative Denkweise in die Gemeindeverwaltung einbringen.

Erwin Goßner wird auch ohne die SPD als Bürgermeisterkandidat von Großaitingen antreten

Die Entscheidung der SPD ändert an den grundsätzlichen Plänen Goßners nichts – er werde auf alle Fälle erneut als Bürgermeister kandidieren. Eine eigene Liste schließt er aus; auch für eine andere Partei möchte er seine Bürgermeisterkandidatur nicht mit einem Listenplatz verknüpfen. Wie es jetzt im Hinblick auf die Kommunalwahl 2020 weitergeht, weiß er noch nicht genau. Er werde sich in der nächsten Woche bei den entsprechenden Stellen informieren, welche Voraussetzungen für eine unabhängige Kandidatur erfüllt werden müssen und welche Fristen es zu beachten gilt.

Goßerns Wunsch für die nächsten Wochen: „Ich möchte einen sauberen Wahlkampf, so wie 2014 mit Klemens Hutter. Damals hat sich jeder von uns auf sich selbst konzentriert. Eventuelle negative Aussagen über die Mitbewerber haben dort nichts verloren.“ Er werde sich auf seine Sachen konzentrieren und sich daher auch nicht über die SPD-Kandidatin oder das Vorgehen der Partei äußern. Ob die Entscheidung der SPD, eine eigene Bürgermeisterkandidatin aufzustellen, die Pläne der CSU beeinflusst, eventuell einen auch einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, wird sich zeigen.

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