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Behördenfunk

03.03.2011

Schwabegger wehren sich gegen Sendemast

Bürger sammeln Unterschriften gegen Standort und mobilisieren die Politik. Bürgermeister hofft auf eine Einigung

Schwabegg Der Unmut in Schwabegg wächst. Wie berichtet soll im Südwesten des Schwabmünchner Stadtteils ein 40 Meter hoher Sendemast für den deutschlandweiten Behördenfunk errichtet werden: 400 Meter vom Ort entfernt, unweit des Naherholungsgebietes.

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Damit sind die Schwabegger gar nicht einverstanden. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet, um gegen die Pläne zu protestieren. 360 Bürger des 810-Seelen-Dorfs haben sich in den vergangenen Wochen in die Liste eingetragen. Die Initiatoren freuen sich über den Zuspruch.

Dabei gehe es nicht darum, den Mast zu verhindern, betont Peter Grotz, einer der Anlieger. Der Mast ist notwendig, um den gemeinsamen Digitalfunk für Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste zu betreiben. Er soll ab 2013 die analogen Funksysteme ablösen und die Alarmierung verbessern.

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Entscheidend für Grotz und seine Mitstreiter ist aber, wo dieser Mast stehen wird. Und da wäre den Schwabeggern ein Standort etwa 500 Meter weiter weg vom Ort, tiefer im Wald lieber. Oder eine Antenne auf einem bereits bestehenden Mast.

„Das Ortsbild wird sonst verschandelt“, sagt Grotz. Und auch um den Gesundheitsschutz sorgt sich der Schwabegger. Die Strahlung, die von dem Funk ausgeht, sei zwar sehr deutlich geringer als die Handystrahlung, versichern Experten. „Aber wir haben keine Gewähr, dass später nicht auch viele Mobilfunkbetreiber den Mast nutzen“, sagt Grotz.

Die Unterschriftenliste würden die Schwabegger gerne im bayerischen Innenministerium, das für den Ausbau des Netzes in Bayern zuständig ist, übergeben. Doch damit allein wollen sie es nicht belassen. Einige Bürger, so berichtet Grotz, hätten bereits Petitionen beim bayerischen Landtag eingereicht. Er selbst hat Politiker aller Couleur angeschrieben und um Unterstützung gebeten. „Mir ist es egal, ob Opposition oder Staatsregierung. Ich hoffe, dass sie sich für die Belange der Bürger einsetzen“, sagt Grotz. Bisher hat sich nur die Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm auf den Aufruf hin gemeldet. Sie wird am kommenden Montag mit den besorgten Schwabeggern sprechen und sich die Situation vor Ort anschauen.

Auch die Stadträte und Bürgermeister Lorenz Müller sind zu diesem Termin eingeladen. Von ihnen wünsche sich so mancher Schwabegger „etwas mehr Unterstützung“, sagt Grotz. Das Beispiel Türkheim zeige schließlich, dass man hartnäckig sein muss. Im Nachbarlandkreis waren die Verträge für den Standort längst unterschrieben, als die Bürger mit ihren Bedenken an die Politik herangetreten waren.

Im Rathaus prüft man nun die Möglichkeiten, den Funkmast weiter von der Türkheimer Wohngrenze weg zu verschieben. Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller dagegen sieht das Engagement seiner Stadt als ausreichend an.

„Wir haben das Einvernehmen nicht erteilt“, betont er mit Blick auf Türkheim. Stattdessen habe man auf die Bedenken in Sachen Gesundheits- und Landschaftsschutz hingewiesen. Die Behörden hätten bereits signalisiert, die Fakten zu prüfen, berichtet Müller. Er ist optimistisch, eine Einigung zu erzielen: „Ich sehe schon Chancen in den Verhandlungen.“

Die Veranstaltung mit der Grünen-Abgeordneten Christine Kamm findet am kommenden Montag, 7. März, um 15.30 Uhr am geplanten Standort Ende Schloßbergstraße/Parkplatz Naturlehrpfad, statt.

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