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Schwertransport

18.06.2020

Schwieriger Transport: Eurofighter vom Lechfeld erreicht Kaufbeuren

Kein Vorbeikommen: Auf der B 17 mussten die Autofahrer sich hinter den Tiefleder einreihen, auf dem der Eurofighter von Lagerlechfeld nach Kaufbeuren transportiert wurde.
Bild: Uwe Bolten

So einen XXL-Transport sieht die Region selten: In der Nacht zu Donnerstag ist ein Eurofighter nach Kaufbeuren transportiert worden. Es lief fast reibungslos.

 Als ob das Wetter verhindern wollte, dass der Eurofighter seinen Weg vom Lechfeld in das Allgäu antreten konnte, setzte kurz vor dem Moment, an dem der Transport in Sichtweite der Ausfahrtsstelle kam, massiver Regen ein. Silbrig-braun erschienen die verlegten Metallplatten, auf denen der Schwertransporter das Flugplatzgelände am späten Nachmittag durch eine vorbereitete Zaunlücke verließ.

Unerwartet zügig lenkte der Fahrer sein Gefährt ein und führte seine Fahrt unbeirrt des knappen Platzes neben seinen Reifen fort. Hier war ein echter Meister seines Fachs am Werk. Das bundeseigene Gelände zwischen Fliegerhorst und der Ulrichkaserne sollte für die nächsten Stunden der Parkplatz des Eurofighters sein.

Gegen 20.15 Uhr erhielt der Transport von der Polizei die Erlaubnis, die Bundesstraße 17 an der Auffahrt Oberottmarshausen mit seinen 16 Begleitfahrzeugen zu befahren. Zahlreiche Schaulustige fanden sich auf den Brücken entlang der Strecke ein. Die Geduld der Beobachter auf der Überquerung nahe der Lagerlechfelder Versöhnungskirche wurde um 20.40 Uhr belohnt, als eine Front von Blinkleuchten am Horizont erschien. Wenige Minuten später passierte der außergewöhnliche Konvoi die Engstelle auf dem Mittelstreifen der Bundesstraße, gefolgt von einer Vielzahl von Fahrzeugen, die sich Hunderte von Metern hinter dem Transport aufstauten.

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Während die Lechfelder Zuschauer noch im Nieselregen ausharren mussten, hatten die Schaulustigen auf der Brücke der Bahnhofstraße in Hurlach, die der Konvoi gegen 21 Uhr erreichte, bessere Wetterverhältnisse. Die einbrechende Dunkelheit ließ deutlich die auf die Fahrbahn gerichteten Lichter erkennen, mit denen die Breite des Eurofighters sichtbar wurde: Während der linke Lichtpunkt exakt die Markierungslinie der Fahrbahnbegrenzung ausleuchtete, fand sich die rechte Orientierungsmarke jenseits des Seitenstreifens im Grünen wieder.

Ein Eurofighter wurde mit einem Laster von Lagerlechfeld nach Kaufbeuren gebracht. Nach sechs Stunden kam er im Flieherhorst an.
119 Bilder
Eurofighter von Lagerlechfeld nach Kaufbeuren transportiert
Bild: Uwe Bolten und Mathias Wild

Buntes Lichtermeer am Landsberger Kreisel

Der Landsberger Kreisel, erster markanter Zielpunkt nach 20 Kilometern Fahrt, erreichte der außergewöhnliche Konvoi nach knapp eineinhalb Stunden um 21.40 Uhr. Mit einem bunten Lichtermeer und einer kurzen Wartezeit verabschiedete sich der Eurofighter auf seinem Weg Richtung Kaufbeuren von der Bundestrasse 17 auf die Autobahn 96.

Eurofighter-Schwertransport: Schwerstes Stück durch Kaufbeuren

Von dort ging es über die Bundesstraße 12 nach Kaufbeuren, und hier begann der schwierigste Teil des Transports: Obwohl der städtische Bauhof schon etliche Verkehrsschilder und Ampeln umgelegt hatte, musste das 11,50 Meter breite und 16 Meter lange Flugzeug immer wieder zentimetergenau zwischen Masten, Bäumen und Verkehrsinseln hindurchmanövriert werden.

Kurz nach 2 Uhr morgens, und damit rund eine Stunde früher als geplant, parkte das Eurofighter-Lkw-Gespann dann schließlich rückwärts in einen Hangar auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst ein. „Es hat alles wunderbar geklappt“, waren sich am Ende Bundeswehr-Sprecher Dietmar Bassing und Speditionschef Anton Wocken einig. (mit mas)

Warum flog der Eurofighter nicht nach Kaufbeuren?

Ein Tieflader bringt den Eurofighter von der Lechfeldkaserne nach Kaufbeuren, da der Jet dort wegen der gesperrten Landebahn selbst nicht aufsetzen kann. Der Eurofighter landete vor einigen Wochen in Lechfeld und wurde dort für den Transport nach Kaufbeuren vorbereitet.

 

Wozu kommt der Eurofighter nach Kaufbeuren?

Der Überschalljet dient der Ausbildung der Luftfahrzeugtechniker im Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst. In den vergangenen Jahren rollten schon mehrfach Kampfflugzeuge dieser Art von Kaufbeuren nach Manching in Oberbayern, wo sie nach ihren Einsätzen als Schulungsobjekte wieder flugtauglich gemacht wurden.

Ablauf des Transports von Lechfeld nach Kaufbeuren:

So verlief der Eurofighter-Transport bis Kaufbeuren (etwa ab 20 Uhr):

  • über die B17 von Lechfeld bis zum großen Kreisel bei Landsberg
  • danach auf die A96 zwischen Landsberg und Abfahrt Kaufbeuren
  • weiter über die B12 zwischen Abfahrt Kaufbeuren (A96) und Kaufbeuren

Die Bundesstraßen bzw. Autobahn werden für den Transport gesperrt, solange der Eurofighter dort unterwegs ist.

So verlief der Eurofighter-Transport durch Kaufbeuren (etwa ab Mitternacht):

  • ab der B12 über die Sudetenstraße
  • dann auf die Neugablonzer Straße
  • über die Spittelmühlkreuzung auf die Josef-Landes-Straße
  • weiter auf die Kemptener Straße
  • bis zur Apfeltranger Straße und zum Fliegerhorst Kaufbeuren

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