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Langerringen

05.01.2021

Sammler aus Leidenschaft: Er ist der Glocken-König von Langerringen

Albert König aus Langerringen ist leidenschaftlicher Sammler. Vor allem Kuhglocken haben es ihm angetan. Inzwischen hängen in seinem Haus rund 380 Stück in allen Größenordnungen.
Bild: Hieronymus Schneider

Plus Albert König besitzt rund 380 Kuhglocken. Wie der Langerringer seine Sammelleidenschaft entdeckte und welche Schätze sich noch in seinem Haus verbergen.

Wenn sich das Tor in der Hofeinfahrt in Lagerringen öffnet, bietet sich dem Besucher ein ungewöhnliches Bild. Von den Balken des überdachten Garagenvorbaus hängen dicht aneinander gereiht Kuhglocken mit verzierten Lederriemen. Die Wand bei der Haustür zieren unzählige Jagdtrophäen, an die sich eine stattliche Reihe von Maßkrügen auf einem umlaufenden Brett anschließt.

Inmitten dieses Sammelsuriums residiert Albert König. Ein weiterer Blickfang auf dem Anwesen des 80-Jährigen ist der große Vogelkäfig im Garten. Dort züchtet er schon seit etwa 60 Jahren exotische Vögel. „Die Voliere habe ich noch vor dem Haus gebaut und im Laufe der Jahre immer wieder erweitert. Früher habe ich auch Papageien gezüchtet, aber jetzt reichen mir die rund 150 kleineren Exemplare“, sagt König.

Vor 30 Jahren bekam Albert König die erste Kuhglocke geschenkt

Über die Vogelzucht entdeckte der Mitbegründer des Vereins der Langerringer Singold-Vogelfreunde auch sein ausgefallenes Hobby: Das Kuhglocken-Sammeln. „Vor 30 Jahren schenkte mir ein Vogelfreund aus der Schweiz zu meinem 50. Geburtstag eine schöne Kuhglocke mit dem Schweizer Kreuz auf verziertem Lederriemen und dem Wappen des Kantons Wallis. Das ist in der Schweiz ein durchaus übliches Geschenk zu allen Anlässen“, erzählt König.

Schon am Hauseingang zeigt sich die Sammelleidenschaft des 80-jährigen Albert König. Zahlreiche Jagdtrophäen zieren die Wand.
Bild: Hieronymus Schneider

Die Kuhglocke hat ihm gefallen, vielleicht auch, weil sie Erinnerungen an seine Kindheit weckte. „Als kleiner Bub habe ich in der Nachkriegszeit oft auf den Weiden des Kerler-Hofes in Langerringen Kühe gehütet, die damals noch kleine Glocken am Hals hatten“, erinnert sich der 80-Jährige.

Da die Sammelleidenschaft schon immer in ihm steckte, wie er sagt, begnügte sich der früher im Speditionsverkehr tätige Lastwagenfahrer nicht mit der einen Glocke. Durch seine Verbindungen zu Vogelfreunden in der Schweiz, im Allgäu, Oberbayern und Tirol und bei vielen Aufenthalten in den Bergen und auf Almen kamen immer wieder neue Kuhglocken hinzu. „Das Glocken sammeln wurde regelrecht zur Sucht“, gesteht König.

Mittlerweile hängen 380 Kuhglocken im Haus des Langerringer Sammlers

Die meisten habe er auf Flohmärkten und über Sammlerbörsen erworben, denn auf den Almen würden die Kuhglocken gebraucht und deshalb nicht hergegeben. „Manche Händler bieten auch Glocken mit abgeschnittenen Riemen an, da habe ich manchmal den Verdacht, dass die von den Kühen auf den Weiden gestohlen wurden“, sagt König.

Weil die Lederriemen ohnehin meist verschlissen sind, hat sich Albert König auch mit deren Restauration beschäftigt. Anfangs habe er mit einer Schusterahle Löcher in das Leder gestochen und farbige Kordeln eingezogen. „Später hat mir mein Sohn eine Sattlermaschine geschenkt, damit geht es leichter“, sagt er lächelnd.

Die Glocke links im Bild war die erste in Königs Sammlung. Er bekam sie vor Jahren von einem Schweizer Freund geschenkt.
Bild: Hieronymus Schneider

Inzwischen besitzt Albert König 380 Kuhglocken und 16 Schiffsglocken in allen Größenordnungen. Allein 98 der größeren Exemplare hängen an den Balken vor dem Hauseingang und etliche in seinen Kellerräumen. Das Herzstück der Sammlung aber ist das „Glockenstüble“ im Erdgeschoss. Hier sitzt der „Glocken-König“ gerne mit guten Freunden, aber oft auch alleine und blickt stolz auf die dicht in drei Reihen an den Wänden hängenden Glocken.

Den Platz dazwischen hat er mit Hirschgeweihen und Bildern von alpinen Landschaften dekoriert. Die Jagdtrophäen stammen überwiegend aus den Schlierseer Bergen, wo König oft als Jagdbegleiter unterwegs war. „Jetzt habe ich keinen Platz mehr für weitere Glocken. Etwa die Hälfte habe ich schon an meinen Zweitwohnsitz am Schliersee ausgelagert“, sagt König.

Seine Sammelleidenschaft hat Albert König an seine Söhne weitergegeben

Wie viel Geld er in seine Sammlung gesteckt hat, lässt sich nur erahnen. Eine große Schweizer Kuhglocke wird schon mal mit etwa 1.000 Euro gehandelt. Königs Sammelleidenschaft manifestierte sich auch in einer stattlichen Anzahl von 160 Kuckucksuhren und ungezählten steinernen Maßkrügen. „Besonders wertvoll und gefragt sind die Krüge von historischen Brauereien, die nicht mehr existieren und deshalb als Rarität gelten“, sagt König.

Neben hunderten Kuhglocken hat Albert König inzwischen auch zahlreiche Maßkrüge in seinem Haus angehäuft.
Bild: Hieronymus Schneider

Darüber hinaus hat der Langerringer auch über Jahrzehnte Tuffsteine aus dem Lech und aus Steinbrüchen gesammelt und sie zu einer Gebirgslandschaft mit Brunnen und Fontänen um einen Teich herum aufgebaut, in dem etwa 60 Koi-Karpfen schwimmen.

In seinem Gartenparadies mit Vögeln, Fischen und einem mit Schnitzereien verzierten Freisitz genießt der Rentner vor allem im Sommer seinen Lebensabend. Viel Freude macht ihm auch sein kleiner Hund und ständiger Begleiter „Mopsi“. Etwas von seiner Sammelleidenschaft hat König auch seinen beiden Söhnen mitgegeben. Einer sammelt Traktorenmodelle und der andere Modelleisenbahnen.

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